Adelsheim

Amtsinspektor Peter Ebel im Ruhestand Leiter der Besuchsabteilung war ein Aushängeschild der JVA

„Menschlichkeit großgeschrieben“

Archivartikel

Adelsheim.Mit den Worten „Zu RAF-Zeiten habe ich angefangen und bin zu Covid-19 Zeiten abgegangen“, begann Amtsinspektor Peter Ebel seine Abschieds-Mail an seine Kollegen im Adelsheimer Jugendgefängnis.

Walldürner startete Karriere mit 19

Am 1. Juli 1978 startete die beachtliche Vollzugskarriere des damals gerade 19-jährigen gebürtigen Walldürners als Vollzugsangestellter. Damit war er jünger als ein Großteil der Insassen. 42 Jahre später nahm der Leiter der Besuchsabteilung als einer der längsgedienten Vollzugsbeamten nun aus den Händen von Anstaltsleiterin Katja Fritsche die Ruhestandsurkunde entgegen.

Bei seiner Verabschiedung durch die Anstaltsleitung ließen Fritsche, Vollzugsdienstleiter Marc Unangst und Personalratsvorsitzender Dietmar Mechler die vollzugliche Laufbahn Ebels Revue passieren und hoben seine soziale Kompetenz, souveräne Gelassenheit und stete Zuverlässigkeit hervor.

Nach seiner Ausbildung zum Justizvollzugsbeamten, die Ebel im Juni 1980 erfolgreich abschloss, wurde er als „Assistent z. A.“ ins Beamtenverhältnis übernommen. Neben dem Einsatz in Häusern des Regelvollzugs fand Ebel schon früh sein Aufgabenfeld in der Untersuchungshaft, wo er über 25 Jahre tätig war und bald zum ruhenden Pol wurde.

Im Sommer 2007 wechselte er in die Stabs-Abteilung „Sicherung – Transport – Besuch“, wo er im Oktober 2008 die Leitung der Besuchsabteilung übernahm. Auch dort war er, so Anstaltsleitern Fritsche, an der richtigen Stelle und trat den Angehörigen in der für diese häufig belastende Situation mit Umsicht und Menschlichkeit gegenüber. „Sie wurden zu einem Aushängeschild unserer JVA“.

Vollzugsdienstleiter Marc Unangst lobte Ebels große Zuverlässigkeit und seine ruhige und warmherzige Art, die viel zur Deeskalation schwieriger Situationen beigetragen habe. PR-Vorsitzender Mechler fasste dies mit den Worten „Du hast Dich um die Humanisierung des Strafvollzugs verdient gemacht“ zusammen. Gemeinsam war den Vorgesetzten und Weggefährten die Freude, dass Ebels Leistung mit fünf Beförderungen honoriert wurde und 2009 mit der Beförderung zum „Amtsinspektor“ ins Spitzenamt der Laufbahn führte. Peter Ebel dankte abschließend für „über 40 erlebnisreiche Jahre mit tollen Erfahrungen und einem wirklich tollen Kollegenkreis. Macht es gut und bleibt alle gesund!“ bd