Adelsheim

St. Gangolf in Schlierstadt Rollstuhlgerechter Weg zum Gotteshaus entsteht / Förderung durch „Leader“-Projekt

Kirche bald schon „blühend barrierefrei“

Schlierstadt.Nach der knapp sechswöchigen Schließung der Kirchen dürfen Gottesdienste unter Einschränkungen wieder gefeiert werden.

Das hatte auch Auswirkungen auf die Kirchengemeinde Schlierstadt: Das Patrozinium konnte nicht wie üblich durch den traditionellen Gangolfsritt gefeiert werden. Auch bei der Fronleichnamsprozession wird es Beschränkungen geben.

Doch neben all dem Verzicht gibt es rund um die Kirche St. Gangolf in Schlierstadt auch Grund zur Freude: Über den Winter wurde der Kirchenvorplatz renoviert und bietet nun einen Platz der Begegnung. Nach Abschluss der Hauptarbeiten, ein sicherer Zugang hinauf zur Pfarrkirche, wurde im Gemeindeteam mit der Organisation der Spendenbeschaffung begonnen.

Flyer verteilt

Eine Spendenbitte mit einem Flyer wurde an die Bevölkerung von Schlierstadt verteilt. Viele Gemeindemitglieder haben gespendet. „Darüber sind wir sehr dankbar“, sagt Bettina Wachter vom Gemeinde- und Fundraisingteam und fügt an: „Ein solider finanzieller Grundstock wurde damit erreicht, wenn auch das Spendenziel von 40 000 Euro noch in großer Ferne liegt. Vor allem aber ist es wirklich sehr schade, dass wir diesen schönen Platz gerade jetzt im Frühjahr nicht besser zum gemeinsamen Austausch nach dem Gottesdienst nutzen können.“

Der Vorplatz sollte im Sommer eigentlich mit einem Gemeindefest eingeweiht werden, das wird nun aufs nächste Jahr verschoben. „Bis dahin sollten auch, so ist der Plan, die Bänke zum Verweilen aufgestellt und die Steinkreuze hinter der Kirche restauriert sein“, so Wachter.

Eine erfreuliche Nachricht bekam man dieser Tage von der „Leader“-Geschäftsstelle Badisch-franken in Walldürn. Im April hatte man sich um eine Förderung für das Projekt „Umweltfreundlich barrierefrei – Kirche St. Gangolf blühend in die Zukunft“ erfolgreich beworben.

Bis zum Sommer soll es nun einen barrierefreien Zuweg über den ehemaligen Friedhof hin zur Kirche geben. Neben dem Weg soll eine Blühfläche geschaffen werden und Sitzgelegenheiten sollen zum Gedenken einladen.

„Eingang ist eine gute Sache“

„Die Kirchenbesucher werden im Durchschnitt immer älter, dementsprechend wird es auch schwerer, die 15 Treppenstufen zweimal beim Kirchgang zu überwinden. Der barrierefreie Eingang ist eine gute Sache und ermöglicht hoffentlich den Kirchenbesuch noch bis ins hohe Alter“, äußert sich Tobias Münch, welchem das Projekt zur Herzensangelegenheit wurde. Er überzeugte das Gemeindeteam von dem Vorhaben und sie stellten gemeinsam den Antrag.

„Seit langem besteht dieser Bedarf und Wunsch, welcher jetzt endlich realisiert werden kann“, freuen sich die Gemeindeteammitglieder.

Ein weiterer Vorteil ist, dass dann der Friedhof sowie die Kirche auf ebenem Weg direkt erreichbar sind, ohne schmutzige Schuhe zu bekommen.

Unterstützt wird das Gemeindeteam bei der Projektausführung durch eine regionale Baufirma. Wichtig und ausschlaggebend dabei ist es aber auch, Jung und Alt zusammenzubringen.

So freut man sich im Gemeindeteam über die zugesagte Unterstützung der Schlierstadter Vereine, die bei den Arbeiten am zu pflasternden Weg helfen.

Auch der Kindergarten ist involviert. Gemeinsam mit dem Gemeindeteam und dem Team vom „blühenden Naturpark Neckartal-Odenwald“ nehmen die Kinder im Herbst die Aussaat einer Blumenwiese auf einer Teilfläche des ehemaligen Friedhofes vor.

„Über die achtzigprozentige Förderung sind wir sehr dankbar. Jetzt gilt es zu hoffen, dass Corona uns den Zeitplan einhalten lässt. Die „Leader“-Kleinprojekte müssen nämlich bis zum 30. September abgeschlossen sein“, erklärt Münch.

Erfreuliches Spendenaufkommen

„Ohne Fördermittel oder Spenden ist es in der heutigen Zeit nicht möglich, solche Aufwertungen und Verbesserungen durchzuführen. Die Renovierungen um die Kirche und im Inneren haben zu einem erfreulichen Spendenaufkommen geführt. Ohne diese Unterstützung wären die Vorhaben in den letzten Jahren nicht realisierbar gewesen“, bedankt sich Pfarrer Andreas Schneider.

Er blicke schon heute auf das nächste Jahr, wenn dann der Vorplatz und der barrierefreie Weg gemeinsam in Form eines Festes eingeweiht werden können.

„Ich freue mich, wenn es auch um die Kirche blühen und von Insekten summen wird. Das ist eine tolle Sache, was man da in Schlierstadt bewegt“, so Pfarrer Schneider anerkennend.