Bad Mergentheim

„Die Linien – das Dazwischen“ Vernissage im Kulturforum / Künstler Lothar Lempp und Michael Blümel sind aus Bad Mergentheim

Ausstellung gleicht einer Wundertüte

BAD MERGENTHEIM.Mit „die Linien – das Dazwischen“ ist die neue Ausstellung im Kulturforum eröffnet worden. Was die beiden Künstler Lothar Lempp und Michael Blümel hier präsentieren, das gleicht einer echten Wundertüte, bisweilen gar einem Panoptikum: Malerei, Objekt, Plastik, Zeichnung, Illustration, Grafik und Unikatbücher – all das steckt drin in der Sammlung, die doch von dem Gedanken zusammengehalten wird, dass die Linien in verschiedenen Dimensionen das Wesentliche sichtbar werden lassen.

Manuel Zahn ist stolz

Es mache sie „ganz besonders stolz“, dass die Arbeit zweier Vollblut-Künstler aus Bad Mergentheim in den kommenden Wochen im Kulturforum zu sehen sei, bekannte Bürgermeisterstellvertreterin Manuela Zahn. Und sie machte bereits zum Auftakt der Vernissage deutlich, dass alle im Saal „sehr gespannt“ seien und sich auf einen „unvergesslichen Abend“ freuten.

Klangschublade ausgefahren

Tatsächlich war manches ein wenig anders als sonst, etwa die musikalische Umrahmung. Michael Blümel am Percussion und Lothar Lempp mit seiner selbst-kreierten „Klangschublade“ schickten einige ganz besondere Töne und Rhythmen in den Ausstellungsraum: metallisch, gluckernd, knarzend oder sirrend, mal schief und mal zart, mal pulsierend-treibend, mal leise und verloren.

Beide Künstler seien eben „sehr vielseitig“, leitete Maike Trentin-Meyer ihre Ausführungen ein. Die Kunsthistorikerin war für die Laudatio per Videoleinwand „zugeschaltet“, da es eine Terminüberschneidung gegeben hatte. Sie stellte den Gästen zwei Männer vor, die „ihr Leben der Kunst gewidmet“ hätten, zum Teil ganz unterschiedliche Techniken verfolgten, aber in ihrem gestalterischen Tun doch harmonierten – und das nicht nur deshalb, weil sie sich seit rund 15 Jahren kennen. Lothar Lempp stellt Drahtplastiken und andere Werke aus, die teilweise aus dem Naturkunde-Museum oder einer der alten Wunderkammer-Sammlungen zu stammen scheinen, teilweise aber auch aus anderen, noch gänzlich unbekannten Welten kommen könnten. „Er bildet eine eigene Welt, erschafft Objekte, deren Linien sich je nach Perspektive und Bewegung überschneiden“, sagte Maike Trentin-Meyer.

Ausgangspunkt: Literatur

Michael Blümel zeigt einen aktuellen Querschnitt seiner umfassenden Werke, deren Ausgangspunkte oftmals literarische Quellen sind. Außerdem zeigt Blümel Holz- und Linolschnitte, collagierte Übermalungen, sogenannte Unikatbücher und expressiv-malerische Werke. Die Laudatorin würdigte das Poetische, das darin zum Ausdruck komme, „eine Wirkung, die über die Sprache hinausgeht“. Die beiden Künstler selbst haben ihrer Ausstellung auch einen Titel als Langfassung gegeben: „Die Linien könnte man eigentlich weglassen, wenn das Dazwischen nicht unsichtbar wäre.“ Sie bedankten sich bei Manuela Wischnewski vom städtischen Kulturamt für die organisatorische Begleitung. Lothar Lempp widmete die Ausstellung seinem kürzlich verstorbenen Vater, der auch „ein Bastler, ein Frickler“ gewesen sei und ihn dadurch geprägt habe.

Die Ausstellung „die Linien – das Dazwischen“ ist noch bis zum 12. Mai im Kulturforum auf dem Hans-Heinrich-Ehrler-Platz zu sehen. Geöffnet ist täglich außer dienstags von 10.30 Uhr bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. stv