Bad Mergentheim

Stadt Bad Mergentheim Lenkungsgruppe in der Kurstadt hat das erste Mal getagt

Arbeitsbeginn für neues Stadtentwicklungskonzept

Bad Mergentheim.Die Lenkungsgruppe für ein neues Bad Mergentheimer Stadtentwicklungskonzept hat erstmalig getagt.

Nach sorgfältiger Abwägung war die eigentlich schon für April geplante Auftaktveranstaltung wegen der Corona-Krise kurzfristig abgesagt worden. Die Idee einer Online-Konferenz wurde für dieses besondere Format zwar geprüft, aber dann doch verworfen. Deshalb trafen sich die Mitglieder nun doch unter Einhaltung der geltenden Sicherheitsabstände zueinander.

Der Lenkungsgruppe gehören neben Oberbürgermeister Udo Glatthaar die Stadträte Hanspeter Fernkorn (CDU), Thomas Tuschhoff (Grüne), Franz Imhof (Freie Wähler), Jordan Murphy (SPD) und Prof. Dr. Hans-Werner Springorum (FDP) an. Den Jugendgemeinderat vertritt in diesem Kreis Paul Zhang. Denn der Stadtverwaltung ist es besonders wichtig, die Erwartung der jungen Leute für die strategische Planung der nächsten 15 Jahre zu berücksichtigen. Für diesen Zeitraum soll das angestrebte Konzept ein Handlungsleitfaden der kommunalen Aufgaben sein.

Ein Stadtentwicklungskonzept ist Grundvoraussetzung für den Antrag auf Städtebauförderung. Für das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau ist die Erstellung und Fortentwicklung eines umfassenden gesamtörtlichen Entwicklungskonzepts obligatorisch, damit eine Kommune Fördermittel bekommt. Die stadtplanerischen Zielsetzungen sollten dabei die Themenbereichen Demografie, Wohnungsbedarf, Nahversorgung, Mobilität und Umweltschutz abdecken. Das fertige Stadtentwicklungskonzept wird so zu einer Art freiwilligen Selbstverpflichtung und gemeinsamen Richtschnur für die Zukunft.

Die konkreten Zielsetzungen für Bad Mergentheim wird die Lenkungsgruppe nun in Zusammenarbeit mit einem externen Planungsbüro, der STEG (Stadtentwicklungsgesellschaft), erarbeiten. Dabei werden Bürgerschaft und Gemeinderat regelmäßig in den Prozess eingebunden und informiert. Zunächst beginnt die Lenkungsgruppe mit einer ersten Bestandsaufnahme der Ausgangssituation und schaut sich dazu auch die bereits laufenden Projekte an. Dabei werden auch die Ortschaftsräte und Ortsvorsteher eingebunden. Hierzu werden in den kommenden Tagen entsprechende Fragebögen für den jeweiligen Stadtteil verteilt.

Ortsbegehungen

Oberbürgermeister Udo Glatthaar wird dabei als Repräsentant der Kernstadt fungieren. Anfang Juli wird ein Teil der Lenkungsgruppe für Ortsbegehungen in allen Teilen Bad Mergentheims unterwegs sein um sich zu den einzelnen Themenschwerpunkten zu informieren. Soweit möglich soll im Juli die erste Auftaktveranstaltung mit der Bürgerschaft stattfinden. An diesem Termin hält die Stadt weiter fest – auch wenn sie um die Unsicherheiten der weiteren Corona-Entwicklung weiß. Es wird deshalb an einer Veranstaltung unter Einbeziehung verschiedener digitalen Medien gearbeitet.

Am 26. September und 17. Oktober diesen Jahres sollen dann zwei „Offene Bürgerwerkstätten“ stattfinden. Die Termine sollten sich Interessierte in jedem Fall schon jetzt vormerken. Danach sind weitere Abstimmungsrunden zwischen Verwaltung und Lenkungsgruppe vorgesehen – sowie zwei Klausuren des Gemeinderats. Beschlussreif sein soll das Entwicklungskonzept bis zum Herbst 2021.

Die Stadt betont in diesem Zusammenhang, dass wichtige Entwicklungsprojekte bereits in der Landesgartenschau-Bewerbung mit den „Blühenden Quellen“ enthalten sind. Darauf kann nun unter Einbindung der Bevölkerung aufgebaut werden.

Was es für die Stadt Bad Mergentheim an Unterstützung zu gewinnen gibt, verdeutlicht ein Blick auf die Fördervolumen von Bund und Land: Im baden-württembergischen Doppelhaushalt des Landes wurden für 2020 und 2021 rund 155,2 Millionen Euro jährliche Finanzhilfen für die Städtebauförderung beschlossen. Für 2020 stehen zusätzlich 101,9 Millionen Euro Bundesfinanzhilfen zur Verfügung.

Aus Sicht des Stadtbauamtes ist die zügige und konzentrierte Arbeit am Stadtentwicklungskonzept wichtig. Falls 2021 ein Städtebauförderantrag gestellt werden soll, müsste bis dahin zusätzlich ein konkretes Sanierungsgebiet festgelegt werden. „Deshalb geht es jetzt darum, sich mit Verwaltung, Gemeinderat, Bürgerschaft und externen Planern auf eine Perspektive für Bad Mergentheim zu einigen“, fassen Stadtbaudirektor Bernd Straub und Stadtplanerin Dana Mack den vor allen Beteiligten liegenden Weg zusammen. stv

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