Adelsheim

„The Pocket Orchestra“ Christoph Ewers gab kurz vor dem Lockdown ein Konzert in Adelsheim

Klassische Werke begeisterten

Archivartikel

In der Reihe „Kultur in Adelsheim“ gab es in der kleinen Aula des Eckenberg-Gymnasiums ein besonderes Klavierkonzert mit Christoph Ewers unter dem Titel „The Pocket Orchestra“.

Adelsheim. Es gelingt nicht immer, eine Symbiose aus Werken von klassischen Meistern herzustellen. In einem bahnbrechenden Spagat ergänzten sich allerdings die Kompositionen von Johann Ludwig Krebs und Ludwig van Beethoven mit den Werken von Claude Debussy und Frédéric Chopin, die Christoph Ewers harmonisch und facettenreich gestaltete. Mit dem Präludium in B-Dur gab Ewers eine vielfältige und affektbetonte Komposition von Johann Ludwig Krebs wieder und verwies auf eine für die damalige Periode einzigartige Originalität. Das barocke Werk war ursprünglich für Cembalo geschrieben worden. Ewers erläuterte die Entstehung dieses Stücks von Johann Ludwig Krebs, der Schüler von Johann Sebastian Bach war, und meinte mit Humor „Es ist wohl der einzige Krebs im Bach“.

Zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven ehrte Christoph Ewers den Komponisten mit der Sonate d-Moll opus 32 Nr. 2 „Der Sturm“. Inspiriert wurde das Stück von Shakespeares Drama „Der Sturm“.

Warme und fließende Klänge

Mit vier poetischen Stücken aus dem 2. Band „Préludes“ von Claude Debussy brachte Ewers Andeutungen und Stimmungsbilder auf die Bühne.

Mit den warmen und fließenden Klängen tauchte man in die Zeit von Claude Debussy ein und fühlte sich dem Impressionismus aus der Malerei nahe. Forte und fortissimo wurden die Préludes mit „Feux d’artifice“ beendet.

Als Herzstück und krönenden Abschluss des Klavierkonzerts spielt Christoph Ewers das Klavierkonzert Nr. 2 f-Moll op. 21 von Frédéric Chopin. Der damaligen Mode und den Wünschen des Bürgertums entsprechend, hatte Chopin dieses Konzert für Klavier solo transkribiert, in welchem er eine farbenreiche Gefühlspalette offenlegt. Sehnsucht, Träumerei, die Kühnheit der jugendlichen Jahre Chopins, Schmerz und Hoffnung werden hier vereint.

All das verwandelte Chopin meisterhaft in weitgeschwungene Melodiebögen und perlenden Läufe. Der junge Chopin komponierte das Konzert unter dem Eindruck seiner ersten großen Liebe zur Opernsängerin Konstancja Gladkowska, nach Fertigstellung widmete er das Konzert jedoch seiner späteren Liebe Delfina Potocka. Trotz steigender Corona-Zahlen und trotz schwieriger Bedingungen freuten sich die zahlreichen Besucher über das fantastische Konzert und bedankten sich mit großem Beifall bei dem Pianisten Christoph Ewers.