Adelsheim

Josef Schimmel Adelsheim GmbH Alle Mitarbeiter übernommen nach dem Verkauf an die R.Weiss-Gruppe / Räumliche Nähe zu Bleichert soll helfen

Hoffnung auf Fahrt in ruhigere Gewässer

Nach der Übernahme der Josef Schimmel Adelsheim GmbH herrscht dort vorsichtiger Optimismus. Alle 95 Mitarbeiter werden von der R.Weiss-Gruppe übernommen.

Adelsheim/Osterburken. Nach der Übernahme der Josef Schimmel Adelsheim GmbH Anfang Januar durch die R.Weiss-Gruppe, zu der auch die Osterburkener Firma Bleichert Förderanlagen gehört, ist die Hoffnung auf eine Fahrt in ruhigere Gewässer groß. „Ob es so kommt, vermag niemand zu sagen. Da nunmehr ein Stratege mit guten Kontakten zu vielen Kunden von Schimmel hinter der Firma steht und kein anonymer branchenfremder Investor, dürften erneute, nicht auffangbare massive Umsatzeinbrüche, die ja zur zweiten Insolvenz führten, nicht zu erwarten sein“, meint Insolvenzverwalter Dr. Renald Metoja. Die derzeit circa 95 Mitarbeiter können sich jedenfalls sicher sein: Ein weiterer Personalabbau ist nicht vorgesehen. Sämtliche Beschäftigte wurden von der R.Weis-Gruppe übernommen, so Metoja.

Siebenstelliger Verlust

Im Vorjahr wurde im Mai das zweite Insolvenzverfahren eröffnet, bei dem 55 Mitarbeiter gehen mussten. Umsatzeinbrüche im siebenstelligen Bereich wurden als Ursache genannt. Im gleichen Restrukturierungsschritt wurden laut dem Insolvenzverwalter eine Produktanpassung vorgenommen und unrentable, insbesondere in der Herstellung personalintensive Produkte aus dem Sortiment genommen. Durch diese Schritte sei bereits erreicht worden, dass das Unternehmen zumindest eine schwarze Null erzielt. Durch das Know-how der R.Weiss-Gruppe können sukzessive weitere Rationalisierungs- und insbesondere Automatisierungsmaßnahmen angegangen und umgesetzt werden, die zur weiteren Produktivitätssteigerung beitragen. „Auch durch die räumliche Nähe zu Bleichert – durch den Tunnel sind es nur wenige Minuten Fahrtzeit – ergeben sich vielfältige Möglichkeiten zur gegenseitigen Unterstützung“, hofft Metoja.

Bereits 2016 meldete das Unternehmen Insolvenz an. Die Automobilkrise machte der Firma, die sich auf Filter- und Drehtechnik spezialisiert hat und auch Automobilzulieferer ist, zu schaffen. Bereits damals wurden die Mitarbeiterzahl von 250 auf 150 reduziert, doch die Maßnahmen zeigten nicht den erwünschten Effekt.