Adelsheim

Fastnachtsauftakt in Adelsheim „Allezer Gäässwärmer“ wollten nicht ganz verzichten / Video zeigt Befreiungsaktion und Ansprache des Sitzungspräsidenten

„Balzele-Schreiner“ erwachte digital

Archivartikel

Zur Überraschung aller erwachte der „Balzele-Schreiner“, die Traditionsfigur der Adelsheimer Fastnacht, doch. Und zwar digital.

Adelsheim. Da der „Balzele-Scheiner“ von selbst erwachte, musste die „Gäässwärmerzunft Alleze“ trotz der andauernden Corona-Pandemie nicht auf das traditionelle Wecken des „Balzele-Schreiners mit Fraa un Kinner“ am 11.11. verzichten.

Alternative gesucht und gefunden

„Für uns als Verein stand die Frage im Raum, wie wir doch ein wenig Fastnacht zu den Leuten nach Hause bringen und gleichzeitig nochmals die Absage der Allezer Fasnacht kommunizieren können“, meint Sitzungspräsident Ralf Ulrich. Gemeinsam habe man an einer digitalen Alternative zum „Balzelewecken“ im Museumshof gesucht und schließlich gefunden. Und so ging pünktlich am 11.11. um 17.30 Uhr auf den Social-Media-Kanälen der „Gäässwärmerzunft“ ein Video online.

Darin zu sehen sind die verschiedenen Zunftfiguren Trachten, Hexe und Gääss, Elferrat und Tänzerin der Zunft, die ein merkwürdiges Klopfen vernehmen. Auf der Suche nach dessen Ursprung landen alle am Museum und kommen zu dem Schluss, dass das Klopfen nur vom „Balzele-Schreiner“ kommen kann. Schließlich hat ihn noch niemand über die Absage der Fastnacht und die Corona-Pandemie informiert. Mit Sägen und Hämmern versucht man, ihn zu befreien. Die Befreiungsaktion wird schließlich durch den Allezer Büttel (Michael Sauter) unterbunden, der einen Schlüssel für das Museum dabei hat und den „Balzele-Schreiner“ (Sebastyan Hoarca) befreit. Dieser erscheint schlaftrunken im Museumshof, leert seinen „Nachthafen“ aus und fragt sichtlich irritiert: „Hahaha, ich bin ufgewacht, is desjohr kee Fasenacht? – Hört sich do ned alles uff. Hey, SiPrä komm und klär mich uff!“

„Die Fasenacht, die find’ ned statt, lahmgelegt die Gäässestadt“, beginnt Sitzungspräsident Ulrich anschließend seine kurze Rede. Darin geht er auf die zahlreichen Regeln und Gegebenheiten ein, welche die Corona-Pandemie mit sich bringt. Auch die schwierige Lage der Einzelhändler sowie der Vereine in der Stadt beleuchtet er.

Anschließend versucht er zu erklären, wie all die Regelungen dazu beitrugen, dass man sich für eine Absage der Allezer Fasnacht entschieden hat. „Am SchmuDo ned zusammestehn, ned gemeinsam uf die Umzüge gehen. Schunkeln mit Abstand, und aus de Ferne nur lache, des wär kee Fasnacht wie wir sie gern mache.“