Adelsheim

Außergewöhnliche Ehrung Landrat Dr. Achim Brötel überreichte der kommunalpolitisch und sozial engagierten Pädagogin Heide Lochmann das Bundesverdienstkreuz

„Das ist Engagement mit Herz und Seele“

Für ihr außergewöhnliches berufliches und ehrenamtliches Lebenswerk wurde Heide Lochmann mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik ausgezeichnet.

Adelsheim. Landrat Dr. Achim Brötel überreichte Heide Lochmann am Freitagabend im Kulturzentrum, der guten „Stube“ der Stadt Adelsheim, im Auftrag des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier das Bundesverdienstkreuz. Viele Weggefährten würdigten ihr Engagement als Pädagogin, Rektorin der Realschule Osterburken von 1988 bis 2008, als Kommunalpolitikerin im Kreistag, als Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion sowie als Mitglied im Adelsheimer Gemeinderat.

Der Auszeichnung würdig

Als Mitinitiatorin des Asyl-Helferkreises Ende 2014 hat sie sich bei der Betreuung der Asylbewerber und bei der Integration der Geflüchteten hohe Verdienst erworben. Bürgermeister Klaus Gramlich brachte es auf den Punkt: „Als in den letzten Tagen die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes bekannt gegeben worden war, sprachen mich Mitbürger an und sagten: Frau Lochmann ist jemand, der diese Auszeichnung verdient hat und ihrer würdig ist“.

Zur Feierstunde hieß der Bürgermeister Heide Lochmann, ihren Mann Reinhart Lochmann, ebenfalls Träger des Bundesverdienstkreuzes, Mitglieder des Kreistags und Gemeinderates sowie die Besucher willkommen. Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes und die damit verbundene Würdigung einer Person für ihre Leistungen für die Gesellschaft sei keine Alltäglichkeit, stellte das Stadtoberhaupt fest.

Landrat Dr. Achim Brötel freute sich, dass er das außergewöhnliche berufliche und ehrenamtliche Engagement von Heide Lochmann würdigen durfte. Zunächst ging er auf ihren Lebensweg ein, der sie 1972 nach Adelsheim führte, sowie auf ihre berufliche Laufbahn, die am Ganztagsgymnasium Osterburken begann (siehe nebenstehenden Text). Danach wurde sie Konrektorin an der Realschule Osterburken und dort 1988 zur Rektorin ernannt. Sie habe dieses Amt mit viel Herzblut und großem pädagogischen Geschick 20 Jahre ausgeübt und dabei die Schule geprägt und ihr wertvolle Impulse gegeben.

Kommunalpolitik prägt Lebensweg

„Ehrenamtlich ist Dein umfangreiches Lebenswerk ganz maßgeblich durch die Kommunalpolitik geprägt. Die eigenverantwortliche Gestaltung der örtlichen Lebensverhältnisse bleibt eine Daueraufgabe für uns alle“, betonte der Landrat. Wer nicht selbst mitgestalte, müsse nachher das akzeptieren, was von anderen für ihn gestaltet werde. „Wir dürfen unser Leben nicht anderen und schon gar nicht den Rattenfängern der Demokratie überlassen.“

Als Bilanz seiner Würdigung von Lochmanns Arbeit im Kreistag sagte Brötel: „Wenn man die Kreisrätin Heide Lochmann charakterisieren will, dann ist da in erster Linie die große Sachkenntnis zu nennen, aber auch die wohltuende, unaufgeregte und gerade deshalb oft ausgleichende Art“. Ihre zwar in der Sache feste, aber niemals festgefahrene Meinung und ihre kommunikative, stets sachliche und im Ton moderate Art trage wesentlich zu einer guten Diskussionskultur im Kreistag bei. Heide Lochmann gehöre zu denen, die „immer nach konstruktiven Lösungen suchen“.

