Ahorn

Abwasser Gemeinderat stimmt Satzungsänderung einmütig zu / „Seriöse Kostenkalkulation“

Schmutzwassergebühr in der Gemeinde steigt an

Ahorn.Die Schmutzwassergebühr für Abwasser in der Gemeinde Ahorn wird von 3,30 Euro pro Kubikmeter auf 3,72 Euro erhöht. Die Niederschlagsgebühr bleibt unverändert bei 29 Cent je Quadratmeter versiegelte Fläche. Der Gemeinderat stimmte in seiner Sitzung der Änderung der Abwassersatzung einstimmig zu.

„22 334 Euro Verluste aus dem Jahr 2015 mussten wir in die Abwassersatzung einkalkulieren“, erklärte Kämmerer Klaus Merkert. Die Verluste ergaben sich durch Kostensteigerungen, etwa durch die Überwachungstechnik bei Kläranlagen, durch die Erschließung von Baugebieten, durch die Fortschreibung des Allgemeinen Kanalisationsplans in Berolzheim und Eubigheim, aber auch durch die Personalkostensteigerung. „Die Kalkulation hat all dem Rechnung getragen“, sagte er und meinte: „Wir müssen eine solide, seriöse Kalkulation mit Weitblick machen und brauchen 3,65 Euro pro Kubikmeter, um Kostendeckung zu haben. Im zweiten Schritt muss die Fehlbetragsausgleichsgebühr um sieben Cent beim Schmutzwasser und um einen Cent beim Niederschlagswasser angepasst werden. Für eine vierköpfige Familie bedeutet das eine Gebührenerhöhung von 50 Euro pro Jahr“. Merkert gab zu bedenken: „Wir sind eine kleine Gemeinde und topografisch nicht ideal gelegen. Die Kalkulation muss für drei Jahre reichen. Wenn wir jetzt nicht reagieren, fragt das Regierungspräsidium nächstes Jahr, warum wir es nicht getan haben“.

Auch der Bürgermeister warb um Verständnis: „Gebührenerhöhungen sind nie erfreulich. Doch die Personalkosten steigen, und bei einer Kläranlage ist permanent etwas kaputt. Eine Pumpe, die früher 5000 Euro gekostet hat, kostet heute 10 000 Euro“. Auch wenn die Auflösung der Betriebsstätte Berolzheim nicht die gewünschte Kostenersparnis gebracht habe, sei es immer ein guter Schritt, sich von kleineren Anlagen zu verabschieden. Haas weiter: „Bei den Abwasservorgaben bekommt man alle Nas’ lang die Werte um die Ohren gehauen – da fragt keiner, wie man die erreicht oder macht sich Gedanken, dass ihre Einhaltung Geld kostet.

Der Bürgermeister resümierte: „Als Flächengemeinde ist man eindeutig benachteiligt – viel Fläche, wenig Einwohner und topografisch ein bisschen unglücklich: Das schlägt sich alles im Abwasserpreis nieder. Deswegen fordern die Gemeinden eine Flächenkomponente bei den Finanzzuweisungen. Das steht auch im Koalitionsvertrag drin. Aber wenn es dann an die Wahrheit geht, gibt es alle möglichen Ausreden“. sk