Adelsheim

Netze BW Adelsheim übernimmt Anteile für 1,5 Millionen Euro

„Das Geld ist nicht weg, sondern es wird mehr“

Adelsheim.Wie viele andere Kommunen in der Region stand auch die Stadt Adelsheim und damit ihr Gemeinderat vor der Frage, ob sich die Kommune an der EnBW-Tochter Netze BW beteiligen will. Zuletzt hatte sich Osterburken für einen Kompromiss entschieden: Die Stadt beteiligt sich, aber nicht in der maximal möglichen Höhe (die FN berichten).

Konkret geht es darum, dass die Städte und Gemeinden Anteile an der „Kommunalen Beteiligungsgesellschaft Netze BW GmbH & Co. KG“ erwerben können – und die wiederum ist an der Netze BW GmbH beteiligt.

Gute Rendite

Die Beteiligung ist ohne Befristung, zunächst aber für fünf Jahre (Eintritt 1. Juli 2020) oder vier Jahre (Eintritt 1. Juli 2021), bei einer festgelegten jährlichen Ausgleichzahlung.

Voraussetzung der Beteiligung ist, dass die Netze BW Eigentümerin und Betreiberin des örtlichen Strom- oder Gasverteilnetzes ist – was in Adelsheim der Fall ist.

Die Beteiligung kann zwischen mindestens 200 000 Euro und maximal 1 500 677 Euro liegen, wenn Adelsheim zum 1. Juli 2020 eintritt, erläuterte Kämmerer Rainer Schöll am Montagabend dem Gemeinderat.

Die Stadt erhält jährlich 3,6 Prozent Rendite. Abzüglich der Verwaltungskosten, der anfallenden Kapitalertragssteuer und des Solidaritätszuschlags bleiben 2,9 Prozent. 2,75 Prozent sind es noch, wenn man die Kreditkosten abzieht, rechnete Schöll vor.

Die Inflationsrate dagegen ist nicht eingerechnet, so der Kämmerer auf Nachfrage von Stadtrat Michael Sauter.

Risiko „überschaubar“

Fünf Jahre muss die Kommune die Anteile halten, danach könne man sich überlegen, sie an die Beteiligungsgesellschaft zurückzugeben oder für weitere fünf Jahre zu behalten oder zurückzugeben.

Ein beauftragter Wirtschaftsprüfer habe bestätigt, dass das Risiko eines Wertverlusts „überschaubar“ und das Risiko des Totalverlustes „unwahrscheinlich“ sei, so Schöll.

Für den Erwerb der Anteile muss die Stadt einen Kredit aufnehmen. Doch dabei handele es sich um „rentierliche Schulden“, so Bürgermeister Wolfram Bernhardt. Denn „das Geld ist nicht weg, sondern wird mehr.“ Das Vorgehen sei auch mit dem Landratsamt abgestimmt.

Einstimmige Entscheidung

Einhellig stimmte der Gemeinderat dem Beteiligungsangebot an der Kommunalen Beteiligungsgesellschaft Netze BW mit einem Betrag von 1,5 Millionen Euro zum 1. Juli 2020 zu. sab