Adelsheim

Woche der Wiederbelebung 200 Schüler praktizierten Reanimationen / Klassenstufen 7 bis 10 vertreten / Erste Hilfe soll nicht erst vor Führerschein thematisiert werden

Rechtzeitig Helfenlernen: Schüler übten die Vorgehensweise für den Ernstfall

Archivartikel

Adelsheim.Bereits zum vierten Mal führte die Martin-von-Adelsheim-Schule anlässlich der „Woche der Wiederbelebung“ einen Aktionstag unter dem Motto „Ein Leben retten 100 Pro Reanimation“ durch. Rund 200 Schüler der Klassen 7 bis 10 wurden in grundlegenden Wiederbelebungsmaßnahmen ausgebildet.

Motiviert und konzentriert übten sie an Übungspuppen. Man merke, dass den Jugendlichen das Thema wichtig ist, bestätigten die Lehrkräfte Sigrid Albrecht, Christina Höhne, Julian Dolk und Dennis Orf im Anschluss. Sie zogen ein durchweg positives Fazit. Lebensrettende Erste Hilfe Maßnahmen sollten nicht erst beim Führerschein ins Bewusstsein rücken oder zum Thema werden, wenn man in eine Notsituation kommt oder gekommen ist. Untersuchungen haben gezeigt, dass Schüler ab der 7. Klasse problemlos Erwachsene wiederbeleben können. Wichtig ist, Kindern und Jugendlichen schon in der Schule das Thema Reanimation näher zu bringen und sie frühzeitig als kompetente Ersthelfer auszubilden. Jeder könne in die Situation geraten, Ersthelfer zu sein, betont Sigrid Albrecht, Lehrerin und Erste-Hilfe-Ausbilderin beim DRK. Obwohl jeder helfen könnte, tun es noch zu wenige. Zwar ist die Zahl der Fälle, in denen einfache, aber lebensrettende Maßnahmen ergriffen werden, seit Einführung der „Woche der Wiederbelebung“ von 17 auf inzwischen 40,6 Prozent angestiegen.

Dennoch ist die Helferquote in Deutschland im internationalen Vergleich niedrig. Die Mund-zu-Mund-Beatmung, vor der sich viele ekeln, ist bei der Wiederbelebung zweitrangig: Mit einer Herz-Druck-Massage werden Gehirn und Organe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Die lebensrettende Devise, die auch in einem Kurzfilm zum Einstieg in das Thema gezeigt wurde, lautet: „Prüfen. Rufen. Drücken!“ Prüfen, ob die Person noch atmet. Unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. Mit der Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten in Deutschland jährlich circa 5000 Menschenleben gerettet werden. So werden Hemmschwellen in der Bevölkerung vor der Ersten Hilfe abgebaut und die Wiederbelebungsrate in Deutschland gesteigert. Ganz wichtig ist für alle die Botschaft: Man kann nichts falsch machen außer nicht zu helfen!