Bad Mergentheim

Welttag der seelischen Gesundheit Kitzberg-Kliniken leisten im Kursaal einen örtlichen Beitrag

Angststörungen – und was dagegen helfen kann

Bad Mergentheim.Der 10. Oktober war der seelischen Gesundheit gewidmet. Der Internationale Tag der Seelischen Gesundheit wurde 1992 von die World Federation for Mental Health mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation ins Leben gerufen. Bereits am Dienstag haben die Kitzberg-Kliniken anlässlich dieses Tages in Kooperation mit der Kurverwaltung eine Veranstaltung zu verschiedenen psychischen Störungsbildern ausgerichtet.

Psychische Störungen sind weit verbreitet. Mit dem Tag soll auf die hohe Rate an psychischen Erkrankungen in der Bevölkerung hingewiesen werden. In Deutschland liegt die 12-Monats-Prävalenz an psychischen Erkrankungen bei etwa 30 Prozent. Der Tag soll auch dazu beitragen, psychische Erkrankungen zu entstigmatisieren und über psychische Erkrankungen zu informieren. Zudem soll der Forderung Ausdruck verliehen werden, dass psychische Erkrankungen nicht anders zu betrachten sind wie körperliche Erkrankungen. Hierzu sollte die Veranstaltung mit den Kitzberg-Kliniken einen Beitrag leisten.

Der diesjährige Aktionstag war dem Thema psychische Gesundheit und Suizidprävention gewidmet. Weltweit sterben jährlich etwa 800 000 Menschen durch Selbstmord. Zwar ist die Suizidrate in Deutschland in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken. Mit etwa 10 000 Suiziden pro Jahr ist sie aber auch jetzt noch erschreckend hoch. Durch verbesserte Behandlungsangebote für psychische Erkrankungen soll sie weiter gesenkt werden, zudem soll die Öffentlichkeit mehr psychische Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten informiert werden. Die Veranstaltung der Kitzberg-Kliniken im Kursaal sollte dazu einen Beitrag leisten. In Workshops konnten sich die Teilnehmer über Schulangst informieren, ebenso wie über Essstörungen und psychische Erkrankungen in Schwangerschaft und Wochenbett. In Kleingruppen konnten die Themen ausführlich vorgestellt und diskutiert werden.

Im Plenum wurden anschließend weitere wichtige psychische Störungsbilder und ihre Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt. Prof. Dr. Dr. Niels Bergemann, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Kitzberg-Kliniken, stellte das Krankheitsbild der posttraumatischen Belastungsstörung sowie weiterer Traumafolgestörungen vor. Viele Menschen, die psychische Traumata erlebt haben, entwickelt Albträume und leiden unter sich wiederkehrend aufdrängenden Bildern von diesen Ereignissen. Zudem können sich in der Folge Schlafstörungen, Anspannungszustände und körperliche Beeinträchtigungen einstellen. Es wurden zudem die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt.

In einem weiteren Vortrag beschäftigte er sich mit den häufigsten psychischen Erkrankungen, den Angststörungen. Innerhalb eines Jahres leiden etwa 15 Prozent der Menschen in Deutschland an einer Angststörung, etwa doppelt so viele Frauen als Männer. Es werden die Symptome von Angststörungen beschrieben und verschiedenen Formen der Angsterkrankungen dargestellt. Die verschiedenen Ausprägungen von Angststörungen kamen zur Darstellung ebenso wie die unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten. Sozialpädagogin Christiane Meurer stellte mit der Bindungsstörung ein wichtiges Krankheitsbild aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychosomatik vor. Gelungene Bindungserfahrungen in den ersten Lebensjahren führen zu einem stabilen Selbstwerterleben und bilden die Grundlage von guten Beziehungen im Erwachsenenalter. Meurer ging der Fragen nach, wie eine positive Eltern-Kind-Bindung gelingen kann, nach welchen Kriterien Bindungsstörungen im Kindes- und Jugendalter diagnostiziert werden und welche Möglichkeiten der Therapie es gibt.

Die Veranstaltung fand regen Zuspruch. Eine lebhafte Diskussion und zahlreiche Fragen machten deutlich, wie groß das Interesse in an der Thematik ist. pm

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