Ahorn

„Jugendraum Eubi“ Geld geht an Simone Langer und Tobias Berberich, die Hilfsprojekte unterstützen

1300 Euro, die den Ärmsten helfen

Eubigheim.„Wir sind total überwältigt von diesem super Ergebnis“, strahlen die Vorsitzenden des „Jugendraum Eubi“, Ralf Hefner und Timo Karaschewski sowie Kassierer Gregor Englert, um die Wette. Denn auf ihren Spendenaufruf hin kamen sage und schreibe 1300 Euro zusammen. Doch der Reihe nach.

Party war nicht möglich

Das Coronavirus hat, wie so vieles, auch die traditionelle Spendenparty des Jugendraums am ersten Weihnachtsfeiertag durcheinandergewirbelt, um genau zu sein, unmöglich gemacht. Dies passte den Dreien gar nicht, hatten sie doch in den vergangenen Jahren stets die Hilfsprojekte zweier gebürtiger Eubigheimer unterstützt, die sich speziell um Kinder und Jugendliche kümmern.

Und diese können jedwede Zuwendung gebrauchen, aktuell sogar mehr denn je. Denn die Ärmsten der Armen litten unter der Pandemie noch stärker.

So riefen sie kurzerhand die Bevölkerung zur coronakonformen, kontaktlosen Weihnachtsspendenaktion auf – und deren Ergebnis übertraf all ihre Erwartungen. Die beträchtliche Summe von 1200 Euro kam innerhalb weniger Stunden zusammen. Ein starkes Zeichen, wie sehr den großzügigen Spendern die Hilfsprojekte von Tobias Berberich und Simone Langer am Herzen liegen. Letztere kümmert sich seit vielen Jahren nahe des Krüger-Nationalparks in Südafrika, wo sie ihre zweite Heimat gefunden hat, um bedürftige Familien, wobei das Wort „Familie“ weit aufzufassen sei. Sämtliche Konstellationen seien denkbar, ob großer Bruder und kleine Schwester, Großmütter mit Enkelkindern, die Mütter oft alleinerziehend oder verwaiste Kinder bei befreundeten Familien. Zwar mühten sich, die Frauen redlich, durch den Verkauf von Handgefertigtem ihren Lieben ein bescheidenes Einkommen zu sichern, doch im Krankheitsfalle habe dies unweigerlich zur Folge, dass die Familie Hunger leide.

Segensreiche Hilfe

ie segensreich sei es da, wenn Langer sie mit Essenspaketen unterstütze. Auch „After-School-Projekte“, also Betreuungs- und Freizeitangebote nach der regulären Unterrichtszeit, die Übernahme der Anmeldegebühren für das College und dergleichen bieten ihren Schutzbefohlenen Rückhalt und Hilfe. „Simone ist begeistert“, berichtet ihr Bruder Matthias, der stellvertretend die Spende in Höhe von 650 Euro entgegennahm – und sie freue sich sehr über das, was in ihrer Heimat von den jungen Menschen auf die Beine gestellt wurde.

Tobias Berberich, den nach einem Freiwilligen sozialen Jahr in den Slums von Manila die Not der Familien nicht mehr los ließ, gründete den gemeinnützigen Verein „Paaralang Pag-Asa – Die Schule der Hoffnung.“ Dieser ermögliche Kindern und Jugendlichen durch eine fundierte Bildung ein besseres Leben. Ein qualifizierter Abschluss gewährleiste ein permanentes Einkommen und ebne so den Weg aus der bitteren Armut. Andernfalls fristeten die jungen Menschen ihr Leben als Tagelöhner. Mithin bekämen sie nur ein geringes Einkommen, wenn es etwas zu tun gebe.

Aktuell erhielten 103 Jugendliche aus den Slums von Manila ein Stipendium, etwa 40 davon erreichten jährlich ihren Abschluss. Gerade in den Slums seien die Menschen von der Pandemie besonders hart betroffen, fehle es an fließend Wasser sowie den nötigsten Hygieneartikeln. Darüber hinaus sei es einer mehrköpfigen Familie, die in einen einzigen Raum lebe, unmöglich Abstand zu halten. „Im März wurde infektionsbedingt das Müllsammeln verboten“, berichtet Berberichs Vater Benno, der stellvertretend für seinen Sohn, der mit seiner Familie in Erlangen lebt, die 650 Euro entgegennahm. Was sich sinnvoll anhöre, bedeutete indessen für die Armen, dass sie keinerlei Einkommensquellen mehr hatten. Zwangsläufig mussten diese mit Nahrungsmittelpaketen unterstützt werden.

Als Berberich vom Engagement der Jugendraummitglieder erfuhr, war er „mega begeistert“, erinnern sich die drei Verantwortlichen. Die persönliche Bekanntheit und auch die Gewissheit, dass jeder Euro eins zu eins den Bedürftigen zugutekomme, fördere die Verbundenheit mit diesen beiden außergewöhnlichen Hilfsprojekten.

Wie groß diese in der Bevölkerung ist, zeigen die Spenden zweier Personen, die zufällig beim Fototermin mit unserer Zeitung für diesen Bericht vorbei kamen, spontan ihre Geldbörsen öffneten und die Spendensumme auf 1300 Euro erhöhten. Auch ein Zeichen für die Verankerung der Jugendlichen in ihrer Ortschaft und ein Vertrauensbeweis für ihr Engagement. een