Adelsheim

Waldbegehung und Gemeinderatssitzung Grünes Licht für die Erneuerung der Forsteinrichtung der Jahre 2020 bis 2029 und für den forstlichen Finanzplan 2020

Jungbestände prägen das Bild in Adelsheim

Archivartikel

Den Klimawandel und seine Folgen für die heimischen Baumarten hatten die Mitglieder des Adelsheimer Gemeinderates bei ihrer Waldbegehung im Blick.

Adelsheim. Bei der anschließenden Gemeinderatssitzung gab es grünes Licht für die Erneuerung der Forsteinrichtung und den forstlichen Natural- und Finanzplan für 2020.

Vier Waldbilder schauten sich die Stadträte unter der Führung von Revierleiter Ralph Melzer, Oberforstrat Helmut Weishaar und Forstdirektor Dietmar Hellmann an. Waldbild 1 führte sie zu einem Bestand mit 120-jährigen Buchen und Eichen und gemischten Laubbäumen. Hier ging es um klimabedingte Trockenschäden und um das Einbringen von Nadelholzanteilen in die Laubholzverjüngung. „Die Bäume müssen zum Boden passen“, verdeutlichte Dietmar Hellmann und führte hier mit Blick auf den Klimawandel auch die Douglasie ins Feld.

Marktsituation ist fatal

Auch Schäden durch Borkenkäfer und die fatale Holzmarktsituation waren Themen bei der Waldbegehung. Beim dritten Waldbild thematisierten die Forstleute die Brennholzversorgung der Bevölkerung. Hier liege die Priorität. Erst danach solle die Industrie versorgt werden. Schließlich kamen die Fachleute darauf zu sprechen, dass sie den Nadelholzanteil im Stadtwald von Adelsheim bei 25 Prozent halten und den Adelsheimer Stadtwald grundsätzlich bei seiner Größe belassen wollen.

Vertieft wurden die Themen im Anschluss bei der Gemeinderatssitzung. „Die Art und Weise, wie der Wald bewirtschaftet wird, muss jetzt noch im Gemeinderat abgesegnet werden“, erklärte Forstdirektor Dietmar Hellmann bei der Sitzung, zu der Bürgermeister Wolfram Bernhardt zahlreiche Zuhörer begrüßte. Hellmann stellte die Forsteinrichtungserneuerung für die Dekade 2020 bis 2029 vor. Sie sei ein zentrales Instrument zur Sicherung der Nachhaltigkeit und beruhe auf drei Zielsetzungen: Ökologie, Ökonomie und Soziales. In Adelsheim liege man mit 280 Vorratsfestmetern unter dem Durchschnitt. Langfristig wolle man versuchen, diesen wieder zu erreichen und eine schwarze Null zu erzielen. „Die Gemeinde hat ein vorsorgendes Naturschutzkonzept und ist hier gut aufgestellt“, meinte Hellmann weiter. Die Wälder um Adelsheim und ihre Wege sollten in ihrem Zustand erhalten werden, da sie eine wichtige Rolle für die Bevölkerung spielen. Die Stadträte Ralph Gaukel und Edgar Kraft interessierten sich für Aufforstungsflächen um Adelsheim. Der Forstdirektor entgegnete, dass dies denkbar sei. „Aufforstung ist etwas, das seit Jahrhunderten funktioniert“, meinte er. „Wir wissen, dass wir in den nächsten Jahren mit dem Wald keine Gewinne machen. Aber das ist noch nicht alles. Es muss uns klar sein, dass der Wald uns etwas kostet“, unterstrich Stadträtin Heide Lochmann.

„Die Überschüsse der letzten Jahre in Höhe von etwa 80 000 Euro für Adelsheim waren die Ernte von früheren Generationen. Als Forstleute können wir den Klimawandel nicht stoppen, sondern nur den Symptomen etwas entgegensetzen“, erklärte der Forstdirektor, bevor Oberforstrat Helmut Weishaar den forstlichen Natural- und Finanzplan vorstellte.

Die forstliche Betriebsfläche sei um 16 Hektar gestiegen. Drei Hektar Wald seien stillgelegt und „Nichtwirtschaftswald“. „Jungbestände prägen das Bild in Adelsheim“, verdeutlichte er.

Hier müsse man noch investieren. Die Douglasie solle in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Der geplante Hiebsatz von 70 000 Festmeter habe sich in den zurückliegenden Jahren auf 60 640 Festmeter verringert.

Erlöse werden geringer

Dagegen habe die zufällige Nutzung durch Borkenkäfer, Trocken- und Sturmschäden zugenommen. „Die Dürre spielte dabei noch keine große Rolle, aber das wird sich noch ändern“, meinte Weishaar. Der jährliche Überschuss von 78 000 Euro im Schnitt der letzten zehn Jahre sei für die Zukunft erst einmal Geschichte.

Nächstes Jahr müsse man mit einem negativen Ergebnis von etwa 25 000 Euro rechnen. „Nicht nur die Kulturen werden teurer. Auch die Erlöse werden geringer“, pflichtete Revierleiter Ralph Melzer ihm bei. Mit nur 500 Festmeter Käferholz im vergangenen Jahr sei man allerdings in Adelsheim sogar noch glimpflich davongekommen.

Einstimmig verabschiedeten die Räte die Erneuerung der Forsteinrichtung für die Jahre 2020 bis 2029 und den forstlichen Natural- und Finanzplan für das Jahr 2020.