Ahorn

Einstimmiger Gemeinderatsbeschluss Vereinbarung zwischen dem Abwasserzweckverband Hardheim-Höpfingen und der Gemeinde Ahorn

Buchs Abwasser wird nach Hardheim gepumpt

Archivartikel

Das Abwasser des Ahorner Teilorts Buch soll künftig in Hardheim geklärt werden.

Ahorn. Einstimmig votierte der Gemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung am Dienstagabend in der Eubigheimer Turnhalle für den Abschluss der Vereinbarung zwischen dem Abwasserzweckverband Hardheim-Höpfingen und der Gemeinde Ahorn bezüglich eines Anschlusses der Abwasserbeseitigung des Ortsteils und der Kläranlage Buch an die Anlage in Hardheim

Mehrfach erläutert

Die Problematik der Abwasserentsorgung des Ortsteils Buch wurde bereits in mehreren Ratssitzungen ab Dezember 2018 erläutert (wir berichteten mehrfach). Das Abwasser wird in einer Freispiegelleitung von der jetzigen Kläranlage zunächst in den Hardheimer Ortsteil Gerichtstetten und von dort weiter der Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Hardheim-Höpfingen zugeführt. Hierfür wurde bereits ein Zuschussantrag gestellt und bewilligt.

In einer Pressemitteilung des Landes Baden-Württemberg wurde die Landesförderung für den Anschluss des Gemeindeteilorts Buch an die Kläranlage des Abwasserzweckverbands Hardheim-Höpfingen und eine rund 3,7 Kilometer lange Freispiegelleitung in Höhe von 1,5 Millionen Euro bekräftigt. Nach Verlautbarung dieser Mitteilung des Landes werde die sanierungsbedürftige Kläranlage in Buch nach Umsetzung dieser Maßnahme stillgelegt.

Die Kläranlage der etwa 380 Einwohner zählenden Ortschaft Buch ist seit 1983 in Betrieb und entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Sie bedarf einer grundlegenden Sanierung. Vor diesem Hintergrund hatte die Stadt Ahorn bereits 2008 eine Abwasserkonzeption erstellen lassen, in der drei verschiedene Varianten untersucht wurden: Erhalt der Kläranlagen Eubigheim-Hohenstadt, Buch und Schillingstadt, Überleitung des Abwassers aus Buch zur Kläranlage Eubigheim-Hohenstadt oder Ableitung des Abwassers aus Buch zum Ortsteil Gerichtsstetten des Abwasserzweckverbands Hardheim-Höpfingen, wobei sich letzte Maßnahme als die voraussichtlich wirtschaftlichste Lösung herausgestellt habe.

Für die Abwasserkonzeption gewährte das Land seinerzeit einen Zuschuss in Höhe von knapp 45 000 Euro, was einem Fördersatz von 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben entsprach. Durch den Anschluss entstehen der Gemeinde Ahorn nach Abzug des zugesagten Landeszuschusses einmalige Kosten in Höhe von 380 500 Euro sowie ein laufender Betriebskostenanteil von circa 11 000 Euro jährlich. Eine anteilige Beteiligung an Bau- und Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Leitungen und Anlagen durch das Erftal erfolgt nach Anfall.

Auftrag erteilt

Ebenso übereinstimmend erteilte das Ratsgremium den Auftrag an die Gemeindeverwaltung, eine gemeinsame Vereinbarung mit den Gemeinden Rosenberg und Walldürn hinsichtlich der Vergabe von Ingenieurleistungen für eine Kläranlagenkonzeption zu treffen sowie die Kosten im Haushalt 2021 einzustellen.

In Abstimmung mit der Unteren Wasserrechtsbehörde des Neckar-Odenwald-Kreises beabsichtigt die Gemeinde Ahorn eine Überprüfung ihrer künftigen Organisation der Abwasserbehandlung. Dies betrifft vornehmlich die Kläranlage in Eubigheim/Hohenstadt, die insoweit überprüft werden soll, ob eine Sanierung der Anlage oder eine Ableitung zu einem anderen Standort rechtlich möglich und wirtschaftlich sei. Nachdem auch auf der bestehenden Kläranlage in Rosenberg und in der Anlage in Altheim Überprüfungsbedarf besteht sowie diese in räumlicher Nähe zu Ahorn liegen, ist eine wirtschaftliche Darstellung einer gegebenenfalls möglichen Ableitung zu einer bestehenden und noch zu erweiterten Anlage nach Rosenberg denkbar.

Nach Gesprächen der beteiligten Verwaltungen von Rosenberg, Ahorn und Walldürn wurde unter Federführung der Gemeinde Rosenberg ein Angebot für ein entsprechendes Gutachten eingeholt. Das Angebot beinhaltet die Zustandsbewertung der bestehenden Anlagen, eine Variantenuntersuchung möglicher Ableitungstrassen, eine Ausbauvariante der Kläranlage Rosenberg sowie Kostenschätzungen.

Die Gesamtsumme für alle drei Kommunen für das Strukturgutachten würde sich auf rund 90 000 Euro belaufen. Nach Aussage des Landratsamtes besteht die Möglichkeit einer 50-prozentigen Förderung über die Förderrichtlinie Wasserwirtschaft. Das Strukturgutachten ist zwingende Voraussetzung für einen späteren Antrag zur Förderung möglicher Baumaßnahmen.

Die Verwirklichung der Untersuchung ist für 2021 vorgesehen. Ausgehend von der Angebotssumme und einer möglichen Förderung von 50 Prozent würde bei den drei beteiligten Kommunen ein Eigenanteil von insgesamt etwa 45 000 und damit jeweils 15 000 Euro verbleiben. Die Kosten werden für den Haushalt 2021 eingeplant.