Bad Mergentheim

Erntedank Festliche Gottesdienste in katholischen und evangelischen Kirchen

Altäre wieder reich geschmückt

Main-Tauber-Kreis.Erntedank macht deutlich, dass dankbare Freude am Leben und soziales Engagement zusammengehören. So bestimmten aufmunternde Worte die festlichen Gottesdienste am vergangenen Sonntag.

Alter Tradition gemäß waren die Altäre der Kirchen kunstvoll mit dem geschmückt, was die Gemeindemitglieder gespendet hatten. Früchte aus Feld und Garten erfreuten die Besucher der Gottesdienste: leuchtende Kornähren und mächtige Kürbisse, reife Trauben und prächtige Salatköpfe. Dazu kamen Produkte des Arbeitslebens, Brotlaibe und Weine der Region, Zucker und Kaffee Gaben aus dem Agrarbereich nehmen ja immer mehr ab und haltbare Lebensmittel können hinterher über die Tafeln bedürftigen Menschen zugutekommen.

Alles, was Mesnerinnen und Mesner oder ehrenamtliche Teams geschickter Frauen am Vortag sorgsam dekoriert hatten, sollte hinweisen auf die Fülle der Schöpfung Gottes und den Gestaltungsauftrag an die Menschen, damit alle zu leben haben. Prädikanten und Pfarrer zogen in ihren Predigten die Linie vom traditionellen bäuerlichen Dankfest hin zur aktuellen Situation. „Gott will, dass wir leben und uns an seinen Gaben freuen“, stellte Prädikantin Gisela Ulbrich in Edelfingen fest. Doch diese Freude sei „nicht nur für einige Reiche und Glückliche bestimmt“ und „die Nächstenliebe ist der Testfall für die Gottesliebe“.

Weil Gott mit den Gaben seiner Schöpfung seine Verheißung erfüllt habe, könnten Christen seine Gebote erfüllen und die Hungrigen sättigen. Dabei werde „das verschenkte Brot mehr, nicht weniger“. Und weil Jesus Versöhnung gelebt habe, „können wir in Frieden leben und Frieden stiften“.

Erntedankfeste gab es schon bei den alten Römern und das jüdische Laubhüttenfest war noch vor Jahrzehnten auch im Taubergrund wohl bekannt.

Die christliche Gemeinde teilt diese Tradition seit dem Altertum und feiert Erntedank, allerdings zu wechselnden Terminen im Herbst. In der evangelischen Kirche begeht man das Fest nach einem preußischen Gesetz von 1773 immer am Sonntag nach dem Michaelistag, dem 29. September. Verschiebungen um einen Sonntag aus örtlichen Gründen sind hierzulande nicht selten. Die katholische deutsche Bischofskonferenz legte erst 1972 den ersten Sonntag im Oktober unverbindlich als Festtermin fest. peka

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