Ahorn

Integrationsprojekt „Orientalischer Garten“ Rohbau des Dokumentations- und Begegnungszentrums in Schillingstadt ist jetzt fertiggestellt

„Ort der Begegnung und der Feste“

Das Integrationsprojekt „Orientalischer Garten“ hat den nächsten Meilenstein erreicht: Der Rohbau des Dokumentations- und Begegnungszentrums mit Café wurde fertiggestellt.

Schillingstadt. Fast auf den Tag genau vor einem ein Jahr war mit dem Spatenstich Baubeginn für das Integrationsprojekt. Jetzt erhebt sich am Orteingang ein imposantes Gebäude. Am Samstag feierten Bauleute und Vereinsmitglieder von „Refugium“ das Richtfest. Als Vertreter der Gemeinde gratulierten Bürgermeister-Stellvertreter Christian Heckmann und Ortsvorsteherin Angelika Gerner zum gelungenen Werk.

In zünftiger Kluft

In zünftiger Kluft trug Zimmerermeister Martin Kraft aus Schweigern den traditionellen Richtspruch vor: „Es floss der Schweiß bei Sonnenglut, gelobt sei Gott, es floss kein Blut.“ Für Letzteres war Vereinsvorsitzender Dr. Steffen Schürle besonders dankbar.

Anfang des Jahres sei noch schwer vorstellbar gewesen, was in den vergangenen neun Monaten gewachsen sei. Nicht nur Sonnenglut, auch Kälte, Schnee und Regen haben die „Baugötter“ – so nennt sich die Gruppe der befreundeten Fachkräfte – und ihre Helfer ertragen.

Nach aufwendigen Fundamentarbeiten bis zu drei Metern Tiefe, war vor Weihnachten die Bodenplatte fertig. Im milden Winter wurden die Erdarbeiten abgeschlossen und die ersten Säulen betoniert. Anfang Februar begannen die Maurerarbeiten.

Großes Lob zollte Steffen Schürle allen am Bau Beteiligten, namentlich Azad Schababo aus Syrien, der als Vollzeitbeschäftigter bei „Refugium“ ein Beispiel für erfolgreiche Integration ist. Mit ihm haben 30 weitere Flüchtlinge aus sieben Nationen an die 2000 Stunden auf der Baustelle gearbeitet. Im Rahmen des Teilhabegesetzes wurde auch schon ein Deutscher erfolgreich in den ersten Arbeitsmarkt zurückgeführt.

Außer den Zimmermannsarbeiten wurden alle Gewerke in Eigenregie ausgeführt. Partner waren dabei Architekt Salvatore Boccagno und Masswerk 5 aus der Großen Kreisstadt Bad Mergentheim, sowie Diplom-Ingenieur Artur Stauch aus Schillingstadt.

650 Quadratmeter Nutzfläche

Auf drei Ebenen hat das Bauwerk eine Nutzfläche von insgesamt 650 Quadratmetern. Im Erdgeschoss entsteht ein Café mit Raum zum Feiern. Auf einer Galerie in der zweiten Etage werden Ausstellungs- und Seminarräume eingerichtet. Eine große Glasfront über zwei Etagen gibt den Blick frei auf den angrenzenden orientalischen Garten. Von der großen Dachterrasse haben die Besucher darüber hinaus einen prächtigen Blick auf die 15 000 Quadratmeter große Parkanlage mit Gartenräumen aus verschiedenen Regionen der Erde, die gegenüber angelegt wurde. „Ein wunderbarerer Ort der Begegnung und der Feste“, steht in der Broschüre von „Refugium“. Wenn alles weiter so gut funktioniert, wird im Herbst 2020 die Einweihung gefeiert.