Ahorn

Fragerunde Bürger machten von Recht Gebrauch

Don Quijote, Raser und ein AKW

Ahorn.Die knapp 40 Bürger, die die Gemeinderatssitzung im Dorfgemeinschaftshaus von Buch verfolgten, machten rege Gebrauch von ihrem Recht, Fragen an die Verwaltung zu stellen.

Ein Einwohner wollte wissen, wo die Ausgleichsflächen für die Windräder in Buch eingerichtet werden sollen. Bürgermeister Elmar Haas sagte, dass konkrete Flächen festgelegt worden seien. Ihm schwebt dazu eine öffentliche Präsentation vor.

Unterschrift nicht ausgeführt

Bei dieser Gelegenheit erwähnte er, dass er seit über eineinhalb Jahren versuche, das Gutachten für die Windmessung zu bekommen. „Es ist wie der Kampf von Don Quichote gegen die Windmühlen“, sagte er. Das Gutachten sei vom Landratsamt geprüft, doch: „Wenn die Vorgaben der Bundesemissionsschutzverordnung eingehalten werden, ist alles gut, aber man hat kein Anrecht, das auch öffentlich vorgestellt zu bekommen. Ich bin nach wie vor dran und habe auch schon Druck ausgeübt, indem ich die eine oder andere Unterschrift gegenüber dem Windkraftbetreiber nicht ausgeführt habe. Mir wurde zugesagt, dass ich das Gutachten bekomme, aber es muss auch öffentlich erklärt werden“, sagte Haas.

„Wir gehen bald vor die Hunde“

Ein weiterer Bürger bemängelte, dass die Ortsdurchfahrt von Neidelsbach als Umleitungsstrecke diene und dort viele Autofahrer mit 80 oder gar 100 km/h durchrasen: „Wir gehen bald vor die Hunde“. Haas betonte, dass dies keine offizielle Umleitungsstrecke sei und sich die Verkehrsteilnehmer an die Geschwindigkeitsbegrenzung innerorts halten müssten.

Der Einwohner schlug vor, das Tempo auf 30 km/h zu beschränken und Blitzer aufzustellen, „das bringt der Gemeinde Geld“. Haas bot an, ein Schild aufzustellen, das die Geschwindigkeit anzeigt: „Darauf müssten Sie aber aufpassen, denn es könnte wieder geklaut werden“, unkte er.

„Vielfacher Wunsch“

Ob das Projekt „Wohnen mit Gemeinschaft“ in Eubigheim wirklich gebaut werde, wollte eine Bürgerin wissen. „Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch“, antwortete Haas. Der Bebauungsplan liege öffentlich aus. „Ich verstehe nicht, dass man da, wo man etwas Grünes im Ort hatte, so etwas hinbaut“, sagte sie. Ortsvorsteher Roland Englert warf ein, dass in Eubigheim immer der Wunsch nach einer Möglichkeit des altersgerechten Wohnens bestand, zudem hätte es mehrere öffentliche Sitzungen dazu gegeben. Die Zufahrtsstraße wäre zu schmal, hakte die Bürgerin nach, die durch das Heim einen ansteigenden Verkehr erwartet. „Auf schmaleren Straßen wird nicht gerast“, erwiderte Haas.

„Hätte man das nicht woanders hinstellen können?“, fragte sie. „Diese Fläche bekomme ich innerhalb des Ortes nirgends sonst zusammen. Ältere Leute sollen mit dem Rollator noch einkaufen gehen können, das Grundstück muss eine gewisse Größe haben, ortsnah und ebenerdig liegen. Wir können froh sein, dass ein Investor überhaupt bereit ist, da zu investieren. Wir haben das aufgegriffen, es war ein vielfacher Wunsch der Bevölkerung“. Aus dem Gremium kam der Satz: „Es handelt sich hier ja nicht um ein Atomkraftwerk.“

Wer muss streuen?

Ratsmitglied Klaus Häffner erkundigte sich, wer auf den Gehwegen in Berolzheim streuen muss, die nach der Kabelverlegung für den DSL-Ausbau nun kein Gefälle mehr aufwiesen. Das Wasser könne nicht mehr ablaufen.

Wer haftbar ist bei einem Glatteisunfall, wird Bürgermeister Haas bei der Abnahme klären, versicherte er. sk