Adelsheim

JVA Adelsheim Langjähriger Vollzugsdienstleiter Dieter Pfaff in den Ruhestand verabschiedet

Trotz der Erfolge immer bescheiden geblieben

Adelsheim.Nach 40 Jahren und zwei Monaten neigte sich vor wenigen Tagen eine Bilderbuch-Vollzugskarriere in der JVA Adelsheim dem Ende entgegen. Unter dem Beifall vieler Kollegen aller Dienste und musikalisch umrahmt von den „Knastigallen“ würdigte Anstaltsleiterin Katja Fritsche die Laufbahn und das Engagement des Vollzugsdienstleiters Dieter Pfaff an seinem letzten Arbeitstag.

Erfolgreicher Werdegang

„Sie haben ihre gesamte Dienstzeit dieser Jugendvollzugsanstalt gewidmet und sich bis zum letzten Tag für den uniformierten Dienst und die Belange der gesamten Anstalt eingesetzt!“ Dies sei ihm aufgrund seiner vielseitigen Fähigkeiten bestens gelungen, was sich in seinem überaus erfolgreichen Werdegang widerspiegele. Nach überdurchschnittlich erfolgreicher Vollzugs-Ausbildung sei der gelernte Bürokaufmann ab 1981 zunächst in den Häusern des Regelvollzuges tätig gewesen, danach viele Jahre in Stabsstellen und der Dienstplanung. Ab 1990 habe er als Ausbildungsleiter Verantwortung für den Berufsnachwuchs übernommen, bevor er ab 1999 zehn Jahre als stellvertretender Vollzugsdienstleiter und seit 2009 als Vollzugsdienstleiter die Geschicke des „uniformierten Dienstes“ geleitet habe.

Der frühere Anstaltsleiter Sandmaier habe ihn bereits 1983 gegenüber dem Justizministerium als „einen der fähigsten und zuverlässigsten Mitarbeiter“ der JVA gelobt. Dabei habe er nicht nur Durchsetzungsfähigkeit erkannt: Seinen Arbeitsstil beschrieb er als sehr kooperativ, äußerst gewissenhaft und sorgfältig, weshalb der „hervorragende Beamte“ zu fördern sei. Dies sei in Folge völlig zurecht geschehen.

„Sie haben im Lauf ihres Justizberufslebens das Maximale geschafft, was man in dieser Laufbahn erreichen kann. Ihnen gelang ein Aufstieg in den gehobenen Dienst“, fasste Fritsche die von sieben Beförderungen geprägte Karriere zusammen.

Nie in den Vordergrund gedrängt

„In all den Jahren waren sie eine verlässliche Größe: souverän, pflichtbewusst, immer gut vorbereitet und vorausschauend, das Große und Ganze im Blick habend.“ So habe sie ihn als Vollzugsdienstleiter erlebt und schätzen gelernt. Er habe sich nie in den Vordergrund gedrängt und dennoch sei er – nicht nur aufgrund seiner Größe – unübersehbar und präsent gewesen, vor allem aber an erster Stelle bereit, Verantwortung zu übernehmen und das Notwendige zu tun. Dabei habe er klar und deutlich gesagt, was er denke, ohne viele Worte zu brauchen. „Sie konzentrierten sich auf das Wesentliche und sind trotz ihrer Erfolge immer bescheiden geblieben.“

Mit Übergabe der Ruhestandsurkunde, des Pensionärsausweises und den Worten: „Sie haben Großes geleistet“ würdigte die Anstaltsleiterin Pfaff für seinen „unermüdlichen Einsatz“. Seiner Frau Maria, die er einst in der JVA kennengelernt hatte, dankte Fritsche für den großen Rückhalt mit einem Blumenstrauß. Der Ravensteiner dürfe sich nun vor allem seiner Familie, den Enkeln und seinen sportlich-naturverbundenen Hobbys widmen. „Sie hinterlassen ein ,bestelltes Feld’ und können jetzt die Uniform mit gutem Gewissen, Stolz und Dankbarkeit in den Schrank hängen.“ Anschließend ließ Vollzugsdienstleiter a.D. Edgar Schwab, der Vorgänger Pfaffs, gemeinsame Erinnerungen aufleben und dankte seinem Freund, dass man eine lange Strecke des „neuen Weges“ gemeinsam gegangen sei und den Geist des Jugendstrafvollzuges bewahrt habe.

Sichtlich berührt dankte Pfaff für die Glückwünsche und Geschenke – unter anderem eine in den JVA-Werkstätten gefertigte „Rentner-Bank“.