Bad Mergentheim

Reformation Deutscher Orden und Lutheraner kamen in Mergentheim häufiger in Konflikt / Der Pfarrer heiratete die Köchin

1817 wurde durch königlichen Entscheid die Schlosskirche Heimat der Evangelischen

Bad Mergentheim.Anlässlich des 500. Jahrestags der Reformation wird im Deutschordensmuseum und in der Schlosskirche über die Auswirkungen der Reformation auf den Deutschen Orden und die Region informiert. So lassen sich verschiedene Verbindungen zwischen Luther, Lutheranern und dem Deutschen Orden aufzeigen.

Auf Luthers Sendschrift "An die herrn Deutschs Ordens, das sie falsche keuscheyt meyden und zur rechten ehelichen keuschheyt greyffen Ermanung" wird in der Ausstellung hingewiesen.

Aufgrund der Predigten des Nürnberger Pfarrers Andreas Osiander ließ sich der Hochmeister des Deutschen Ordens Albrecht von Brandenburg-Ansbach, ab 1522 für die reformatorischen Ideen gewinnen, berichtet der Professor für Kirchengeschichte Thomas Kaufmann. Albrecht von Brandenburg-Ansbach beriet sich 1523 mit Luther in Wittenberg und folgte dessen Empfehlung, die Ordensregeln aufzugeben. Kurz darauf wurde der Hauptsitz des Ordens nach Mergentheim verlegt.

Lutherische Schweden

1632 schenkte Gustav Adolf dem Feldmarschall Horn Mergentheim. Horn ließ gleich die lutherische Religion einführen und zwang Stadtpfarrer Michael Faber am 19. Mai 1632, in der Stadtpfarrkirche lutherischen Gottesdienst zu halten. Deutschordenspriester durften das Deutschordenskreuz nicht mehr tragen. Stadtpfarrer Michael Faber trat am 11. November 1633 feierlich zum lutherischen Glauben über. In der Folge wurde lutherischer Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche gehalten.

Am 4. September 1634 hielten die Deutschritter Oswald Augustin von Lichtenstein und Hund von Laudenbach mit ihren Truppen Einzug in Mergentheim. Gleich darauf mussten alle, die der schwedischen Regierung unterstellt waren und lutherisch geworden waren, die Stadt verlassen. Auch Stadtpfarrer Michael Faber, der seine Pfarrköchin geheiratet hatte, musste gehen. Aus Zorn darüber ließ er das Pfarrarchiv in Flammen aufgehen. 1634 folgte als Stadtpfarrer der Deutschordens-priester Melchior Stolz.

Als Mergentheim 1809 gewaltsam zu Württemberg kam, gelangten auch mehr evangelische Bürger dorthin. Sie wurden zunächst von Pfarrern aus Neunkirchen und Edelfingen betreut. Bevor sie in der ungenutzten Marienkirche die Evangelischen Gottesdienst halten konnten, feierten sie in der wenige Jahre später zum Abbruch freigegebenen Sala terrena des Deutschordensschlosses ihre Gottesdienste. Im Jahr 1817 wurde dann durch königlichen Entscheid die ehemals dem deutschen Orden gehörende Schlosskirche Heimat der Evangelischen. TZe