Adelsheim

Kindertheater im Kulturzentrum „Blinklichter Theater“ war mit Janoschs Traumstunde zu Besuch / Geschichten übers Kranksein und Gesundwerden

Tiger-OP ist Chefsache für Dr. „vet. med. Wurst“

Archivartikel

Adelsheim.Für große Freude sorgte die Theateraufführung des „Blinklichter Theaters“ von Janoschs „Ich mach dich gesund, sagte der Bär“ im Kulturzentrum, die viele kleine und große Besucher anlockte. „Eine Geschichte über das Kranksein und vor allem das Gesundwerden, die Kindern auf spielerische Weise die Angst vor Arzt und Krankenhaus nimmt“ ist das Ziel von Wolfgang Messner, studierter Theaterpädagoge und Mitspieler des „Blinklichter Theaters“ aus St. Leon-Rot.

Mit seinen Kollegen, den Puppen mit Stofftiercharakter, nahm Wolfgang Messner alias „Dr. vet. med. Wurst“ die Zuschauer mit durch das Stück, in dem er selbst nicht nur als Puppenspieler, sondern auch als Oberarzt fungierte, der den kranken Tiger im Tierkrankenhaus behandelte. Denn: „Tiger-OP ist Chefsache.“ Aufmerksam verfolgten die kleinen und großen Zuschauer den Leidensweg des Tigers, der mit verrutschtem Streifen aus dem Wald zurückkam und durch seinen Freund, den Bären, fachmännisch verbunden wurde. Leider ging es dem Tiger immer schlechter und auch seine weiche Kuscheldecke und die Erlaubnis, auf dem Sofa zusammen mit dem Bären schlafen zu dürfen, verbesserten seinen Zustand nicht. Deshalb verwandelte sich die selbstgebaute Kulisse vom liebevoll eingerichteten Zuhause mit Ofen der beiden Protagonisten irgendwann in das Tierkrankenhaus; mit einer großen Liebe zum Detail zeigten sich die unterschiedlichen Atmosphären der zwei Räumlichkeiten.

Viel kindgerechter Humor

Mit viel kindgerechtem Humor, der auch die Großen auflachen ließ, wurden die Zuschauer mit direkten Fragen in das Stück eingebunden. Einige Freiwillige durften durch aktives Mitspielen Teil des Schauspiels werden, so auch Nico Nied, der Dr. Wurst als Narkosearzt „Dr. Hammerfrosch“ mit überdimensionalem Schaumstoffhammer unterstützen durfte.

Im Krankenhaus selbst musste der kleine Tiger sämtliche bekannten Untersuchungen über sich ergehen lassen, die auch großen Kranken Angst machen können. Am Ende stellten sie sich jedoch als harmlos heraus, da sich alle Ärzte und Schwestern sehr viel Mühe mit dem Tiger gaben. Auch seine Freunde beruhigten ihn durch ihre Anwesenheit. Das Röntgen selbst war wie ein magischer Vorgang und ließ die Kinder staunen.

Natürlich durfte auch die altbekannte Tigerente nicht fehlen, die laut schnatternd immer wieder auftauchte und alles, was der Tiger im Krankenhaus erlebte, mitmachte. Eine Spritze, die tatsächlich „geladen“ war, gehörte ebenfalls zur Behandlung; die vorderste Zuschauerreihe wurde nass gespritzt, den Tiger selbst versetzte sie in einen tiefen Schlaf, in dem er ärztlich versorgt wurde.

Immer an Tigers Seite waren seine Freunde, der Bär, Tante Gans und der Hase mit den schnellen Schuhen, die ihm den dreitägigen Krankenhausaufenthalt mit Besuchen, kleinen Geschenken und mitgebrachten Süßigkeiten im Nu vergehen ließen und ihm jede Angst nahmen. Auch das Kranksein hat seine guten Seiten, die einen umso schneller gesundwerden lassen. Der genesene Tiger wurde entlassen und daheim von all seinen Freunden empfangen.

Langeweile kommt beim „Blinklichter Theater“ nicht auf, denn durch die ständige Einbeziehung des Publikums in das Stück verging die Stunde wie im Flug.

Mehr Raum für Theater

Und Wolfgang Messner kann, auch wenn er nur „6 unterschiedliche Stimmen für 7 Puppen auf Lager hat“, sicher sein, dass er wieder von Tanja Berger, der Leiterin der Adelsheimer Stadtbücherei, eingeladen wird, um eines seiner Stücke zum Besten zu geben. Mit solch einer Umsetzung vom Buch zum Theaterstück kann sich Edith Gerner, Leiterin des evangelischen Kindergartens, sicher sein, dass ihr „Anliegen, dem Theater eine Besonderheit im vom Fernsehen und Computer geprägten Alltag einzuräumen“, bei den Kindern auch weiter auf großen Zuspruch stoßen wird. vds