Ahorn

Kindergarten Schillingstadt Gebäude ist dringend sanierungsbedürftig / Diskussion über Anbau vertagt

Konkrete Entscheidung Ende des Jahres

Ahorn.Die Zukunft des sanierungsbedürftigen Kindergartengebäudes in Schillingstadt entfachte eine längere Diskussion im Gemeinderat. Die Gemeinde Ahorn ist Eigentümer des Hauses, in dem sich im Erdgeschoss der Kindergarten (Träger ist die evangelische Kirchengemeinde) und im oberen Geschoss zwei kleine Wohnungen befinden. Das Gebäude wurde in den 1950er Jahren in der Ortsmitte erbaut.

„Es wird eng“

Im Kindergarten ist eine altersgemischte Gruppe ab zwei Jahren untergebracht. Da die Geburtenzahlen in den vergangenen Jahren gestiegen sind und der Bedarf an Krippen- sowie Ganztagesbetreuungsplätzen generell zunimmt, ist laut Verwaltung zu überlegen, ob ein Anbau für eine weitere Gruppe notwendig beziehungsweise sinnvoll ist. Im Kindergartenjahr 2021/22 werde es „ganz eng mit den jetzigen Räumlichkeiten“, prophezeite Bürgermeister Haas. In einem kurzen Wortbeitrag gab Pfarrer Tecklenburg, der als Zuhörer an der Sitzung teilnahm, zu bedenken, dass man mehr Fläche brauche: „Die Entwicklung geht klar in Richtung Ganztagskindergarten.“

Die Kosten für die Sanierung ohne einen Anbau lägen bei 284 000 Euro, informierte Bürgermeister Haas die Räte. Die Erweiterung durch einen Anbau koste etwa 350 000 Euro, Sanierung und Anbau zusammen würden mit rund 550 000 Euro zu Buche schlagen.

Neubau teurer als Sanierung

Ein Neubau, erwiderte Haas auf Anfrage von Christa Steiner, wäre noch teurer als eine Sanierung. Auch nach einer Sanierung wäre das Gebäude zudem energetisch auf dem neuesten Stand.

Auslöser der Diskussion war der mögliche Anbau, der weitere, jedoch ELR-bezuschusste Kosten nach sich zöge. Das Förderprogramm laufe allerdings nur noch nächstes Jahr: „Wir können es nicht mehr lange hinausschieben“, so Elmar Haas. Doch dem Gemeinderat ging das zu schnell. Solch eine Entscheidung wollte das Gremium nicht ohne Bedenkzeit fällen, zumal manche auch die langen Fahrzeiten – etwa von Buch aus – anführten. „Ein zentraler Kindergarten als Alternative würde bis zu acht Millionen Euro kosten. Durch die dezentrale Struktur ist es zwar nicht immer einfach, aber dafür haben wir vier Kindergärten in der Gemeinde, die wir auch erhalten wollen“, hielt Haas dem entgegen.

Mit einer Enthaltung beschloss der Gemeinderat die Verwaltung mit der Fortführung der Planung zu beauftragen – mit dem Ziel, gegen Ende des Jahres eine konkrete Entscheidung über die Zukunft des Gebäudes zu fällen. sk