Adelsheim

Kindergartensituation Stadt beteiligt sich stärker am Defizit / Befristete Plätze angesichts des Bedarfs festgeschrieben

Das Förderprogramm „Sprach-Kita“ geht in die Verlängerung

Archivartikel

Adelsheim.Die Verträge der Stadt Adelsheim mit den evangelischen Kindergärten Adelsheim und Sennfeld werden neu festgesetzt. Das hat der Gemeinderat am Montagabend beschlossen.

Mit der Neuregelung sollen einige bislang nur befristet vereinbarte Kindergartenplätze festgeschrieben werden, berichtete Kämmerer Rainer Schöll in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Kindergarten.

Dass diese auch in Zukunft gebraucht würden, habe man schon im Herbst bei der Kindergartenbedarfsplanung festgestellt. „Alle diese Plätze sind nötig.“

Gleichzeitig werden die Verträge auf das neue Muster umgestellt. Wesentliche Veränderungen ergeben sich durch die neuen Verträge nicht, so Schöll, der die Details erläuterte.

Mehrkosten von 2000 Euro

Zudem wurde auf Beschluss des Gremiums die Beteiligung der Stadt an den Defiziten der Kindergärten erhöht. Bislang betrug die städtische Defizitbeteiligung im evangelischen Kindergarten Adelsheim 90 Prozent plus 100 Prozent für eine Gruppe. Im Ergebnis 2018 ergab sich daraus eine Beteiligung von 91,6 Prozent. Künftig werden es 92 Prozent Defizitabdeckung sein. In Sennfeld betrug die bisherige Beteiligung am Minus 90 Prozent plus 6000 Euro, im Ergebnis 2018 waren es 92,8 Prozent. Künftig werden es nun 93 Prozent sein. Insgesamt ergeben sich dadurch jährliche Mehrkosten von rund 2000 Euro.

Zustimmung gab es auch zur Fortführung des Programms „Sprach-Kita“ im katholischen Kindergarten Don Bosco in Adelsheim. Seit Mai 2016 nimmt der Kindergarten am Bundesprogramm „Sprach-Kita: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teil, berichtete Schöll. Der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund im Kindergarten Don Bosco sei nach wie vor außergewöhnlich hoch, was die Erzieher vor große Herausforderungen stelle. Deshalb wolle man das ursprünglich bis Ende 2019 befristete Programm um ein Jahr bis Ende 2020 verlängern. Die katholische Kirchengemeinde habe den entsprechenden Antrag auf Fortführung gestellt und „wir wollen das gern unterstützen“, so Schöll. Die „Sprach-Kita“ verursacht Mehrkosten von jährlich rund 10 000 Euro, welche die Stadt nun zu 90 Prozent übernimmt, sie zahlt also 9000 Euro. Der Bund fördert die „Sprach-Kita“ mit 32 000 Euro, eine Komplementärförderung sei trotzdem nötig, erläuterte der Kämmerer auf Nachfrage aus dem Gremium.

Einhellige Entscheidung

Die städtische Defizitbeteiligung bleibt beim katholischen Kindergarten wie bisher bei 90 Prozent. Alle Beschlüsse – die Festschreibung der Plätze, die Beteiligung am Minus und die weitere Förderung der „Sprach-Kita“ – fielen einhellig. sab