Der Landkreis habe in der Hochphase des Flüchtlingszustroms wirklich Herz gezeigt, denn kein zweiter Kreis in Baden-Württemberg habe bezogen auf seine Einwohnerzahl mehr Flüchtlinge aufgenommen. Letztlich sei dies nur gelungen, weil so viele Menschen auf bewundernswerte Weise mitgezogen haben, so Brötel. Heide Lochmann sei ganz vorne mit dabei gewesen und dürfe als Triebfeder der Adelsheimer Gruppe, von der Organisation der regelmäßigen Treffen bis hin zur konkreten Beratung, Begleitung, Sprachförderung oder ganz einfacher notwendiger Alltagshilfe für geflüchtete Menschen, bezeichnet werden. „Das ist bürgerliches Engagement im besten Sinne des Wortes. Mit Herz und Seele zugleich, zumal die eigentliche Herausforderung ja noch vor uns liegt, wenn es darum geht, den entwurzelten Menschen dabei zu helfen, nachhaltige Wurzeln in ihrer neuen Heimat zu schlagen“, so Brötel abschließend.

Große Verdienste erworben

Bürgermeister Gramlich dankte Dr. Brötel für seine Laudatio und gratulierte Heide Lochmann im Namen der Stadt Adelsheim, des Gemeinderates und der Bürger zu der Auszeichnung. Dabei ging er ebenfalls auf ihre beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeiten ein. „Du, liebe Heide, hast Dir durch Deine allzeit mit großer ehrenamtlicher und uneigennütziger Einsatzbereitschaft geleistete Arbeit große Verdienste um unsere Stadt und die hier lebenden Menschen erworben. Dafür danke ich Dir“.

Den Reigen der Grußwortredner eröffnete der Landtagsabgeordnete Georg Nelius (SPD), der im Namen des SPD-Kreisverbands und der SPD-Kreistagsfraktion Glückwünsche überbrachte. Heide Lochmann habe sich große Verdienste um das Gemeinwohl erworben. Sie zähle zu den profiliertesten regionalen Politikerinnen. „Für mich persönlich ist Heide Lochmann eine verlässliche Partnerin bei allen Aktivitäten zur Weiterentwicklung der Region.“

Klar zur SPD bekannt

Heide Lochmann habe sich früh, in einer Zeit, als das in Adelsheim für Leute aus der bürgerlichen Klasse nicht selbstverständlich gewesen sei, klar zu den Sozialdemokraten bekannt. „In jahrzehntelanger Mitarbeit im Kreistag und Stadtrat hat sie deren Aufstieg mitgestaltet. Dass wir heute eine ernstgenommene Kraft im Kreis sind, verdanken wir auch ihr“, lobte Nelius.

Ralph Gaukel, stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Bauland und Fraktionsvorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion, sagte: „Für mich bist Du in der SPD-Fraktion, in unserer gemeinsamen Zeit seit über 16 Jahren, immer ansprechbar und dies fast rund um die Uhr. Deine Meinung war und ist uns immer wichtig. Dein Lob, aber auch Deine feine, leise Kritik ist für unsere Fraktionsarbeit wichtig“.

Gaukel ging ebenfalls auf die Arbeit im „Helferkreis Asyl“ ein und bezeichnete Heide Lochmann als Motor dieses Kreises. Er dankte mit den Worten: „Du warst stets eine Freundin und Politikerin, auf deren Wort ich mich verlassen konnte. Die sozialdemokratischen Ideale, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität verkörperst Du in besonderer Weise und beispielhaft“.

Karlheinz Graner, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, übermittelte deren Glückwünsche und dankte Heide Lochmann für ihren engagierten Einsatz in der Fraktion.

Blick für das Notwendige

Heidemarie Schulz übermittelte die Glückwünsche des „Helferkreises Asyl“ und betonte, dass es Menschen in der Gesellschaft benötige, die den Blick für das Notwendige haben. Seit vier Jahren gehöre die Integration von Asylbewerbern zur Aufgabe des „Helferkreises“. Mindestens 150 Asylsuchende seien im Friedrich-Gerner-Ring untergebracht gewesen. Die Aufgaben für die ehrenamtlichen Helfer seien immer größer geworden durch Arbeitssuche, Wohnungssuche und Unterbringung. In Adelsheim und Sennfeld wohnten 50 geflüchtete Menschen, mit denen freundschaftliche Beziehungen geschlossen wurden. „Heide Lochmann hat hier einen maßgeblichen Beitrag geleistet. Ich danke Dir für alles, was Du im Helferkreis geleistet hast“, so Schulz.

Heide Lochmann dankte abschließend Bürgermeister Gramlich für die Ausrichtung der Feier und die anerkennenden Worte sowie den Grußrednern. Der Festakt war musikalisch am Klavier von Dr. Christoph Ellwanger umrahmt worden.