Bad Mergentheim

American Football Wolfpack mit Best-Ergebnissen / Mitgliederversammlung beschließt Namensänderung / Teilverlagerung nach Tauberbischofsheim im Blick

Aus „Bad Mergentheim“ wird „Tauberfranken“

Bad Mergentheim.Bei der Mitgliederversammlung des Bad Mergentheimer American Football Clubs Wolfpack blickte Vorstand Klaus Volkert auf das zehnte und bisher erfolgreichste Jahr zurück. Immerhin konnte das Aushängeschild des Vereins, die Herrenmannschaft in seiner zweiten Oberligasaison mit der besten Platzierung in der Vereinsgeschichte aufwarten: dem hervorragenden dritten Tabellenplatz in der vierten Liga, noch dazu punktgleich mit dem Tabellenzweiten.

Im Touchdownverhältnis war das Team zwar deutlich überlegen, doch im American Football zählt der direkte Vergleich der punktgleichen Teams- und hier fehlten dem Wolfpack zwei Touchdownpunkte, um in die Aufstiegsrelegation zur Regionalliga zu kommen.

In der Jugend startete das Wolfpack mit einer Flag-Football-Mannschaft in der U15. In der U19 konnte in Spielgemeinschaft mit den Crailsheim Titans erstmals die Meisterschaft gefeiert werden und in der U17, ebenfalls in Spielgemeinschaft mit den Crailsheim Titans der zweite Platz in der Gruppe Nord. Jugendspieler Luca Schlör gelang zudem, mit der Landesauswahl erstmals den Deutschen Meistertitel unter den Landesauswahlen U17 zu erhalten.

Einsatzfreudige Cheerleader

Besonders erfreut zeigten sich die Mitglieder über die Entwicklung der Cheerleader-Abteilung des Vereins, die unter dem Namen „Spirit Wolf Girls“ mehrere Auftritte absolvierte und mit fast zwei Dutzend Mädels hervorragend aufgestellt ist.

An den einzelnen Spieltagen hätten sie, so Klaus Volkert, mit ihrem unermüdlichen Einsatz nicht nur die Zuschauer aktiviert, sondern auch wesentlichen Anteil an den guten Leistungen der Footballmannschaften gehabt.

Gegenläufig zu den sportlichen Erfolgen zeigte sich allerdings die Ertragssituation des Vereins, die erstmals mit einem Minus aufwartete. Geschuldet wurde dies den vergleichsweise hohen Aufwendungen für die Platz- und Hallennutzung sowie dem erstmaligen Einsatz von Importspielern aus den USA. Letztere leisteten freilich einen wesentlichen Beitrag zu den sportlichen Erfolgen.

Bei den Sponsoren gebe es Rekordzuwächse zu vermelden. Bemerkenswert seien darüber hinaus konstant hohe Zuschauerzahlen.

Beisitzer entlasten Vorstand

Kassenprüfer Jan Adonyi bestätigte eine korrekte Kassenführung. Nach Entlastung des Vorstands stand nur die Wahl des Schriftführers an, da Daniel Schmidt aus beruflichen Gründen das Amt nicht weiter bekleiden kann. Die Wahl fiel schließlich auf Jennifer Schlör, die das fünfköpfige Vorstandsteam komplettiert. Die zuvor in der Jugendvollversammlung wiedergewählte Jugendleiterin Hanna Schmitt wurde von der Mitgliederversammlung bestätigt. Aufgrund des stark zunehmenden Arbeitsvolumens wird der Kernvorstand um ein Dutzend Beisitzer ergänzt, die den Vorstand entlasten sollen.

Beim Stadtlauf, dem Tag des Sport, der Königshöfer Messe und dem Bad Mergentheimer Weihnachtsmarkt war das Wolfpack im Jahr 2018 tatkräftig vertreten und konnte wesentliche Beiträge zur Finanzierung seiner wachsenden Aufgaben erwirtschaften. Im Bad Mergentheimer Kino konnte der amerikanische Super Bowl und der German Bowl präsentiert werden.

Ein Höhepunkt nach Saisonende ist regelmäßig die sogenannte Season-End Party, die traditionell an Halloween in der Katzenberghütte des Wildparks stattfindet. 2018 wurde hierbei das zehnjährige Jubiläum gefeiert und Ehrungen für zehnjährige Mitgliedschaft vorgenommen. Jürgen Weishap und Christopher Ries erhielten die Ehrennadel in Bronze der Württembergischen Sportjugend. Klaus Volkert erhielt Ehrennadel in Bronze des Württembergischen Landessportbundes. Spieler und Cheerleader wurden für ihre Leistungen geehrt.

Traditionsgemäß wurde anlässlich der Mitgliederversammlung die Ehrung zum „Man of the Year“ vorgenommen. Diese besondere Auszeichnung wurde erstmals einem Jugendlichen zuteil: Joshua Leuser. Joshua ist in seinem jungen Alter vonelf Jahren nicht nur aufgrund seines Spielertalents sondern ganz besonders durch seine uneigennützige Mithilfe in allen denkbaren Bereichen des Vereinslebens beliebt und geschätzt.

Debatte um Sportstätten

Ein weiterer, dieses Mal außergewöhnlicher Punkt auf der Tagesordnung war die Änderung des Vereinsnamens. Die Vorstandschaft stellte zu diesem Beschlussantrag folgende Hintergründe dar.

Die Vereinsmitglieder kommen schon bisher aus dem gesamten Main-Tauber-Kreis und darüber hinaus. In der Tagespresse erfolge die Berichterstattung überwiegend in den Bad Mergentheimer Ausgaben, so dass das Vereinsgeschehen in weiten Teilen seines Verbreitungsgebiets nicht genügend wahrgenommen werde.

Die Stadt Bad Mergentheim könne nach nunmehr elf Jahren andauernden Bemühungen noch immer nicht ausreichend Sportstätten zur Verfügung stellen. Zusätzlich habe der Verein Kosten zu tragen, die ihn gegenüber anderen Sportarten deutlich benachteiligten (Platzmiete im Deutschordenstadion, Kosten für die Anmietung von Hallen)

Mit dem „Victory Sports Lab“ entstehe am ehemaligen Olympiastützpunkt Tauberbischofsheim eine Organisation, die sich insbesondere der Förderung des American Football verschrieben habe.

Erste Gespräche mit Vereinen und Behörden in Tauberbischofsheim ließen in diesem Zusammenhang hoffen, dass eine zumindest teilweise Verlagerung des Spiel- und Trainingsbetriebs für alle Beteiligten von Vorteil sein werde.

Nach ausgiebiger Diskussion entschied sich die Mitgliederversammlung bei fast einstimmiger Mehrheit dafür, den Vereinsnamen von „AFC Bad Mergentheim Wolfpack“ auf „AFC Tauberfranken Wolfpack“ umzubenennen. kv

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