Ahorn

Verbandsversammlung Dem Zweckverband gehören acht Kommunen an / Haushaltssatzung mit Haushaltsplan 2020 sowie Finanzplanung 2019 bis 2023 beschlossen

Viel Geld in den Hochwasserschutz investiert

Hohenstadt.Der 1997 gegründete Zweckverband „Hochwasserschutz-Einzugsbereich Seckach/Kirnau“ betreibt im Einzugsbereich dieser beiden Gewässer samt ihren Nebenflüssen 16 überörtlich wirkende Hochwasserschutzanlagen mit einem Stauvolumen von insgesamt rund 1,6 Millionen Kubikmeter. Acht Kommunen, verteilt über drei Landkreise, gehören diesem Solidarverbund an.

Als Ortschaft mit dem größten Hochwasserrückhaltebecken hätte die Festhalle in Hohenstadt nicht passender für die Verabschiedung des Technischen Leiters, Dr. Wolfgang Hauck, sein können, die auf Grund der Pandemielage bis dahin nicht möglich war (siehe Extrabericht).

Nüchterne Zahlen

Nach diesem emotionalen Einstieg in die Verbandsversammlung, leitete Vorsitzender Thomas Ludwig zu den nüchternen Zahlen über. Einmütig beschlossen die Verbandsmitglieder die von Geschäftsführer André Kordmann vorgetragene Haushaltssatzung mit Haushaltsplan für das laufende Jahr sowie auch die Finanzplanung 2019 bis 2023 mit Investitionsprogramm.

Der Gesamtergebnishaushalt 2020 weist ordentliche Erträge und ordentliche Aufwendungen in Höhe von jeweils 745 500 Euro aus. Von den Aufwendungen entfallen auf Verwaltung 104 400 Euro, auf Hochwasserschutzmaßnahmen 539 100 Euro und auf Finanzwirtschaft 102 000 Euro.

Den Einzahlungen des Gesamtfinanzhaushalts in Höhe von 1 110 000 Euro stehen Auszahlungen in gleicher Höhe gegenüber. Hiervon entfallen auf überörtliche und lokale Hochwasserschutzmaßnahmen 489 900 Euro. Die Finanzplanung für die kommenden Jahre enthält im Bereich der überörtlichen Hochwasserschutzmaßnahmen die Erweiterung des Rückhaltebeckens Sindolsheim/Kirnau. Soweit die Eckdaten.

Im Rahmen seines Tätigkeitsberichts nannte der Technische Leiter Sandro Frank am Beispiel des Hiffelbachs in Bödigheim die Verbreiterung des Bachlaufs, um im Ereignisfall mehr Raum zu haben. Darüber hinaus wurde durch den bachnahen Bau eines Gehwegs nebst Beleuchtung das Gewässer „erfahrbar“ gemacht, mithin das Ortsbild aufgewertet. Außerdem berichtete er über Modernisierungs- und Erneuerungsarbeiten, besonders die Erneuerung der Leit-Fernwirktechnik als „große Maßnahme“ oder bereits durchgeführte und geplante Probestaue.

Die örtlichen Schutzmaßnahmen in Sindolsheim, Adelsheim und Osterburken seien angedacht, ebenso zwei Probestaue in Hemsbach und Bofsheim. Ein besonderes Anliegen sei ihm die Schulung fachkundigen Personals, expliziert der Stauwärter, denn man müsse für die Zukunft gut gerüstet sein.

Detailliert ging Frank auf den bereits erfolgten Probestau in Bödigheim mit einer Wassermenge von 60 000 Kubikmeter ein. Die hier gewonnenen Erkenntnisse, wie Durchflussmessungen, Abflussbeobachtungen oder Dammwerkanforderungen seien für das weitere Vorgehen von Bedeutung.

Besonders verwies er auf die hierfür erforderlichen Konzepte und unerlässlichen Gespräche mit Anliegern, Landwirten oder Fischpächtern, die es aufzuklären und mitzunehmen gelte.

Den Zuschlag für die Mäh-, Schneid- und Räumarbeiten erhielt mit einer Vergabesumme von 169 407,18 Euro für drei Jahre und zweimal Mahd pro Jahr die MR-Agrarservice GmbH aus Höpfingen.