Ahorn

Friedhof Eubigheim Mit Schaffung von 43 Urnenbaumgräbern wird Veränderungen in der Bestattungskultur Rechnung getragen

Der Trend geht künftig verstärkt hin zum Baumgrab

Archivartikel

Eubigheim.Mit Schaffung von 43 Urnenbaumgräbern wurde den Veränderungen in der Bestattungskultur Rechnung getragen. Der Trend geht eindeutig weg vom Doppelgrab, hin zu Einzeltief-, Grünflächen-, Urnen- oder wie zuletzt festzustellen war, zum Baumgrab. Mussten bei letzterer Bestattungsform die Hinterbliebenen bislang weite Wege in Kauf nehmen, um zu den Ruhestätten ihrer Angehörigen zu kommen, bietet das nun innerhalb des Eubigheimer Friedhofs angelegte Baumgrabfeld die Möglichkeit, auf gepflasterten Wegen zu den Gräbern der Verstorbenen zu gelangen, selbst bei eingeschränkter Beweglichkeit.

„Dies war mir besonders wichtig“, betont Ortsvorsteher Roland Englert, der sich noch gut an ein Gespräch mit einer Seniorin erinnert, die darunter litt, nicht ohne fremde Hilfe zur Grabstätte ihres Familienmitglieds zu gelangen. Dieses Gespräch bildete die Initialzündung, sich dieses Themas anzunehmen und den Bedürfnissen der Hinterbliebenen nachzukommen. Fortan wurden, noch im Vorgängergremium des Ortschaftsrats, Überlegungen angestellt, kontrovers diskutiert, „zig Möglichkeiten durchgesprochen“, verschiedene Friedhöfe und Baumgrabstätten besichtigt, um ein zufriedenstellendes Angebot zu schaffen.

Beim Ortstermin mit Thomas Volk vom Bestattungsunternehmen aus Osterburken wurde die jetzige Lösung geboren. Die Fläche unter den, bei der ersten Friedhofserweiterung in den 1970er Jahren gesetzten, Bäumen wurde gerodet, leicht vergrößert und in Verlängerung der bereits bestehenden Umpflanzung mit Hainbuchen gesäumt. Die vier Bäume bieten nun Platz für 43 Urnen, wobei um drei Bäume je zwölf und um den am Rande stehenden Baum sieben Urnen im Uhrzeigersinn angeordnet werden können.

Englert freute sich, dass man auf diese Fläche habe zurückgreifen können. So fänden auch diese Verstorbenen innerhalb des bestehenden Friedhofgeländes ihre letzte Ruhe. Oft werden, verbunden mit einem Spaziergang, verschiedene Gräber von Familienmitgliedern und Freunden besucht, die sich nun alle im Friedhof befänden, so dass keine Bestattungsform priorisiert oder geringer geschätzt werde. Auch Bürgermeister Elmar Haas begrüßte diese weitere Wahlmöglichkeit, passe diese doch „wunderbar in diese naturbelassene Ecke“, wenngleich sie sich dennoch im traditionellen Friedhof befinde. Haas erinnerte an die zahlreichen Gespräche und Termine, die zu diesem guten Ergebnis geführt hätten und freute sich über die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Ortschaftsrat.

Ein dreiteiliger, leicht schrägstehender Gedenkstein, gestiftet vom Steinmetzbetrieb Schweizer aus Boxberg, verbindet diese zeitgemäße Bestattungsform mit der überlieferten Friedhofskultur und schafft eine würdevolle Atmosphäre.

Der aus alpensilber und schwedisch-schwarzem Granit farblich abgesetzte Gemeinschaftsgrabstein wird von einem schlichten Bronzekreuz geziert. Die ebenfalls aus Bronze gefertigten Schriftzüge stellten den Fachmann vor große Herausforderungen. Denn „es werden 43 Bestattungen vorgenommen, die auch alle ihren Platz auf der Steintafel finden müssen“, erklärte Steinmetz Wolfgang Schweizer. Zudem sei man hinsichtlich der Größe der Granittafel auch ästhetisch an Grenzen gestoßen. Dennoch sei es vereint gelungen, eine angemessene Lösung zu finden. Nachdem die ersten Begräbnisse bereits erfolgt seien, habe man die veränderten Bedürfnisse der Bevölkerung erkannt und ihnen entsprochen.