Adelsheim

Landesschulzentrum für Umweltbildung Artenschutzmaßnahmen getroffen

Hirschkäferwiegen werden angelegt

Adelsheim.Das Artenschutzprojekt rund um den Hirschkäfer ist angelaufen. Vor einigen Wochen trafen sich alle Beteiligten zum zweiten Mal am Landesschulzentrum für Umweltbildung (LSZU). Judith Knebel und Claus Wurst vom Regierungspräsidium Karlsruhe nahmen dafür die lange Anfahrt in Kauf, um ihr Fachwissen einzubringen und das Engagement vor Ort zu würdigen.

Bei einer Begehung auf dem Gelände des Eckenberg-Gymnasiums und den angrenzenden städtischen Flächen wurden konkrete Maßnahmen wie die Anlage von fünf sogenannten Hirschkäferwiegen besprochen. Zudem sollen weitere Vogelkirschen als Leckbäume zur Ergänzung der als Nahrung dienende Eichen angepflanzt werden.

Finanzierung und Planung

Bei einer weiteren Begehung mit der Firma Henn wurde die Umsetzung und der zeitliche Rahmen diskutiert. Die Finanzierung des Projekts übernimmt im Wesentlichen der Landschafts-Erhaltungs-Verband Neckar-Odenwald-Kreis.

Vorarbeiten zur geplanten Anlage der Hirschkäferwiegen wurden im Wesentlichen von Björn Mai von der Forstbetriebsleitung Adelsheim, Matthias Jurgovsky vom Landschafts-Erhaltungs-Verband Neckar-Odenwald-Kreis und dem Team des LSZU geleistet.

Derzeit werden von diesem zwei Infotafeln entwickelt, die über die streng geschützte Art des Hirschkäfers und den Aufbau und die Bedeutung einer Hirschkäferwiege aufklären sollen.

Der Baubeginn wurde auf den 7. Juli terminiert. Im Vorfeld mussten dafür unter anderem Eichenstämme, Totholz und abgelagertes Hackschnitzelmaterial mit Einsatz von Großgeräten und Muskelkraft herangeschafft und aufbereitet werden.

Westlich des Schotterparkplatzes der Martin-von-Adelsheim Gemeinschaftsschule werden zwei Hirschkäferwiegen entstehen. Auf dem Gelände des Eckenberg-Gymnasiums zunächst eine weitere. Hier werden auch die beiden Infotafeln aufgestellt. Zwei weitere Hirschkäferwiegen befinden sich in Planung. Das Erdreich wird dazu circa einen Meter tief ausgebaggert. In das entstehende Loch werden senkrecht kurze Eichenstämme eingestellt und mit Totholz, Wurzelmaterial sowie Hackschnitzeln verfüllt. Der Oberboden wird wieder entsprechend aufgetragen, so dass nur noch das Ende der Eichenstämme herausragt.

Dann heißt es abwarten. Das verrottende Eichenholz lockt Hirschkäferweibchen an, die sich in den Boden eingraben und ihre Eier ablegen. Die schlüpfenden Larven ernähren sich dann vom im Abbau befindlichen Holz. Die Entwicklungszeit der Larve bis zum erwachsenen Tier dauert oft bis zu 8 Jahre.

Als flankierende Artenschutzmaßnahme wurden zudem Nistgelegenheiten für Blau- und Kohlmeisen, Spechte und Zaunkönige sowie Fledermauskästen als Sommerquartiere für Fledermäuse in einer gemeinsamen Aktion des Staatlichen Forstamtes mit den FÖJ´lerinnen des LSZU Gina und Julia auf dem Gelände am Schotterparkplatz als Ausgleichsmaßnahme aufgehängt.