Assamstadt

Einstimmiger Vorstandsbeschluss „Schlackohren“ machen frühzeitig Nägel mit Köpfen und sorgen so bei Mitgliedern und Narrenvolk für klare Verhältnisse

Fasnachtskampagne komplett abgesagt

Archivartikel

Jetzt ist es offiziell: Die Assamstadter „Schlackohren“ haben aufgrund der Corona-Krise die bevorstehende Fasnachtskampagne frühzeitig komplett abgesagt.

Assamstadt. Kein Rosenmontagsumzug in Assamstadt – dies war in dessen Historie bislang die absolute Ausnahme. Doch wenn die Verantwortlichen dies beschließen, dann muss es einen triftigen Grund geben. Die derzeitige Pandemie sei so einer, teilt Carsten Diehm, Vorsitzender der „Schlackohren“, im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten mit. „Deswegen haben wir uns im Vorstand einstimmig dazu entschlossen, die komplette Saison abzusagen.“ Diese Entscheidung sei alternativlos, schließlich könne augenblicklich noch nicht abgesehen werde, wie sich Corona weiterentwickele. „Die Gesundheit aller steht ganz oben“ – schon allein aus diesem Grund sei es wichtig, frühzeitig Nägel mit Köpfen zu machen.

Einstimmige Entscheidung

Bei der Vorstandssitzung am Mittwochabend sei der Entschluss von allen Mitgliedern des 17-köpfigen Gremiums einstimmig mitgetragen worden. „Es wurde auch nicht groß darüber diskutiert“, lässt Diehm weiter wissen. Man sei sich als Verein der Verantwortung sowohl der Mitglieder als auch der zahlreichen Narren in der Region gegenüber bewusst.

Und was bedeutet diese Entscheidung? Dazu der Vereins-Chef weiter: „Keine Fasnachtseröffnung, kein Prinzenpaar, keine Orden, keinen Umzug, keine Prunksitzungen – nichts. Die Kampagne wird von Vereinsseite aus ersatzlos gestrichen.“ Dies sei man auch all jenen schuldig, die sich Jahr für Jahr mit großem Einsatz ehrenamtlich engagierten: die Wagenbauer, die Aktiven in den Prunksitzungen oder die Gardemädchen. „Jetzt wäre nämlich die Zeit gekommen, in der alle in die Vorbereitungen auf die närrische Saison gestartet wären.“

Rechtzeitig reagiert

Diesbezüglich habe man jetzt rechtzeitig für klare Verhältnisse sorgen wollen. Ärgerlich sei es nämlich dann geworden, wenn die Protagonisten mit ihren Vorbereitungen begonnen hätten – und in wenigen Wochen wäre erst alles abgeblasen worden. Dann wäre aller Einsatz umsonst gewesen.

Ein weiterer Grund für die „Schlackohren“, sich so zu positionieren, sei, dass es schwierig wäre, für alle Veranstaltungen ein Hygienekonzept auszuarbeiten und dieses auch korrekt umzusetzen, erklärt Diehm,

Gerade in der Faschingszeit sei es nicht einfach, sämtliche Narren dazu zu bewegen, sich an alle Vorgaben zu halten. Zudem wäre dies auch eine große Herausforderung für die etwa 350 Mitglieder zählende „Schlackohren“-Familie geworden, da eine stattliche Zahl Ehrenamtlicher zur Überwachung der Hygienevorgaben hätte rekrutiert werden müssen. Jetzt herrsche absolute Klarheit – auch wenn es vielen Narren sicher nicht leicht fallen werde, das Karnevalsoutfit eine komplette Kampagne lang im Schrank hängenlassen zu müssen. Carsten Diehm hätte sich bezüglich der Faschingssaison 2020/21 deutlichere und einheitlichere Signale aus der großen Politik gewünscht. Für ihn habe es den Anschein, „solch eine wichtige Entscheidung werde auf die Veranstalter und damit auf das Ehrenamt abgewälzt.

Assamstadts Bürgermeister Joachim Döffinger indes steht voll hinter dem Beschluss der „Schlackohren“. „So leid es mir tut für die Fasnachtsgesellschaft und die vielen Ehrenamtlichen“, dies sei der augenblicklichen Situation geschuldet. Für ihn habe „die Gesundheit aller Beteiligten, ob Aktive oder närrisches Volk, oberste Priorität“. Außerdem könne auch die Kommune nicht vollends garantieren, dass das Hygienekonzept, wie geplant, umsetzbar sei.

Spontanes Fest denkbar

Der Rathaus-Chef blickt aber auch über den Tellerrand hinaus. „Die Assamstadter sind ein ,Festlesvolk’“, schmunzelt Bürgermeister Döffinger. Deswegen sei er offen dahingehend, falls die Fasnachtsgesellschaft mit der Idee auf ihn zukäme, im Frühjahr oder Sommer, wenn die Corona-Krise eventuell im Griff sei, ein spontanes Fest durchführen zu wollen.