Adelsheim

Gemeinderat Im Forstwirtschaftlichen Unternehmen wird im nächsten Jahr mit einem negativen Ergebnis von 39 884 Euro gerechnet

„Ein Blick in eine sehr trübe Glaskugel“

Adelsheim.Ein düsteres Bild des Waldes im Bauland und darüber hinaus zeichneten Jörg Puchta, Leiter der Forstbetriebsleitung Adelsheim, sowie Ralph Melzer, Revierleiter, im Adelsheimer Gemeinderat am Montagabend. Dürresommer, zu nasse Wintermonate, Stürme und Borkenkäferbefall in Kombination mit dem Holzpreisverfall beziehungsweise der Dominierung des Marktes durch große Holzverarbeiter sorgten dafür, dass man aus dem Forstbetrieb keinen zuverlässigen Erlös mehr erzielen könne. Selbst eine Null zu erzielen, werde immer schwerer, so Melzer. Oft lohne sich Aufarbeitung des Holzes nicht mehr. Melzer erklärte weiter, dass viele traditionelle Baumarten bedroht seien: der Ahorn von einem Pilz, die Buche durch die Hitze, die Esche vom Triebsterben. Die Fichte werde auf Dauer in der Region nicht überleben. Auch der vor kurzem noch empfohlenen Douglasie mache die Hitze zu schaffen. Eine Hoffnung sei, dass die nachwachsenden Buchen aus der Naturverjüngung hitzeresistenter sind.

Neue Konzepte und Arten testen

Beide Forstmänner wünschten sich einen verregneten Winter, um den Grundwasserspiegel aufzufüllen. Im Wald müsse man neue Konzepte und neue Arten ausprobieren. Melzer setzt Hoffnung auf Prämien für naturnahe Waldbewirtschaftung, die dann aber nicht nur einmalig sein dürften. Nicht ganz so skeptisch war Jörg Puchta. Aus den drei Trockenjahren könne man noch nicht auf eine Kausalität schließen.

So wird der Wald die Kasse der Stadt Adelsheim 2021 nicht füllen – wie schon in den beiden Vorjahren. Das ergab der forstliche Natural- und Finanzplan für den Stadtwald für 2021, den Jörg Puchta und Ralph Melzer vorlegten. Insgesamt rechnet die Forstbetriebsleitung mit einem Einschlag von 5500 Festmetern und einem negativen Ergebnis des Forstwirtschaftlichen Unternehmens in Höhe von 39 884 Euro – wobei das „einem Blick in eine sehr trübe Glaskugel, eher Kaffeesatzleserei“ gleichkomme, so Puchta. Man wisse einfach nicht, wie sich das Jahr entwickle. Das Ergebnis hänge vom Niederschlag, der Trockenheit, dem Käferbefall und der Entwicklung des Holzmarkts ab.

Das Defizit muss über den städtischen Haushalt ausgeglichen werden. Abschließend stimmte der Gemeinderat dem vorgelegten forstlichen Natural- und Finanzplan für das Jahr 2021 einstimmig zu. sab