Ahorn

Ein besonderer Führerschein Neun Teilnehmer errangen das Kutschenfahrabzeichen FA 5 mit überdurchschnittlich guten Ergebnissen

Tierwohl genießt höchsten Stellenwert

Eubigheim.Ziege Mimi steht auf ihrem Felsen und beobachtet ungerührt den Tross aus Pferdekutschen, der an ihr vorbei zieht. Sie haben ihr Ziel, den Pferdehof von Klaus Henrich, gerade erreicht.

Anlass für diese „Karawane“ aus zehn unterschiedlichen Gespannen mit herrlich herausgeputzten Pferden ist das überdurchschnittlich gute Bestehen des Kutschenfahrabzeichens FA 5 mit den Führerscheinen Klasse A und B. Klasse A ist erforderlich für den Hobby-Fahrer, während Klasse B darauf aufbauend für den gewerbetreibenden Gespannfahrer ist.

In Theorie und Praxis wurden neun Teilnehmer aus den Landkreisen Main-Tauber, Neckar-Odenwald, Hohenlohe und Heilbronn von Fahrlehrer Bernd Waldmann aus Altheim unterrichtet, ein sogenannter Basiskurs mit eingeschlossen. „Das ist quasi Pferdekunde“, verdeutlicht Waldmann. Hier erlernt man alles von der Fütterung, Haltung, Pflege bis hin zum „Interieur und Exterieur“, um gleich erklärend hinterherzuschieben, welches Geschirr die optimale Passform bietet, so dass das Tierwohl höchsten Stellenwert genießt.

Überhaupt merkt man ihm die Empathie und Liebe zu den eleganten Vierbeinern stets an, anerkennend wird er gar als „Pferdeflüsterer“ bezeichnet. So erlernen seine Schüler, bevor es auf die Straße geht, die Leinenhaltung mit einem entsprechenden Übungsgerät, um den Tieren keine Schmerzen zuzufügen. Erst wenn dies sitzt, dürfen sie praktische Erfahrungen am Tier sammeln, und es geht über Land sowie in den fließenden Verkehr.

Waldmann, der seine Reit- und Fahrlehrerausbildung am Landesgestüt in Marbach und im Ausbildungszentrum Ansbach absolviert hat, findet auf dem Eubigheimer Pferdehof ideale Unterrichtsbedingungen zum Fahren, Reiten oder Longieren vor. Die von Klaus Henrich zur Verfügung gestellten Pferde sind durch dessen zahlreiche Kutsch- und Planwagenfahrten „prädestiniert für Anfänger“, schwärmt Waldmann. Des Weiteren bietet Henrich verschiedene Gespannarten, die auf dem sich direkt anschließenden Feldwegenetz erprobt und trainiert werden können. Die Leidenschaft für dieses Hobby ist bei sämtlichen Teilnehmern der alters- und geschlechtergemischten Gruppe, die sich selbst lachend als „Pferdenarren“ bezeichnen, durchweg spürbar. Denn anders als ein Fahrrad, das man bequem in der Garage stehen lassen kann, erfordert das Lebewesen Pferd stetige Zuwendung und Beschäftigung.

So hat auch Klaus Henrich nach über 50 Jahren mit Pferden noch immer Freude an der Arbeit und Beschäftigung mit ihnen und kann sich ein Leben ohne diese anmutigen Tiere nicht vorstellen. Früher selbst hoch zu Ross, hat er sich seit Jahren auf seine Kutsch- und Planwagenfahrten verlegt. „Das bringt das Alter mit sich“, so Henrich schmunzelnd.

Außerdem können durch eine Kutschfahrt auch Menschen, die die Pferde scheuen würden, in diesen Genuss kommen.