Aschaffenburg

Kriminalität 58-Jährige ließ sich von „Liebe im Internet“ nicht täuschen

Zwei Betrüger festgenommen

Aschaffenburg.Eine 58-Jährige hat sich nicht von einem Betrüger täuschen lassen. Als der Mann, zu dem sie über das Internet eine Beziehung aufgebaut hatte, einen hohen Geldbetrag von ihr forderte, verständigte sie die Kripo. Die nahm nicht nur den Geldabholer, sondern auch einen Hintermann fest. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurden beide vorgeführt und befinden sich in Untersuchungshaft.

Über eine Online-Plattform hatte der Betrüger im April Kontakt zu der 58 Jahre alten Frau aus dem Aschaffenburger Raum aufgenommen. Etwa zwei Monate später, als sich eine vermeintliche Beziehung zwischen den beiden entwickelt hatte, bat der Mann die Frau um Geld. Der angebliche amerikanische Soldat im Auslandseinsatz bat zunächst um kleinere Beträge, Mitte Juli wollte er rund 50 000 Euro von einem Boten in Aschaffenburg bei der Frau abholen lassen. Die 58-Jährige durchschaute zum Glück die Masche des Betrügers und nahm heimlich Kontakt mit der Aschaffenburger Polizei auf.

Der Kriminalpolizei Aschaffenburg gelang dann bei der Geldübergabe die Festnahme eines 39 Jahre alten Mannes, der als Bote fungierte.

Durch geschickte Ermittlungen kamen die Kriminalbeamten auch einem Hintermann auf die Spur, der wenig später in Hamburg festgenommen wurde.

Beide Männer wurden nun auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg beim Amtsgericht Aschaffenburg vorgeführt. Der Ermittlungsrichter erließ gegen das Duo Untersuchungshaftbefehle wegen bandenmäßigem sowie gewerbsmäßigem Betruges. Während die beiden Betrüger in Haft sitzen, geht die Ermittlungsarbeit der Kripo in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft weiter. Ziel ist es, noch weitere Informationen und Hintergrundwissen über die Herangehensweise der Täter zu erlangen.

Die unterfränkische Polizei nimmt die Tat zum Anlass, erneut vor dem Phänomen „Love Scamming“ zu warnen, bei der Frauen über das Internet gezielt angeschrieben und später um Geldsummen betrogen werden.

Die Täter geben meist vor, sich im Ausland aufzuhalten und dort beispielsweise als Soldaten oder Ärzte tätig zu sein. „Sobald Sie aufgefordert werden, Geld zu überweisen oder zu übergeben, sollten Sie hellhörig werden und keinesfalls Geldzahlungen leisten. Sobald Ihnen der Verdacht kommt, der angebliche Partner könnte es nicht nur auf die Liebe, sondern auf Ihre Ersparnisse abgesehen haben, nehmen Sie unbedingt Kontakt zur Polizei auf“, rät die Kriminalpolizei. pol