AdUnit Billboard
Ausflugstipps in der Region

Auf den Spuren der Kelten und Römer

Viereckschanzen, Steinhügel und Überreste von Befestigungsanlagen - die Römer und Kelten haben in der Metropolregion an vielen Stellen Spuren hinterlassen. Wir zeigen Ihnen die außergewöhnlichen Orte, die Besucher in längst vergangene Zeiten entführen.

Bild 1 von 8

Wie haben die Kelten vor vielen hunderten von Jahren gelebt und gearbeitet? Das erfahren Geschichtsinteressierte bei einem Besuch des keltischen Oppidums nahe des Creglinger Stadtteils Finsterlohr. Die ehemalige keltische Siedlung im südöstlichen Zipfel des Main-Tauber-Kreises war kurz vor Christi Geburt die siebtgrößte ihrer Art in. Ein mehrere Kilometer langer Wall mit einer rekonstruierten Pfostenschlitzmauer, ein aussagekräftiger Lehrpfad, ein Keltenhaus und ein Backofen können heute auf dem frei zugänglichen Gelände entdeckt werden. An einem Info-Zentrum erfahren Besucher Grundlegendes über das Oppidum und seine Erbauer, bevor sie sich auf den rund 2,5 Kilometer langen Lehrpfad mit sieben Stationen begeben. Der archäologische Lehrpfad ist für Wanderer und Spaziergänger geeignet, für Radfahrer und Rollstuhlfahrer jedoch nur eingeschränkt befahrbar.

© Angela Kopanitsak

Bild 2 von 8

Der Rundweg IGH-59 kann an mehreren Stellen gestartet werden, an der St. Franziskus Kirche in Bernfelden, dem Wanderparkplatz Hagenhof oder von Simmringen aus am Wanderparkplatz Stockach an der B19. Die klassische, etwa 2,5km lange Route, beginnt an der Bernfeldener St. Franziskus Kirche und führt direkt zum IGH-59, dem „Baumriesenpfad Lindach”. Dort gibt es wahre Baum-Veteranen zu bestaunen, die teilweise bis zu 200 Jahre alt sind und 40m Höhe erreichen. Infotafeln entlang des Weges bieten die Möglichkeit, mehr über die schönsten Exemplare der Baumriesen zu erfahren. Am Ende des Baumriesenpfads bietet sich die Möglichkeit, auf dem befestigten Waldschotterweg in Richtung Simmringen zu laufen, um sich auf die Spuren der Kelten zu begeben. Viereckschanzen oder keltische Hügelgräber verbergen sich in den Tiefen des Waldes, sind aber auf Infotafeln markiert. Nach Möglichkeit sollte der Waldweg jedoch nicht verlassen werden, um das Wild in seinen Einständen nicht zu stören.

© Ingrid Kaufmann-Kreusser

Bild 3 von 8

Wenn man, an der Kirche in Gerichtstetten startend, dem Wanderweg G4 folgt, gelangt man in ein Wäldchen, in dem sich ein spannendes Stück prähistorischer Geschichte verbirgt: Eine Viereckschanze aus der spätkeltischen Zeit. Mit jeweils über 100 Metern Länge an jeder Seite, vermittelt die gut erhaltende Schanze, die an allen Seiten von einem Erdwall umgeben ist, ein eindrucksvolles Bild von der gewaltigen Anlage. Da Keltenschanzen vor allem im Süden vermehrt auftreten und sich die Gerichtstettener Schanze weiter nördlich, unweit des Limes im Odenwald, befindet, wurde die Anlage ursprünglich für ein Relikt aus der Römerzeit gehalten. Erst großflächige archäologische Untersuchungen im späten 19. Jahrhundert brachten die Wahrheit ans Licht: dem Archäologen Karl Schumann gelang es 1899, die Schanze in den richtigen zeitlichen Kontext einzuordnen. Die Anlage wurde auf das 1. Und 2. Jahrhundert v. Chr. datiert und Schumann betitelte die Anlage als „Gallische Schanze“. Damit leistete die Untersuchung der Gerichtstettener Viereckschanze einen wichtigen Beitrag zum Fortschritt der Keltenerforschung in Süddeutschland.

