Adelsheim

JVA Adelsheim Verabschiedung des stellvertretenden Vollzugsdienstleiters Harald Schwab

Er ist ein in „Original“ im Jugendstrafvollzug

Adelsheim.Ungewohnt leise endete zum Monatsende eine erfolgreiche Vollzugslaufbahn in der Jugendvollzugsanstalt (JVA) Adelsheim.

Am 30. April nahm Oberinspektor im Justizvollzugsdienst – so die offizielle Amtsbezeichnung des stellvertretenden Vollzugsdienstleiters– Harald Schwab – von Anstaltsleiterin Katja Fritsche seine Ruhestandsurkunde entgegen.

Abschied im kleinen Kreis

Nur ein sehr kleiner Kreis von Führungskräften und Weggefährten bildete den Rahmen für diese letzte Amtshandlung des „Vollblut-Jugendstrafvollzuglers“.

Anstaltsleiterin Katja Fritsche nahm wehmütig Abschied von einem „Original“, das weit über die JVA hinaus bekannt sei.

„Ihre Tätigkeit im Jugendstrafvollzug war für ie nicht nur Dienst und Beruf, sondern Berufung!“ führte Fritsche aus.

Als Vollzugsangestellter hatte Schwab 1981 die Ausbildung im Adelsheimer Jugendgefängnis begonnen, bereits in seinen ersten Ausbildungszeugnissen war zu lesen, dass er „es verstehe wichtige Dinge kritisch zu hinterfragen“ und „auch größeren Belastungen gewachsen sei“.

Nach erfolgreicher Vollzugs-Ausbildung war Schwab zum „Vollzugs-Assistenten“ ernannt worden und zunächst in den Häusern des Regelvollzuges tätig, bevor er sich 1985 für ein Jahr in die JVA Mosbach abordnen ließ. Während seiner Tätigkeit in den Regelvollzugshäusern wurde Schwabs Führungstalent erkannt und bereits 1991 nahm er erfolgreich an einem Trainingskurs für künftige Führungskräfte teil. Schwab wurde im Regelvollzugshaus E 3 sesshaft, dessen Leitung er zum 01. Januar 2000 übertragen bekam.

Spitzenamt seiner Karriere

Im Dezember 2002 wurde er zum Amtsinspektor befördert und hatte damit das Spitzenamt seiner Laufbahn erreicht, doch ruhte er sich nicht darauf aus, sondern übernahm 2007 als Bereichsdienstleiter und ab Februar 2009 als stellvertretender Vollzugsdienstleiter mit Erfolg neue Führungsaufgaben. Dabei war er in einem Team mit Vollzugsdienstleiter Dieter Pfaff.

In der Folge gelang ihm die Übernahme in den gehobenen Dienst und zum August 2011 die Beförderung zum Oberinspektor im Vollzugsdienst.

Schwab habe sich nahezu 40 Jahre lang eingesetzt für junge, in der Gesellschaft häufig benachteiligte Menschen, zu denen er einen besonderen Draht hatte, führte die Anstaltsleiterin fort.

Doch nicht nur die Insassen seien ihm am Herzen gelegen, er habe auch immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte seiner Kollegen gehabt.

Spaß bei der Arbeit

„Und Ihren Humor haben sie sich bis zuletzt bewahrt, wie auch Ihre Begeisterungsfähigkeit für alle Menschen, mit denen Sie zu tun hatten“ schloss Fritsche. Dies wünsche sie im weiterhin und händigte ihm seinen Pensionärsausweis aus.

Schwab, der sich gerne in größerer Runde von den liebgewonnenen Kollegen aller Dienste verabschiedet hätte, schilderte mit Augenzwinkern einige Höhepunkte seines Berufslebens.

Er zog eine durchweg zufriedene Bilanz. „Ich bin jeden Tag gerne in den Dienst gegangen, ohne Angst, ich habe den Schritt in den Vollzug nie bereut.

Hier habe ich viele wertvolle Menschen – unter Kollegen und Insassen – kennen gelernt, die mein Leben bereichert haben. Dafür bin ich immer dankbar.“

Das Abschiedsgeschenk seiner Mitstreiter aus der Dienstgruppe vier nahm Schwab anschließend aus den Händen seines Nachfolgers, Pascal Eck gerührt entgegen.