Adelsheim

Tauschaktion Für eine Tasche Lesestoff bekam Gisela Sachs von Uwe Götz einen Korb Würste / Stadtbücherei erhält die Bücher

„Ach, die sind schnell weg“

Adelsheim.Gisela Sachs kommt auf die verrücktesten Ideen. Das darf man so sagen. Erstens, weil es stimmt, und zweitens, weil sie es selber auch so sieht. Der neueste Coup der in Adelsheim geborenen Autorin von Kinderbüchern und Krimis: „Tausche Buch gegen Bratwurst.“ Kein Scherz.

„Der Kühlschrank ist leer und der Bücherschrank voll.“ Diese Entdeckung habe sie neulich gemacht, nachdem sie gleich zehn aktuelle und ältere Werke frisch verlegen ließ, erzählt Gisela Sachs im Gespräch mit den FN.

Natürlich ist es auch Corona und dem durch die Pandemie bedingten gewissen Leerlauf zu verdanken, dass Gisela Sachs auf solche Ideen kommt. Die sonst üblichen Lesungen und Reisen können ja nicht stattfinden.

Sowieso denkt sie in ihrer Wahlheimat Sontheim oft an Adelsheim. Und da liegt – besonders bei leerem Kühlschrank – der Gedanke an Metzger Uwe Götz und seine feinen Bratwürste nahe. Schließlich wohnten die Eltern von Gisela Sachs um die Ecke in der Adelsheimer Schlossstadt. Und Uwe Götz steht mit seiner Frau Doris mit seinem Betrieb – einem der ältesten Geschäfte in Adelsheim – für stolze 113 Jahre Familientradition.

Also ging Gisela Sachs mit ihrer Bratwurst-Buch-Tauschidee auf Uwe Götz zu. Der wollte sich darauf auch einlassen, wollte aber einen guten Zweck damit verbinden. Und so kamen Petra Berger und die Adelsheimer Stadtbücherei ins Spiel. Die Bibliotheksleiterin freute sich über das Angebot, die Bücher von Gisela Sachs für die Bücherei zu bekommen.

Dann ist es soweit: Bei einem Vororttermin werden zehn Bücher gegen einen schönen Korb voll geräucherter Bratwürste getauscht. Ein Schälchen Apfel-Griebenschmalz gibt es noch obendrauf.

„Was hast Du Dir eigentlich gedacht, als ich Dir das mit dem Bratwursttausch angeboten habe? Sei ehrlich!“, fragt Gisela Sachs lachend ihren alten Freund Uwe Götz. Der zögert kurz, lacht auch und meint: „Ich war schon überrascht.“

Gisela Sachs versteht und legt nach: „Gell, die Leute sagen manchmal, ich bin noch verrückter als mein Opa Willem“. Wilhelm Berg galt in Adelsheim als „Original“ mit den vielen Geschichten, die er so erzählte.

„Ach, die sind schnell weg“, erzählt Gisela Sachs auf die Frage, was sie mit den vielen Würsten jetzt vorhat. Einen Teil bekommt die Schwester, ein paar sind für Freunde in Heilbronn gedacht, einige kommen gleich in einen Eintopf und der Rest in die Tiefkühltruhe.

Die Bücher wird Uwe Götz dann demnächst an die Stadtbücherei weitergeben.