Adelsheim

Goldene Hochzeit Valentina und Konstantin Lepik sind 50 Jahren verheiratet

Bei ihnen wird die Gastfreundschaft groß geschrieben

Adelsheim.Vor 50 Jahren, 1970, handelte Willy Brandt die Ostverträge aus, die Beatles trennten sich und Muhammad Ali beendete seine Boxkarriere. Eine sehr lange Zeit ist seitdem vergangen. Und genauso lange hält bereits die Ehe von Valentina und Konstantin Lepik, einem sympathischen Paar, bei dem die Gastfreundschaft in ihrer liebevoll eingerichteten Wohnung noch immer sehr hochgehalten wird. Ein jeder Gast wird mit selbst gemachter Marmelade und vielen anderen Köstlichkeiten verwöhnt.

In Kasachstan geboren

Valentina Lepik wurde 1950 in Semipalatingk im Nordosten Kasachstans, nahe der russischen Grenze, in eine russlanddeutsche Familie hineingeboren. Nach einer dreijährigen Ausbildung in einer medizinischen Schule arbeitete sie als Krankenschwester in Kasachstan.

Ihr Mann Konstantin wurde 1949 in Weißrussland geboren und war nach fünfjähriger Ausbildung und Prüfung ein hoher Polizeioffizier der Kriminalpolizei im kasachischen Dorf Georgievka im Süden nahe der kirgisischen Grenze.

Dort lernte er seine Valentina in einer Disco kennen und lieben. Sein Bruder und seine Schwester sind heute noch in Belarus. Konstantin ist heute die gute Seele des Hauses, seine Mithilfe als Hausmeister im Haus in Adelsheim ist sehr gefragt und geschätzt.

Große Familie

Dem Ehepaar wurden zwei Kinder und fünf Enkel geschenkt. Mit den Jubilaren freut sich auch Valentinas 94-jähriger Vater. Ihre Tochter Nina ist niedergelassene Ärztin und arbeitet zusammen mit ihrem Mann in Bad Friedrichshall. Die beiden haben einen kleinen Sohn und eine Tochter. Sohn Viktor arbeitet im Handel in Möckmühl und hat drei Kinder, zwei Jungen und ein Mädchen zwischen 10 und 19 Jahren. „Die kleine Tochter spricht noch gut russisch“, erzählt Paar sichtlich stolz. Sie bedauern etwas, dass ihre Enkel zum Teil mit der russischen Sprache nicht mehr so viel anfangen können. 2003 kam das Ehepaar nach längerer Überlegung nach Deutschland. Lange hielt sie Konstantin Lepiks guter Berufsstand von der Ausreise zurück. Elf Jahre des Briefkontakts seit 1992 bedurften es, um sie schließlich zu überzeugen, nach Deutschland zu kommen. Doch sie haben diesen Schritt nie bereut. Ihren neuen Mitbürgern sind sie für ihre große Hilfe sehr dankbar und haben die deutsche Organisationsfähigkeit schätzen gelernt. cg