Assamstadt

Haushalt 2021 vorberaten Pro-Kopf-Verschuldung geht nach unten, doch jeder Cent muss in nächster Zeit zweimal umgedreht werden

Im Rathaus ist künftig Sparen angesagt

Archivartikel

Einstimmig beschloss der Assamstadter Gemeinderat die Haushaltssatzung für 2021. Die Pro-Kopf-Verschuldung sinkt, Investitionen gibt es auch – doch es muss gleichzeitig gespart werden.

Assamstadt. Kämmerer Josef Scherer trug dem Rat die Zahlen für das kommende Jahr in gewohnter Souveränität vor und zeigte auch auf, wo sich die Kommune im Vergleich mit den anderen Städten und Gemeinden im Main-Tauber-Kreis einzuordnen hat. Die Steuerkraftsumme steige auf rund 3,2 Millionen Euro, was pro Einwohner 1431 Euro bedeute (78 Prozent des Landesdurchschnitts). Der Kopfbetrag für die Berechnung der Schlüsselzuweisung reduziere sich auf 1406 Euro.

Verluste einkalkuliert

Bei der Wasserversorgung (minus 1978 Euro), der Abwasserbeseitigung (minus 81 822 Euro) sowie dem Bestattungswesen (minus 15 734 Euro) seien, so der Kämmerer, Verluste einkalkuliert. Erträge erhoffe man sich aus der Grundsteuer A (22 400 Euro), der Grundsteuer B (285 000 Euro), der Gewerbesteuer (425 000 Euro), der Einkommensteuer (1 295 942 Euro), der Umsatzsteuer (270 942 Euro), der Schlüsselzuweisungen (805 992 Euro) sowie dem Familienleistungsausgleich (103 373 Euro). Ans Land flössen 40 203 Euro Gewerbesteuerumlage und 732 530 Euro Finanzausgleichsumlage sowie an den Kreis 928 470 Euro Kreisumlage. An ordentlichen Erträgen werde man 5,08 Millionen Euro haben, dem stehen ordentliche Aufwendungen von 5,467 Millionen Euro gegenüber, was schlussendlich ein Defizit von knapp 390 000 Euro bedeute.

Insgesamt sollen 2021 1,833 Millionen Euro investiert werden, wie der Kämmerer weiter ausführte. Größte Posten seien hierbei die Eigenveranlagung Bauplätze „Sachsengarten“ (410 000 Euro), neues Löschfahrzeug (420 000 Euro), Erschließung Wasserversorgung „Sachsengarten“ (325 000 Euro), Kanalisation „Sachsengarten“ (490 000 Euro), Straßenerschließung „Sachsengarten“ (190 000 Euro), Straßenerschließung Gewerbegebiet „Gamberg“ (150 000 Euro).

Weniger als 1000 Euro

Der Schuldenstand der Gemeinde reduziert sich bis Ende kommenden Jahres von 2,262 Millionen auf 2,151 Millionen Euro, was eine Pro-Kopf-Verschuldung von 962 Euro heißt. Damit würde man nach drei Jahren wieder unter der 1000-Euro-Grenze liegen; der baden-württembergische Landesdurchschnitt betrage 704 Euro pro Kopf. Was die Gewerbesteuer angehe, sei im Vergleich zum Vorjahr ein erneuter Rückgang hinzunehmen. Man müsse abwarten, wie sich die Situation nach Ende der Corona-Krise entwickeln werde. Die Einwohnerzahl bewege sich seit fünf Jahren in etwa auf demselben Level.

Lob für den Kämmerer

„Trotz Investitionen schaffen wir erneut eine Tilgung der Schulden“, bilanzierte Assamstadts Bürgermeister Joachim Döffinger den vorgelegten Etat für das kommende Jahr. Er zollte Kämmerer Josef Scherer ein großes Lob für die detaillierte Ausarbeitung des umfangreichen Zahlenwerks. Mit Blick in die nahe Zukunft hob er hervor, „weiterhin nachhaltig zu arbeiten“. Dies sei der richtige Weg.

Mit Bedacht arbeiten

Für den Gemeinderat schloss sich Silvia Geißler den Worten an und würdigte ebenso das Engagement des Kämmerers. Mit Blick nach vorn meinte sie, dass große Dinge anstünden, die man mit Bedacht angehe wolle. „Die Menschen verstehen nicht, welch große Einnahmequelle in der Sparsamkeit liegt“, zitierte Geißler Marcus Tulius Cicero. Nochmals ergriff Josef Scherer das Wort. Mit Verweis auf finanzielle Lagen in den anderen Kommunen, appellierte er an das Gremium, ein Augenmerk auf Sparsamkeit zu legen. Man solle das Nötigste in den Fokus nehmen, um auch kommende Jahren gut bewältigen zu können.