50 Jahre Mondlandung So viel Raumfahrt steckt in unserem Alltag

Tatsächlich profitieren auch jene Menschen von der Raumfahrt, die mit ihr scheinbar gar nichts zu tun haben. Viele Erfindungen, die im Alltag genutzt werden, haben ihre Ursprünge in der Erforschung von Weltall, Planeten und Raketen.

Von 
dpa

Bild 1 von 8

Feuerfeste Anzüge: Die Polybenzimidazol-Faser, kurz: PBI, rettet täglich Leben. Der Stoff, eine künstliche goldfarbene Faser, ist feuerfest und weist auch gegen Säuren, Laugen und organische Chemikalien hohen Schutz auf. Vor allem Feuerwehrleute profitieren in ihrer Ausrüstung vom PBI-Stoff, aber auch im Militär findet er Verwendung. Forscher entwickelten den Stoff, um Anzüge der Astronauten vor Feuer zu schützen.

© Paul Zinken

Bild 2 von 8

Sonnenbrillen: Im Sommer ist die Sonnenbrille unser ständiger Begleiter. Die Gläser schützen die Augen vor Helligkeit und schädlicher UV-Strahlung. Erfunden worden sind die Gläser für Astronauten, um sie vor dem gleißenden Sonnenlicht außerhalb der Atmosphäre zu schützen. Auch dass Brillengläser nicht verkratzen, verdanken wir der Forschung. Mit der speziellen Beschichtung wurden Visiere der Astronautenhelme ausgestattet.

© Julian Stähle

Bild 3 von 8

GPS-Daten: Noch bis in die späten 1980er-Jahre gab es in Navigationssystemen Abweichungen von bis zu 15 Metern. Gründe: Datenfehler oder schwache Satelliten. Einem in den 1990er-Jahren entwickelten Software-Paket für die Nasa verdanken wir es, dass Navigationssysteme uns heute fast punktgenau zu unseren Zielen führen. Die Weltraumforschung hilft bei der exakten Bestimmung von Himmelskörpern.

© Vodafone_D2_Gmbh
AdUnit urban-gallery1

Bild 4 von 8

Babynahrung: Forscher haben bei einem Experiment eine natürliche Quelle für Omega-2-Fettsäuren entdeckt. Eigentlich war das Experiment gedacht, um Nahrung von Astronauten leicht, nahrhaft und haltbar zu machen. Doch der auf Algen basierende Fettstoff ist auch für die Entwicklung von Herz, Augen und Gehirnzellen von Kleinkindern wichtig. Seit seiner Entdeckung wird Babynahrung mit dem Zusatz angereichert.

© Hipp

Bild 5 von 8

Handstaubsauger: Im Weltall gibt es zwar kaum Steckdosen, dafür aber viel Staub. So viel, dass Astronauten ihre Anzüge regelmäßig reinigen müssen. Um das Problem der fehlenden Steckdosen zu lösen, hat die Nasa den kabellosen Handstaubsauger entwickelt. Heute fehlt dieser in fast keinem Haushalt mehr. Auch der Akkubohrschrauber hat seine Ursprünge aus genau diesem Grund in der Raumfahrt.

© Bosch

Bild 6 von 8

Barcodes: Die Ware an der Supermarktkasse wird schnell über den Scanner gezogen. Piep. Piep. Piep. Der Bar- oder Strichcode hat den Einzelhandel revolutioniert – das Bezahlen an der Kasse geht seit seiner Einführung deutlich schneller als noch zu Zeiten, als Kassierer jedes Produkt einzeln haben eintippen. Das eigentliche Ziel des Barcodes war es, die vielen Einzelteile in der Raumfahrttechnik zu katalogisieren.

© Martin Gerten

Bild 7 von 8

Fieberthermometer: Heutzutage ist es kein großes Problem mehr, unkompliziert und hygienisch Fieber zu messen: Das Thermometer nah an das Ohr gehalten, misst ein Infrarotstrahl die Temperatur des Körpers. Auch diese den Alltag angenehmer machende Erfindung verdanken wir der Weltraumforschung: Forscher messen mit Infrarotstrahlen unter anderem die Temperatur von Lichtjahre entfernten Sternen. Auf dem Bild ist der ehemalige Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Liberia zu sehen.

© Kay Nietfeld

Bild 8 von 8

Weitere Erfindungen: Die genannten Erfindungen und Entdeckungen führen keineswegs alle Fortschritte der Weltraumforschung auf, die in unserem Leben eine große Rolle spielen. Auch Solarzellen, Rauchmelder, Körperprothesen, LED-Bildschirme, die Kameratechnik in Smartphones, Schaumstoff, Wasserfilter oder diverse medizinische Geräte sind Beispiele aus der Raumfahrtforschung, von denen wir im Alltag profitieren.

© Kay Nietfeld