Adelsheim

Vorhaben in Adelsheim Bauträger Benjamin Niestroj und Bürgermeister Wolfram Bernhardt stellten das Projekt in der Hergenstadter Straße 3 vor

Bauarbeiten sollen im Frühjahr beginnen

Archivartikel

Wohnungen sind in Adelsheim Mangelware. Da passt es, dass Architekt Niestroj im Rahmen eines städtischen Investorenwettbewerbs in der Hergenstadter Straße neun Wohnungen schaffen will.

Adelsheim. In einem Pressegespräch stellten Bürgermeister Wolfram Bernhardt und Benjamin Niestroj, Architekt und Bauträger aus Adelsheim, die Planung für den Gebäudekomplex vor. Zunächst wurde daran erinnert, dass das Haus in der Hergenstadter Straße 3 zuletzt leer stand und man dann bei der Stadt beschlossen habe, das Grundstück zu kaufen – das geschah im November 2018 – und einen Investorenwettbewerb durchzuführen.

Hintergrund ist, so Wolfram Bernhardt und Benjamin Niestroj, dass man von allen Seiten angesprochen und nach Wohnungen ebenso wie nach Baugrundstücken und Häusern in Adelsheim gefragt werde. Bernhardt verwies auf Gespräche mit Verantwortlichen des Würth Logistik Centers und mit der Justizvollzugsanstalt – alle Gesprächspartner nannten fehlenden Wohnraum als großes Problem. Ein Thema für das nächste Jahr wird aus der Sicht des Bürgermeisters deshalb auch eine Kartierung der Leerstände in der Kernstadt und den Stadtteilen sein.

Benjamin Niestroj verwies auf laufende Projekte in Osterburken und Mosbach, in denen er bereits mit seiner „Niestroj Bauwerk GmbH“ aktiv ist: Ein Risiko sieht er trotz der bevorstehenden Millioneninvestition angesichts des großen Bedarfs an Wohnraum nicht.

In der Ausschreibung, welche die Stadtverwaltung formulierte, wurde unter anderem vorgegeben, wie die Nutzung des Grundstücks aussehen sollte – barrierefreie Wohnungen, aber auch Büros wären möglich gewesen.

Viel Grün bleibt

Wichtig war der Stadtverwaltung und auch dem Gemeinderat, dass nur der untere, etwa 1300 Quadratmeter große Bereich des Grundstücks bebaut wird. Der grüne Hang unmittelbar hinter dem bestehenden alten Wohnhaus soll erhalten bleiben. Das Gebäude selbst wird abgerissen.

Neben einem ersten Entwurf sollte der jeweilige Investor auch ein Gebot für das Grundstück abgeben. „Dieser Preis hat jedoch bei der Entscheidung keine ausschlaggebende Rolle gespielt, der Zuschlag ging nicht an den Meistbietenden“, so Bernhardt und Niestroj übereinstimmend.

In seiner Sitzung am 23. September bildete der Gemeinderat im Rahmen des Investorenwettbewerbs ein Vorauswahlgremium aus den Fraktionssprechern, Hauptamtsleiterin Dagmar Steinbach, Bauamtsleiter Stefan Funk und Bürgermeister Bernhardt.

Dieses Gremium hatte über zwei eingereichte Angebote zu beraten. Dabei, so Bernhardt, wurde ein Katalog von Kriterien entwickelt und entsprechende Bewertungspunkte vergeben – natürlich waren die eingereichten Angebote anonymisiert. Das Votum wurde dem Gemeinderat weitergereicht. Dort fiel dann die Entscheidung für das Vorhaben von Niestroj Bauwerk.

Über einen Aufzug erschlossen

Einen Bebauungsplan gibt es in dem Gebiet nicht, man orientiere sich in der Firsthöhe an den Nachbargebäuden, informierte Benjamin Niestroj über den Entwurf seines Büros. Geplant ist ein Komplex mit zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss, der deutlich von der Straße zurückgesetzt in den Hang gebaut werden soll.

Neun Wohnungen entstehen

Entstehen werden neun Wohnungen, die zwischen 72 und 104 Quadratmeter groß und über einen Aufzug erschlossen sind, sowie die dazugehörigen Garagen und Stellplätze.

Die „Villa Pergola“, so der Projektname, hält die gesetzlich geforderten Grenzabstände mehr als ein und hat ohne Garage eine Grundfläche von etwa 530 Quadratmetern.

Gebaut wird nach modernsten Anforderung an Dämmung und Energieeffizienz, angestrebt wird eine Pelletsheizung, so Niestroj. Auch Photovoltaik auf dem Flachdach wäre denkbar – wenn es die künftigen Eigentümer wollen, schränkte der Architekt ein.

Der Bauträger Niestroj Bauwerk wird das Grundstück für 50 000 Euro kaufen, das Mindestgebot war in der Ausschreibung mit 40 000 Euro beziffert. Den Abbruch des alten Wohngebäudes samt Schuppen kalkulierte Benjamin Niestroj mit 30 000 Euro. Der Bauantrag wird in den nächsten 14 Tagen eingereicht, berichtet der Architekt weiter. Mit der Baugenehmigung rechnet er im Februar, Baubeginn könnte also im April oder Mai sein. Danach ist mit einem guten Jahr Bauzeit zu rechnen.

Am Rande erwähnte Niestroj noch, dass sein Unternehmen Mitglied und Unterstützer des „Help“-Vereins sei (www.help-sommermaerchen-team.de). Von jeder verkauften Wohnung am Projekt „Villa Pergola“ gehen 500 Euro an den Verein.