Adelsheim

„Die Kinder vom Schmetterlingshof“ Autorin Gisela Sachs verarbeitet in ihrem Buch Erinnerungen an die liebevollen Großeltern

Beim Schreiben an „Opa Willem“ gedacht

Archivartikel

„Und schon folgt der nächste Streich“ könnte man frei nach Wilhelm Busch sagen: Gisela Sachs hat ein neues Buch vorgelegt. „Die Kinder vom Schmetterlingshof“ richtet sich an junge Leser.

Heilbronn/Adelsheim. In kindgerechter Sprache erzählt das jetzt erschienene Werk der in Adelsheim geborenen Wahl-Heilbronnerin vom Leben der siebenjährigen Anna auf dem Bauernhof – mit all seinen Umbrüchen.

Gleich in den ersten Zeilen erfährt der Leser von den fast paradiesischen Zuständen auf dem „Schmetterlingshof“. „Wir haben viele Tiere“, berichtet die Ich-Erzählerin Anna, und es folgt eine ziemlich komplette Liste dessen, was man auf einem Bilderbuch-Bauernhof erwartet: „Hühner, Enten, Gänse, Kaninchen, Kühe, einen Gockelhahn, die dicke Katzenmutter Minka, drei getigerte Katzenbabys und den Hofhund Bello.“

Drei Generationen

Ebenso idyllisch ist die Lage: „Unser Hof ist umgeben von Wiesen, Wäldern und Feldern. Und vom Frühjahr bis zum Herbst tanzen bunte Schmetterlinge in den Blumenfeldern. Und wegen der vielen Schmetterlinge nennt man unseren Hof Schmetterlingshof.“

So „heil“ bleibt die Welt der kleinen Anna aber nicht, denn es gibt viele Veränderungen im Drei-Generationen-Bauernhof. Die Familie schafft die Arbeit mit den Tieren und dem Hofladen nicht mehr. Vor allem ist da die Oma, die ins Heim muss, weil sie „komische Sachen“ macht und schließlich gar nicht mehr aufstehen kann und will. Es kommen fremde Kinder zu Besuch, es entwickeln sich neue Beziehungen, es kommt ein Geschwisterchen. Das schildert die 67-jährige Autorin, die seit vielen Jahren mit ihrem Mann im Heilbronner Stadtteil Sontheim lebt, in einer einfachen Sprache, die deshalb trotzdem immer wieder auch tiefgründig ist – gerade recht zum Selbstlesen oder zum Vorlesen.

Eine wichtige Bezugsperson für die kleine Anna ist ihr Opa, der viele Geschichten erzählt und immer etwas zu lachen hat. Das ist kein Zufall: Gisela Sachs hat „Die Kinder vom Schmetterlingshof“ ihren Großeltern gewidmet, Oma Anna und Opa Wilhelm Berg.

Über diesen „Erzähler-Opa“ haben die Fränkischen Nachrichten bereits berichtet; der verstorbene Heimatkundler Reinhold Merkle widmete ihm einen seiner kundigen, humorvollen Texte.

Dieser Opa lebt im jüngsten Werk der Schriftstellerin wieder auf. „Beim Schreiben habe ich viel an meinen Opa gedacht. Ich war so vertieft, dass ich ihn sogar gerochen habe“, erzählt Gisela Sachs im Gespräch mit den FN.

Spuren der Liebe hinterlassen

Die Oma, von deren selbstgemachter Marmelade die kleine Anna in dem Kinderbuch schwärmt, die so schöne Etiketten gestaltet und wundervolle Sträuße binden kann, hat natürlich viel von Gisela Sachs’ Großmutter Anna: „An die Oma denke ich auch viel“, sagt Gisela Sachs, „an ihr leckeres Essen, immer frisch aus dem hauseigenen Garten. An ihre Geduld. Nie im Leben habe ich ein böses Wort von ihr gehört. Nie ist sie laut geworden.“

Beide Großeltern haben, so Sachs, „Spuren der Liebe hinterlassen“, und das über die Jahrzehnte hinweg. Das und die Wertschätzung der Familie schwingt auch im neuen Kinderbuch mit.

Seit 13 Jahren schreibt und veröffentlicht Gisela Sachs. Preise gab es von verschiedenen Institutionen – zum Beispiel vom „Haus der Geschichte“ beim Wettbewerb der Bonner Buchmesse „Migration“. Sehr wichtig ist es der Autorin, dem Nachwuchs das Lesen nahe zu bringen. Deshalb engagiert sie sich ebenfalls seit Jahren bei den verschiedenen Aktionen in Schulen. Regelmäßig liest sie nicht nur in der Martin-von-Adelsheim-Schule, sondern auch in Schulen im Heilbronner Raum. Zuletzt verschenkte sie ihre Geschichte vom „Pausenhofbaum“ auf digitalem Weg an Schulen der Region. Die nächste Aktion ist zum bundesweiten Vorlesetag im November geplant – Corona hin oder her.

Gleichzeitig mit „Die Kinder vom Schmetterlingshof“ sind neun ältere Bücher von Gisela Sachs neu erschienen. Darunter sind humorvolle Geschichten vom Älterwerden ebenso wie Krimis und weitere Kinderbücher.

Die Titel sind „Hans im Glück (K)ein Ehemärchen“, „Vorsicht! Mann in Wechseljahren“, „Die Versandhausbraut“, „Schwiegermutteralarm“, „Hilfe Er ist in Rente“, „Tatort Deutschland“, „Ave Maria: Höre Kindes Flehen“, „Großer Bruder sein“, „Im Weihnachtswunderland“ und „Der Pausenhofbaum“.

Ein weiteres Buch ist fertig, aber noch nicht verlegt, ein neues Werk ist schon in Arbeit. Über diese neuen „Streiche“ von Gisela Sachs wird demnächst berichtet . . .