Bad Mergentheim

Blaskapelle Löffelstelzen 100-jähriges Bestehen mit dem „Bergfestival der Blasmusik“ gefeiert

Abend großer musikalischer Vielfalt

100 Jahre Blasmusik Löffelstelzen, das wurde in dem Bad Mergentheimer Stadtteil drei Tage lang gebührend gefeiert.

Löffelstelzen. Zentrale Veranstaltung war zweifellos das „Festival der Blasmusik“ in der wunderschön und aufwändig zum Festzelt umdekorierten Maschinenhalle am Ortsausgang. Und trotz stärkster Konkurrenz in unmittelbarer Nähe durch Schlagerstar Mark Forster und unzähligen Festen in der Umgebung pilgerten erfreulich viele Fans der Blasmusik nach Löffelstelzen.

Geboten bekamen sie einen Abend der musikalischen Vielfalt: ein Abend, der die schier unendliche Bandbreite der Blasmusik in all ihren Varianten präsentierte. Der Jubelverein hatte dazu befreundete Musikformationen aus der näheren und weiteren Umgebung eingeladen, wie die Trachtenkapellen Stuppach und Igersheim, den Musikverein Wachbach, die Musikapelle Harthausen, die Winzerkapelle Beckstein und den Musikverein Pülfringen.

Als Moderatoren fungierten Klaus Lang und Frank Mittnacht, die sachkundig, charmant und informativ durch den musikalischen Abend führten. Und damit die Töne dann auch hörgerecht bei den Zuhörern ankamen, hatte man keinen geringeren als Fred Prokosch für das Mischpult engagiert.

Irgendwie erinnerte das Festival an einen spannenden Fußball-Pokalabend, denn zum einen wurde um einen imposanten Pokal gespielt, zum anderen zog Losfee Jasmin zuvor die Reihenfolge der auftretenden Kapellen. Der Abend vermittelte den Zuhörern die Faszination der zeitlosen internationalen Blasmusik.

Die Wertung war denkbar einfach, denn sie orientierte sich am Dezibel-Mittelwert des Beifalls, der jeweils zehn Sekunden lang aufgenommen wurde. Jede Kapelle hatte rund 20 Minuten Zeit, die fünf geforderten Titel vorzutragen.

Das musikalische Spektakel wurde eröffnet von der Trachtenkapelle Stuppach, die mit ihrem ganz speziellen „Tiger Rag“ und der Polka „Vogelwiese“ beim Publikum zu punkten versuchte. Die Trachtenkapelle Igersheim setzte uf die „Südböhmische Polka“ und „Ein Egerländer Traum“.

Der Musikverein Wachbach hatte den Marsch „Dem Land Tirol die Treue“ und „Böhmischer Frühling“ mitgebracht, während sich die Musikkapelle Harthausen mit dem „Fränkischen Musikantengruß“ und der Polka „Böhmische Freuden“ Chancen ausrechnete. Das Los wollte es, dass die heimlichen Mitfavoriten, die Winzerkapelle Beckstein und der Musikverein Pülfringen, den Abschluss des Wettstreits bildeten. Mit dem Polka- Klassiker von Kurt Gäble „Wir Musikanten“ setzte die Becksteiner ein erstes Ausrufezeichen und untermauerten mit „Arrival“ aus dem vierten Abba- Album ihren festen Willen, den Pokal mit ins nordbadische Weindorf zu nehmen. Der Musikverein Pülfringen setzte auf die Extraklasse seiner Solisten Michael (Tenorhorn), Cornelius (Bariton) und Sandra (Flügelhorn). Mit dem Solo für Flügelhorn in der Pop-Ballade „My Dream“ erzeugte Sandra Gänsehaut-Feeling, als sie die Töne geradezu zärtlich heraus streichelte. Damit kitzelte sie bei den klatschenden Juroren die zum Sieg benötigten Dezibel heraus. Nach einigen vor Spannung knisternden Minuten folgte der überschäumende Jubel bei den Musikern um Vorsitzende Katja Fahrmeier, als sie von Klaus Lang und Frank Mittnacht den Pokal überreicht bekam.

Insgesamt ein „Bergfestival der Blasmusik“ das wahrlich nur Sieger verdient hatte, mit einem glücklichen Musikverein Pülfringen als Pokalgewinner. Schon am Freitag hatte „DJ Max“ die Fans auf Touren gebracht. Am Sonntag spielte der Gastgeber zum Frühschoppen und am Nachmittag präsentierten sich einige Jugendkapellen der Öffentlichkeit, bevor das Fest zum 100. Geburtstag der Blaskapelle Löffelstelzen in gemütlicher Runde ausklang.