Adelsheim

Katholischer Kindergarten „Don Bosco“ Adelsheim Zwischenbilanz nach 25 Wochen „Corona-Zeit“ / Gute Zusammenarbeit mit den Familien

Team geht ein Stück krisenerprobter in die Zukunft

Adelsheim.25 Wochen „Corona- Zeit“ sind im katholischen Kindergarten „Don Bosco“ schon vergangen: Für das Leitungsteam ist das ein Anlass, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Oftmals wurde das Erzieherteam des Kindergartens Don Bosco in der Anfangszeit gefragt „Was macht ihr denn aktuell im Kindergarten, so ohne Kinder? Ihr habt doch bestimmt frei.“ So war das aber nicht. Diese besondere Zeit hat neben sehr vielen zusätzlichen Verwaltungsarbeiten für die Einrichtungsleitung auch jede Menge neue Herausforderungen im Kindergartenalltag mit sich gebracht, berichtet das Leitungsteam um Gudrun Stein.

Umstrukturierung war ein Kraftakt

Gestartet wurde im März mit Aktionen im Haus: Großputz der Räume inklusive Spielmaterial, mit Umstrukturierungen und Entrümpelungen. „Das war ein Kraftakt“, so Gudrun Stein. Zeitgleich kamen die ersten konkreten Anweisungen, wie es in den Kitas weitergehen würde. Als klar war, dass die Einrichtung weiter für den Normalbetrieb geschlossen bleibt und eine Notbetreuung eingerichtet werden soll, teilte sich das 15-köpfige Erzieherteam auf in Betreuung vor Ort und in Homeoffice.

Für die Erzieherinnen, die die Notbetreuung vor Ort übernahmen, bedeutete das täglich Flexibilität und äußerst aufwendige Hygienemaßnahmen. Ein sensibler Umgang mit den Kindern und Familien in dieser Zeit war ein großes Ziel. In kleinen Kindergruppen lernten die Fachkräfte den Alltag mit Corona kennen, meisterten behutsame Ein- und Umgewöhnungen und stellten sich täglich darauf ein, neue Vorschriften umzusetzen.

Der andere Teil des Teams stellte sich der Herausforderung „Homeoffice“. Sie erarbeiteten neue Wege, um mit den Familien zu kommunizieren und so die Eltern auf dem Laufenden zu halten. Weiter wurden zurückliegende Aktionen reflektiert, neue Konzepte erarbeitet, Kleingruppen gebildet und gelernt, mittels Telefonkonferenzen Aufgaben zu erarbeiten. Ebenfalls nahmen alle Kollegen an einer Hygieneunterweisung per Video- beziehungsweise Telefonkonferenz teil.

Die Sprachfachkräfte standen weiter im Austausch mit der Fachberatung und blieben so auf dem neuesten Stand. Das ganze Team nahm online an einer Evaluation des Bundesprogramms „Sprach-Kita“ teil. Im Juli fand dann ein Online- Webinar statt, an dem die Sprachfachkräfte ebenso teilnahmen. Für die Rezertifizierung zum „Beki“-Programm haben vier Erzieherinnen an einem Webinar teilgenommen und verschiedene Aktionen zur „Bewussten Kinderernährung“ im Homeoffice erarbeitet.

Darüber hinaus wurden Inventarlisten erstellt, Mundschutzmasken genäht sowie andere Näharbeiten fürs Haus erledigt und immer wieder die Hygienestandards optimiert.

Im Juli hat die Leitung ein Hygienekonzept maßgeschneidert auf die Einrichtung erstellt und verschriftlicht. Das bedeutete eine Menge Arbeit. Doch auch hier führte sie das Team krisensicher durch die besondere Zeit. In den vergangenen Wochen waren einige Erzieher auch in den Außenbereichen der Krippe und im Kindergarten tätig, befreiten den Garten von Unkräutern, schnitten Hecken und unterteilten die Spielbereiche – ganz nach Vorschrift, um eine Durchmischung der Kindergruppen zu verhindern.

Einer langjährigen Mitarbeiterin gratulierte das Team mit einer kreativen Überraschung zu ihrem runden Geburtstag, und das ganz coronakonform.

Und auch die pädagogischen Mitarbeiter durfte sich immer wieder über kleine Überraschungen aus den Familienhäusern freuen, sei es in Form von liebevollen Mails, Fotos, Briefen zur aktuellen Situation oder einer überwältigenden Botschaft am Gartenzaun. Man merkte auch immer mehr, wie wichtig der Austausch und der Kontakt im Team ist und dass er in der gewohnten Form fehlte. Auch hier fand man Wege und traf sich in Kleingruppen, mit Masken und mit großem Abstand zueinander. So gelang trotz räumlicher Distanz eine intensive Teampflege. Doch nichts ersetzt den zwischenmenschlichen, direkten Kontakt.

Die Kunst-Open-Air-Ausstellung am altbekannten Platz im Städtle gegenüber der Sparkasse war auch eine „Aktion auf Distanz“ die verbinden sollte, bevor der „normale“ Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen wieder anlief.

Bis zu den Sommerferien wurden sechs Wochen gut gemeistert, in der wieder alle Kinder den Kindergarten und die Krippe besuchen konnten. Für viele Kinder eine große Herausforderung nach so einer langen Pause. Doch die pädagogischen Mitarbeiter haben sich sehr gut auf diesen Neustart vorbereitet, so die Leitung. Im Vorfeld gab es schriftliche Informationen für alle Familien und es wurde genauestens geplant, wer, wann wieder bestmöglich in den Kita-Alltag startete.

Masken während der Übergabe, Abfragen zum Gesundheitszustand des Kindes bzw. der Familie, mehrfaches tägliches Händewaschen, besondere Regelungen beim Essen, Desinfektion der Spielmaterialien, – das sind nur einige Aufgaben und Rituale, die nun den Kindergartenalltag prägen. Von „normal“ kann ganz gewiss noch nicht gesprochen werden.

Einige Feste wurden auch unter erschwerten Bedingungen im Haus gefeiert und umgesetzt. Die Schulanfängerverabschiedung beschloss das endende Kindergartenjahr. Im Garten bei sonnigem Wetter und natürlich mit vorschriftsmäßigem Abstand verabschiedete das Kindergartenteam fünf Kinder mit deren Eltern. Anders, aber dennoch schön und im kleinen Rahmen wurde dieser Abschied gefeiert. Diakon Eller erteilte dabei Gottes Segen.

Dann gingen die Mitarbeiter und Familien in die Sommerferien. Und starteten vor zwei Wochen wieder fast schon routiniert in den Kindergartenalltag, beziehungsweise in den sogenannten „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“.

Kinder sind „kleine große Helden“

In dieser ganzen besonderen Zeit zeigte sich eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern und Familien. Aber was wirklich sehr erwähnenswert ist, waren für Gudrun Stein die Kinder. „Wie sie mit den neuen Regeln und Bedingungen im Kindergarten- und Krippenalltag umgehen, beeindruckt die pädagogischen Mitarbeiter jeden Tag. Sie sind die kleinen großen Helden in dieser Zeit.“

Für das Erzieherteam war diese Art der Arbeit in ihrem Berufsfeld etwas völlig Unbekanntes. Alle Kolleginnen haben versucht, unter diesen schweren Bedingungen für alle Beteiligten sinnvolle Regelungen und Absprachen zu treffen, so Stein.

„Alle sind sicher daran gewachsen und haben viel dazugelernt.“ Darum blicke das Team gemeinsam mit den Kindern und deren Familien auch ein Stück krisenerprobter in die Zukunft.