Ahorn

Leader-Projekte in Badisch-Franken Kirchengemeinde Großeicholzheim-Rittersbach und Rotary Club Wertheim erhalten Förderung

Tastmodell des Klosters und Ort des Austauschs

Zwei Projekte konnten das Auswahlgremium der lokalen Aktionsgruppe Badisch-Franken überzeugen. Die Zahl der bisher beschlossenen Leader-Projekte steigt dadurch auf insgesamt 57 an.

Odenwald-Tauber. Die Zuschusssumme der für das Leader-Förderprogramm eingereichten Projekte umfasst nach Angaben der Verantwortlichen insgesamt rund 343 000 Euro und führt zu einer Gesamtinvestition von rund 710 000 Euro in der Region.

„Durch die jüngste Entscheidungsrunde fördert Leader erneut tolle Projekte, die wichtige Entwicklungsziele der Aktionsgruppe wie Barrierefreiheit, Inklusion und Förderung der Dorf- und Vereinsgemeinschaft unterstützen werden“, erläuterte Vorsitzender Alfred Beetz.

Die befürworteten Projekte wurden inzwischen vom Land ausgewählt und können vorbehaltlich der Zustimmung der Bewilligungsstellen mit der finanziellen Unterstützung des Förderprogramms rechnen.

Neue Projekte

Die evangelische Kirchengemeinde Großeicholzheim-Rittersbach erhält eine Förderung für den Neubau eines Begegnungszentrums in Großeicholzheim. Das Vorhaben überzeugte durch die Einbindung der örtlichen Vereine und die Schaffung eines konsequent barrierefreien Orts des Austausches und der Begegnung. „Durch den Bau soll ein attraktiver Ort des Verweilens für alle entstehen“, so der Antragssteller.

Auch für den Rotary Club Wertheim gibt es Grund zur Freude. Die eingereichte Idee für ein inklusives Tastmodell des Klosters Bronnbach, das im Vorhof der Anlage errichtet werden soll, fand großen Anklang beim Auswahlgremium. Mit dem Modell wird es auch Menschen mit Beeinträchtigungen ermöglicht, Kloster Bronnbach zu erleben. So werden durch das Tastmodell künftig Größe und Dimension der historischen Klosteranlage auf eine neue Weise für alle erfahrbar gemacht.

Vergabe von Restmitteln

Im Leader-Zuschusstopf sind noch Mittel aus der Förderperiode 2014 bis 2020 vorhanden, die nun nach dem „Windhundprinzip“ vom Land vergeben werden. So kommt es auch im Oktober zu einer Ausschüttung von Leader-Mitteln. Umsetzungsreife Projektanträge können laufend eingereicht werden. Zudem stehen wohl auch im nächsten Jahr Fördermittel für größere Vorhaben zur Verfügung.

Die stellvertretende Leiterin der Geschäftsstelle, Kristin März, gab dem Auswahlgremium einen Überblick über die bisher beschlossenen Leader- und Regionalbudgetmaßnahmen. „57 Leader- sowie 36 Regionalbudgetprojekte lösen insgesamt ein Fördervolumen von 3,69 Millionen Euro in die Region aus“, fasste März zusammen. Darunter sind einige Maßnahmen, die erst durch eine Förderung zur Umsetzung kommen konnten.

Berichtet wurde zudem über die Leader-Entwicklungen in Badisch-Franken mit Blick auf die 2020 endende Förderperiode. Aufgrund von Verfahrensverzögerungen auf politischer Ebene werde sich der Start der neuen Förderperiode verschieben. „Wir werden die Zeit der Abwicklung der laufenden Förderperiode bis zum möglichen Start der neuen Förderperiode mit Restausschüttungen aus dem Leader-Topf sowie dem wieder bereit gestellten Regionalbudget 2021 sinnvoll nutzen und weiter spannende Projekte für die Region beschließen“, erklärte Beetz. Mit dem Förderprogramm habe die Region Badisch-Franken bisher ein gutes Instrument an die Hand bekommen, das die Entwicklung in der Region nachhaltig steigern konnte. „Nachhaltige Regionalentwicklung ist allerdings ein stetiger Prozess. So ist es Wunsch und gesetztes Ziel, dass die Region auch zukünftig in einer neuen Förderperiode dabei sein wird, um diese Entwicklung weiter voranzutreiben. Hierzu ist eine Neubewerbung notwendig.“, betonte Beetz abschließend.

Die Versammlung besichtigte zwei Leader-Projekte und ein Regionalbudgetprojekt in Schillingstadt. Der Projektträger stellte die Maßnahmen eindrucksvoll vor. Der „Orientalische Garten Schillingstadt“ sowie das Dokumentations- und Begegnungszentrum stehen ganz im Zeichen der Integration und sind bald fertiggestellt. Ein durch das Regionalbudget geförderter Pfad mit Sitz- und Ruhemöglichkeiten komplettiert die Anlage.