Adelsheim

„Aichelzer Schnäischittler“ Hammeltanz lockte viele Großeicholzheimer auf den Schlossplatz

Marina Herkert und René Neureiter ertanzten sich den Blumenstrauß

Archivartikel

Großeicholzheim.Unter sieben Paaren wurde der diesjährige Hammel in Großeicholzheim „ausgetanzt“. Großeicholzheim ist eine der wenigen Gemeinden im Neckar-Odenwald-Kreis, die diesen Kerwebrauch noch pflegen.

Kerwe-Band sorgte für Musik

Außerdem mit dabei war ein Hammel namens Tommy – ein alter Hase in Sachen Hammeltanz –, ein alter Wecker und die Musiker Simon Eberle, Philipp Reiter, Leon Vogel und Axel Kegelmann sowie natürlich der ständig rotierende Blumenstrauß, während die bewährte „Kerwe-Band“ ihre Tanzmusik zum Besten gibt.

Als dann der Wecker nach rund 20 Minuten klingelte, hatte das Tanzpaar Marina Herkert und René Neureiter den Blumenstrauß in der Hand und damit „den Hammel“, beziehungsweise sein Tuch unter dem großen Beifall der zahlreich erschienenen Großeicholzheimer „ertanzt“.

Der Hammeltanz ist ein fast vergessener Brauch, der in Großeicholzheim von der Abteilung „Kerwe“ der „Aichelzer Schnäischittler“ noch immer sehr lebendig gehalten wird.

Nicht umsonst pilgern ganze Heerscharen von Großeicholzheimer Bürgern am Kerwemontag-Abend Richtung Schlossplatz, um der Kerweabteilung mit den Musikern, den jungen unverheirateten Tanzpaaren und natürlich dem mit Luftballonen geschmückten und mit Schlapphut behüteten Hammel ihre Referenz zu erweisen.

Ungewöhnliche Kleidung

Sie sind schon ein ganz besonderer „Haufen“ mit ihren ungewöhnlichen Kleidungsstücken. Mit dazu gehört natürlich der Hammel, der ständig seinen Hut verliert, sowie ein altersschwacher Wecker, der kaum mehr 20 Minuten durchhält.

Wichtig ist, dass der Wecker überhaupt klingelt und gehört wird – obwohl alle beim Schneewalzer oder bei „Kein Bier auf Hawaii“ kräftig mitsingen.

Gemeinsames Kerwemahl

Alle zusammen – Tänzer, Gäste und Zuschauer – nehmen dann das gemeinsame Kerwemahl im örtlichen Gasthaus „Zum Löwen“ ein.

Und wie seit Jahrzehnten Usus, sammelte die Jugend während dieser Aktion fleißig für einen sozialen Zweck.

Als Anreiz für die Spenden und zur „inneren Erwärmung“ gab es Glühwein, Punsch, Brezeln und Schnaps. L.M.