Adelsheim

Im Gemeinderat Einführung der „Onleihe“ beschlossen / „Ein gutes und faires Angebot“

Überall, rund um die Uhr und mit jedem Gerät Medien leihen

Archivartikel

Sennfeld.Die Stadtbücherei Adelsheim führt einstimmig die „Onleihe“ ein. Das hat der Gemeinderat am Montagabend in der Sennfelder Festhalle beschlossen. Dafür ist ein Beitritt zum Verein „Metropolbib“ erforderlich.

Neue Nutzer gewinnen

Petra Berger, die die Stadtbücherei mit Herzblut leite, so Bürgermeister Wolfram Bernhardt, stellte das Konzept und die Kosten im Detail vor. Die „Onleihe“ erlaube es, mit dem gemeinsamen Leseausweis des Vereins zu jeder Zeit, an jedem Ort und auf jedem Gerät E-Books, E-Magazines, E-Audios und E-Paper auszuleihen, sowie die digitalen Informationsportale Brockhaus Enzyklopädie, das Munzinger Archiv und Press Reader zu nutzen. Petra Berger verspricht sich von der „Onleihe“ und der „zukunftsfähigen Art, Bücher zu leilesen und Medien zu nutzen“ weiter steigende Ausleihzahlen, die Rückgewinnung abgewanderter Nutzer, einen Mehrwert für alle sowie allgemein einen Imagegewinn für die Bücherei und die Stadt. Ihr Fazit: „Ein gutes und faires Angebot.“

Ebenfalls bewilligt wurde die beantragte Beschaffung von sechs bis zehn digitalen Endgeräten für die Stadtbücherei. Die vorgesehenen Tablets oder E-Book-Reader sollen für die Nutzung der „Onleihe“ sowie für Projektarbeiten im Bereich Medienkompetenz und Bibliotheksführungen in Zusammenarbeit mit Schulklassen und Kindergärten eingesetzt werden. Zu den Gesamtkosten von maximal 11 731 Euro bekommt die Stadtbücherei im Jahr des „Onleihe“-Starts und der Anschaffung der mobilen Endgeräte eine 75-prozentige Förderung, also rund 8799 Euro, aus dem Soforthilfeprogramm für zeitgemäße Bibliotheken im ländlichen Raum „Vor Ort für alle“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Wie Petra Berger berichtete, war das im Mai aufgelegte Programm innerhalb kürzester Zeit überzeichnet, doch: „Wir hatten Glück, wir waren in der ersten Stunde dabei.“ Der Eigenanteil von 25 Prozent oder 2933 Euro könne größtenteils durch Spenden finanziert werden.

Folgekosten sind einzuplanen

Allerdings entstehen durch die Einführung der „Onleihe“ auch jährliche Folgekosten von aktuell etwa 2650 Euro, weswegen der Gemeinderat grundsätzlich über die Einführung der „Onleihe“ entscheiden sollte. Stadtrat Bernd Hofmann regte an, zu prüfen, ob dieser Betrag aus der neuen Ingeborg-Bertin-Stiftung finanziert werden könne. Bürgermeister Bernhardt erklärte, darüber müsse der zu gründende Stiftungsrat entscheiden.