Bad Mergentheim

Ausstellung "Vom Papyrus zur digitalen Bibel" Vernissage im Kulturforum / Fast 30 Leihgaben aus der Region / Theater am 12. Oktober

Älteste heimische Bibel stammt aus dem Jahr 1666

Archivartikel

BAD MERGENTHEIM.Im Kulturforum ist die Erlebnisausstellung "Vom Papyrus zur digitalen Bibel" eröffnet worden. "Diese Ausstellung spannt den ganz großen Bogen - 6000 Jahre Kulturgeschichte und 3500 Jahre Bibelgeschichte werden hier lebendig", sagte Oberbürgermeister Udo Glatthaar bei der Vernissage. Er freue sich sehr, dass die Stadt Bad Mergentheim gemeinsam mit der Evangelischen Allianz im Taubertal so auch einen Beitrag zum zu Ende gehenden Reformationsjahr leiste. Pastor Michael Steinkamp ergänzte in seinem Impulsvortrag: "Wir feiern hier ein besonderes Kulturgut." Und Manuela Wilhelm sang, von Wolfgang Goericke am Klavier begleitet, moderne Gospelstücke.

Zehn Abteilungen

Das besondere Konzept der Ausstellung erläuterte Edgar Tempel, der den kurzfristig erkrankten Initiator des Projekts, Reinhard Lorenz, vertrat. Tempel stellte die insgesamt zehn Abteilungen vor, die im Kulturforum aufgebaut sind. Dort wird anschaulich präsentiert, welchen Weg die Botschaft der Bibel durch die Zeit nahm und welche aktuellen Fragen sie in der Forschung aufwirft. Eine archäologische Abteilung gehört genauso zum Rundgang wie ein Blick auf die Bibel im digitalen Zeitalter.

Das geschieht nicht nur mit Texten, sondern mithilfe vieler beeindruckender, teils kurioser und wertvoller Ausstellungsstücke - darunter auch der Nachbau einer Gutenberg-Druckpresse. Eine besondere Ergänzung dazu sind die fast 30 historischen Bibeln aus Bad Mergentheim und Umgebung, die private Leihgeber beigesteuert haben.

Ausstellungsbesucher können in diversen Vitrinen nun wahre Schätze aus mehreren Jahrhunderten betrachten - die älteste Bibel stammt aus dem Jahr 1666.

"Ich fand es beeindruckend, wie groß die Resonanz schon nach dem ersten Aufruf war", berichtet Pastoraldiakonin Marianne Stapfer von der Liebenzeller Gemeinschaft, die die Leihgaben koordiniert hat. Sie ist fasziniert von den vielen persönlichen Geschichten, die ihr mit Übergabe der historischen Bibeln erzählt wurden.

Bei Abriss gefunden

Da ist zum Beispiel ein Architekt, der eine Bibel bei einem Hausabriss gefunden und dann aufwendig restauriert hat. Manche Familien können genau nachzeichnen, wer die Bibel von wem erhalten hatte und wie das Buch über Generationen weitergegeben wurde. Es gibt große und sehr kleine Bibeln, gut erhaltene und solche, die schon viel mitgemacht haben. Auch Bibeln in fremden Sprachen wurden abgegeben.

Oberbürgermeister Glatthaar richtete deshalb im Namen aller Ausstellungsverantwortlichen einen großen Dank an die Leihgeber: "Sie haben diese ohnehin schon beeindruckende Sammlung mit Ihren Schätzen aus Familienbesitz noch einmal deutlich aufgewertet und zu einer wirklich regionalen Ausstellung gemacht."

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis einschließlich 20. Oktober im Kulturforum. Geöffnet ist sie täglich von 10 bis 17 Uhr, der Eintritt ist frei.

Am kommenden Donnerstag, 12. Oktober, findet eine Theater-Vorführung unter dem Titel "Bist du sicher, Martinus?" statt. Maria Warkentin spielt Katharina von Bora - mit Texten aus den Tischreden Martin Luthers. Bernhard Klein wird die Texte und Szenen mit der Gitarre umrahmen. Die Vorstellung beginnt um 19.30 Uhr im Gemeindehaus der Liebenzeller Gemeinschaft, Unterer Graben 6 bis 8, der Eintritt ist frei.

Vortrag

Der Theologe Professor Siegfried Zimmer aus Ludwigsburg spricht am Donnerstag, 19. Oktober, ab 19.30 Uhr im Mittelstandszentrum, zum Thema "Was macht die Bibel zu einem besonderen Buch?" Auch diese Veranstaltung kostet keinen Eintritt. stv