© Geopark Infozentrum Walldürn
AdUnit Billboard_1
AdUnit Mobile_Pos2

Bild 4 von 8

Wer sich auf die Spuren der Römer im Odenwald begeben möchte, folgt am besten dem Limes-Lehrpfad Walldürn. Der Einstieg ist ausgeschildert und befindet sich am Heidingsfelder Weg gegenüber dem Autohaus Golderer. Dort sind auch kostenlose Parkplätze vorhanden, sodass einer Anreise mit dem Auto nichts im Weg steht. Der Pfad erstreckt sich über 2,3 km und führt vom Walldürner Ortsrand bis zum Limes. Entlang der Strecke gibt es Einiges zu entdecken: durch erhaltene Grundmauern der Wachtürme und der Wall-Graben Anlage sowie einen rekonstruierten Palisadenabschnitt erhält man ein eindrucksvolles Bild des Grenzwalls. Wer nach Ende des Wanderwegs noch mehr vom Limes erkunden möchte, kann den Limes-Fernwanderweg, der bis nach Miltenberg führt.

© Stadt Walldürn

Bild 5 von 8

Das Römerbad am Limeskastell ist etwa einen Kilometer südöstlich von Walldürn gelegen. Die Anfahrt mit dem Auto erfolgt über die Landstraße von Walldürn (B27) nach Waldstetten (L577) Richtung Flugplatz. Die Zufahrt zum Römerbad ist ausgeschildert, ein Besucherparkplatz befindet sich unmittelbar neben dem Bad. Die Anlage, die etwa im 2. Jahrhundert n. Chr. angelegt wurde, liefert möglicherweise die Erklärung für den Knick im sonst geradlinigen Verlauf des Limes: Die Römer benötigten die Quelle, die dort entspringt, vermutlich für ihre Wasserversorgung. An dieser Quelle errichteten sie ein Kastell und ein Bad für die Soldaten, dessen rekonstruierte Grundmauern am Standort es den Besuchern ermöglichen, einen guten Eindruck über die Struktur der Anlage zu gewinnen. Ausgrabungen in den 1970er Jahren förderten einen Weihestein an die Göttin Fortuna zutage, von dem heute eine Kopie am Standort zu finden ist. Dort sind einige Hinweise auf die Geschichte des Römerbads sowie dort stationierte Soldaten zu entdecken. Vom Kastell oberhalb des Bades sind noch die Außenmauern in Form eines Walls zu erahnen.

© RALF MARKER

Bild 6 von 8

Osterburken wird nicht umsonst als „Römerstadt“ bezeichnet: Überbleibsel des UNESCO-Welterbes Limes sind hier an vielen Stellen erhalten. Im frei zugänglichen Limespark rund um das Römermuseum tauchen Besucher in längst vergangene Zeiten ein und bestaunen die konservierten Mauern und ausgehobenen Gräben des Annexkastells. Etwa einen Kilometer südlich des Museums erhebt sich ein nachgebauter Limesturm samt Grenzanlagen. Früher hatten römische Soldaten hier den Limes bis weit in den Norden im Blick, heute genießen Besucher von April bis Oktober den Ausblick über das Bauland. Auf zwei Wanderwegen kann das gesamte Gelände erkundet werden. Das Römermuseum – Ausgangspunkt für beide Wanderungen – befindet sich nur wenige hundert Meter vom Bahnhof entfernt, Parkplätze gibt es direkt am Museum, im Parkhaus und an der Baulandhalle.

© Römermuseum Osterburken

Bild 7 von 8

Ob gespalten, gehauen oder geschliffen - im und um das Felsenmeer herum kann man so einige Spuren der Römer im Gestein entdecken. Noch dazu kann sich die ganze Familie beim Klettern an den Felsen austoben. Besonders am Wochenende ist es sehr voll, weswegen die Ausweichparkplätze genutzt werden sollten. In Corona-Zeiten gelten auch hier Abstands- und Hygieneregeln. Im Bereich des Informationszentrums und des Parkplatzes ist Maske tragen Pflicht.

© Thomas Neu

Bild 8 von 8

Rückblickend war die Eroberung der Pfalz durch die Römer vor über 2000 Jahren das Beste, was der Region passieren konnte: Schließlich brachten sie aus dem wärmeren Süden den Weinbau zu uns – und was wäre die Pfalz heute ohne ihn? Aus dieser Zeit stammt die Römerkelter: Ein imposantes Landgut, in dem es sich die Römer mit Wein und einer für damalige Zeiten opulenten Badelandschaft gut gehen ließen.Der Wein fließt heutzutage leider nur noch bei Festen und auch die Becken fehlen – doch die gut erhaltenen Überreste des Gebäudes und der herrliche Blick über die Wingerte Richtung Bad Dürkheim sind einen Besuch auf jeden Fall Wert. Die Römerkelter nahe des Bad Dürkheimer Stadtteils Ungstein kann kostenfrei und ohne Anmeldung besichtigt werden. Und wer danach noch ein bisschen Zeit hat: Die Villa Rustica nahe Wachenheim ist nicht weniger imposant und nur wenige Kilometer entfernt.

© Julia Wadle
AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1