Ahorn

Vor 20 Jahren aus der Taufe gehoben Der „Jugendraum Eubi’99“ feiert am Wochenende seinen 20. Geburtstag / Die ersten Vorsitzenden blicken auf die Anfänge zurück

Anlaufpunkt für zwanglose Treffen

Grund zum Feiern gibt es beim Jugendclub Eubigheim: Die beliebte Einrichtung feiert ihren 20. Geburtstag.

Eubigheim. Sie sitzen da, schmunzeln und schwelgen in Erinnerungen. Sie, das sind Simone Strenkert und Steffen Berner, die ersten Vorsitzenden des „Jugendraum Eubi’99“, der am Wochenende seinen 20. Geburtstag begeht.

Geschätzte Einrichtung

Beide, obwohl längst dem Jugendraumalter entwachsen, schätzten und schätzen diese Einrichtung sehr. Denn hier machten sie wertvolle Erfahrungen und erwarben Kompetenzen, die sich positiv auf ihr späteres Leben sowie das Dorfleben auswirkten. So kommt die Weitsicht des damaligen Bürgermeisters Alois Hafner und des damaligen Ortsvorstehers Klaus Henrich letztlich der Ortschaft zugute.

„Es war mir ein Anliegen, der Jugend einen Anlaufpunkt zu schaffen, an dem sie sich zwanglos treffen können“, erinnert sich Klaus Henrich.

Die Anfänge lagen im Schwesternhaus der katholischen Pfarrgemeinde, das den Jugendlichen einen Raum bot, in dem sie plauderten, Karten spielten oder ferngesehen haben, schlichtweg sich trafen und wo sie oft schon nach dem Unterricht und den Hausaufgaben den Nachmittag zusammen gestalteten.

Mit dem Hallenanbau bot sich die Gelegenheit, den Raum aus dem alten Gebäude mitten im Ort in ruhigere Gefilde zu verlegen, die außerdem mehr Platz und Parkplätze boten. „Das war die richtige Entscheidung“, so Henrich, der ehrenamtlich federführend für die Baumaßnahme verantwortlich war. Ob Maurer- Fliesen- oder Installationsarbeiten, alles wurde in Eigenleistung errichtet und mittels Unterstützung der Eltern und Jugendlichen fertiggestellt.

Das neue Domizil eröffnete auch neue Möglichkeiten, wie etwa Bands zu engagieren, Partys zu veranstalten und diese eigenverantwortlich zu organisieren, beginnend von der Ausschankgenehmigung über die Helferliste bis hin zum Putzen am Tag danach.

„Wir hatten legendäre Partys“, schwärmt Steffen Berner und erinnert sich an „ErnaP.“, eine Ärzte Cover Band. Und Simone Strenkert schiebt lachend hinterher „das passte voll zu unserer Sturm- und Drangzeit“.

Die Jugendlichen haben sich im Laufe der zwei Jahrzehnte verändert, die Spielkarten wurden von der Dartscheibe abgelöst, die Knabbereien vom Döner oder durch gemeinsames Grillen ersetzt, geblieben ist indessen das Gespräch, das Aufeinanderzugehen, die Partys oder gemeinsame Unternehmungen wie Kart fahren, Kutschfahrten oder die schon traditionelle Maiwanderung.

Fester Anlaufpunkt

Besonders schätzen sie „ihren“ Jugendraum als festen Anlaufpunkt, besonders zur Weihnachtszeit, wenn viele, die zum Studieren oder Arbeiten weg sind, sich mit ihren Freunden und alten Bekannten treffen können. Die alters-, schul- oder wohnortübergreifende Kommunikation wird hierdurch gepflegt und gestärkt und fördert somit die Identifikation mit der Heimatgemeinde.

„Wir haben in jedem Ortsteil einen Jugendraum und möchten den jungen Menschen etwas bieten, damit sie sich hier wohl fühlen“, bekennt sich Bürgermeister Elmar Haas zu diesen Einrichtungen. Auch Ortsvorsteher Roland Englert, von Amts wegen zuständig für den Jugendraum und jederzeit Ansprechpartner für die Mitglieder, findet die selbstständige Verwaltung wichtig. „Denn so lernen sie Verantwortung zu übernehmen für sich, ihre Freunde und diese Einrichtung. Sämtliche Verantwortlichen sind in Vereinen, der Feuerwehr oder der Kommunalpolitik engagiert und bewegen etwas im Ort“, freut sich Englert. Von der Verantwortung für andere, die nicht so privilegiert aufwachsen dürfen, zeugen die Spendenaktionen für Jugendliche auf den Philippinen und in Südafrika. „Wir haben viel gelernt, haben argumentiert, organisiert, unsere Veranstaltungen optimiert und wenn’s Schwierigkeiten gab, wussten wir immer, woher wir Unterstützung bekamen“, so Strenkert rückblickend.

Freude übers Wiedersehen

Nun freut sich die gesamte Eubigheimer Jugendraumfamilie der letzten beiden Jahrzehnte auf das Wiedersehen und um es mit Berners Worten auszudrücken „da denken alle am Montag schon an das Wochenende“.