Adelsheim

Gemeinderat Adelsheim Neubau der Sport- und Kulturhalle kostet 3,8 Millionen Euro mehr / Laut Architekt Nohé führten mehrere Gründe dazu

Kostenende noch nicht vorhersehbar

Dass Großbauprojekte teurer werden als geplant ist nicht nur in Hamburg oder Berlin der Fall. Die Kosten für die neue Adelsheimer Sport- und Kulturhalle steigen ebenfalls: um circa 3,8 Millionen Euro.

Adelsheim. Ende Oktober traf sich der Adelsheimer Gemeinderat in einer Sitzung, um sich über den aktuellen Sachstand beim Bau der neue Sport- und Kulturhalle zu beraten. Schon damals wurde eine Übersicht über die Gesamtkosten vom Gremium verlangt, welche Bürgermeister Wolfram Bernhardt für die November-Sitzung versprach. Gesagt, getan: Am Montagabend im Rathaus präsentierte das Architekturbüro Nohé aus Fahrenbach-Trienz die derzeitigen Kosten. Zur Überraschung des Gemeinderates stiegen diese von ursprünglich vorgesehen 7,7 Millionen Euro auf 11,5 Millionen Euro. Ob damit das Ende der Fahnenstange erreicht sei, beantwortete Architekt Bertold Nohè erst, nachdem einige Gemeinderatsmitglieder nachgefragt hatten. „Das wissen wir noch nicht, es kann sich noch etwas ändern“, gab er zu.

Bauwerk und Baukonstruktion

Am größten fiel die Kostensteigerung mit zwei Millionen Euro beim Bauwerk und der Baukonstruktion aus. Anfangs wurden die Kosten hierfür auf circa 3,8 Millionen Euro berechnet. Nohé nannte gleich mehrere Gründe für den Anstieg. Manche Maßnahmen – vor allem im Außenbereich – seien bei der ersten Kostenberechnung gar nicht miteingeplant worden. Neben den vom Landratsamt festgelegten Auflagen, etwa beim Schall- und Brandschutz, kam es auch zu unerwarteten Komplikationen.

„Wir sind beispielsweise beim Graben auf einen alten Öltank gestoßen, den wir erst mal aus dem Boden rausholen mussten. Einige Versorgungsleitungen mussten umgelegt werden, deren Standort uns vorher nicht bekannt war“, verteidigte sich der Architekt. Das Gebäude wurde zudem etwas tiefer gelegt, weshalb mehr Aushub angefallen sei. Insgesamt sei die Preissteigerung der Baukosten deutlich höher ausgefallen als ursprünglich miteingerechnet. Das sei nicht vorhersehbar gewesen, so Nohé.

4,1 Millionen Euro an Zuschüssen

Um höhere Zuschüsse zu erreichen, habe man teilweise hochwertigere Materialien verwendet. Von den Gesamtkosten in Höhe von 11,5 Millionen Euro könne man dadurch circa 4,1 Millionen Euro abziehen. Wie Nohé erklärte, seien insgesamt 1,7 Millionen Euro an zusätzlichen Arbeiten entstanden, „die wir nicht auf dem Schirm hatten“. Ohne lägen die Kosten bei 9,7 Millionen Euro.

Stadtrat Ralph Gaukel wunderte sich wie so viele seiner Kollegen über den „plötzlichen Anstieg“. „In der Sitzung im Mai hieß es, wir liegen im Kostenrahmen und brauchen keine Kredite. War der Anstieg der Kosten schon damals bekannt?“, wollte er wissen. Darauf gab Nohé keine richtige Antwort, sondern nur: „Wir mussten erst auf mehrere Rückläufe bei den Auftagsvergaben warten. Erst als alles von den Fachingenieuren vorlag, konnten wir die Kosten genauer einschätzen.“ Zudem verwies er auf die bereits erläuterten Gründe. Das Gremium nahm den Sachstand zur Kenntnis und stimmte dem Vorschlag des Bürgermeisters zu, dass die Kosten monatlich aktualisiert werden sollen.