Literatur, Musik, Filme Geschenketipps der Redaktion zu Weihnachten 2020... für den Bauch

Geschenketipps der "MM"-Redaktion zu Weihnachten. In dieser Fotostrecke finden Sie Ideen "für den Bauch".

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Liraz Charhi: „Zan“ (Glitterbeat/Indigo)

Auch Electro-Pop kann revolutionär sein: Mit „Zan“ (Frauen) hat die israelische Sängerin Liraz Charhi ein gewagtes Projekt verwirklicht, ein feministisches noch dazu. Obwohl Iranern der Kontakt mit Israelis gesetzlich verboten ist, setzte die Künstlerin mit den iranischen Wurzeln für das Projekt auf grenzübergreifende Zusammenarbeit. Sie singt auf Farsi, die Electro-Beats für ihre Texte mixten iranische Kolleg*innen – im Geheimen versteht sich. (Tipp von Madeleine Bierlein)

© Glitterbeat/Indigo

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Beethoven: „Sinfonie Nr. 5“, Musicaeterna, Teodor Currentzis (Sony Classical)

Wenn ein Klassiker im Beethovenjahr, dann der: das Schlachtschiff 5. Sinfonie mit Teodor Currentzis. Der lässt mit seiner Musicaeterna keinen Stein auf dem anderen. Extrem. Revolutionär. Barsch. Das Enfant terrible wütet. Aber nicht nur. Dem Drive nach vorn preschender Kräfte mit polternden Pauken und schmetterndem Blech setzt er fern romantischer Tempogefühlsduseleien einen zärtlichen Beethoven entgegen. (Tipp von Stefan M. Dettlinger)

© Sony Classical

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Dror Zahavi: „Crescendo“ (Camino, 14,99 Euro)

Israelische und palästinensische junge Menschen machen gemeinsam Musik – und tragen natürlich auch Konflikte aus, die den Alltag in Nahost prägen. Ein von Peter Simonischek verkörperter Dirigent hält die Fäden zusammen, darstellerisch wie inhaltlich. Das fesselt, rührt an und hat auch tragische Dimensionen. Nicht umsonst hat Dror Zahavis Film den Publikumspreis des Festivals des deutschen Films gewonnen. (Tipp von Dr. Thomas Groß)

© Camino
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„Angelheaded Hipster: The Songs Of Marc Bolan & T. Rex“ (BMG Rights)

US-Produzent Hal Willner war u.a. bekannt für große Hommage-Aktionen. Sein Meisterwerk erschien jetzt posthum, gewidmet der Songwriter-Qualität von Glam-Rock-Ikone Marc Bolan und aberwitzig abwechslungsreich zusammengestellt. Denn neben den Big Names (U2, Elton John, Nick Cave, Nena (!)) wirken so diverse Künstler wie Peaches, Victoria Williams, Father John Misty oder beide Lennon-Söhne mit. (Tipp von Jörg-Peter Klotz)

© BMG Rights

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Saint-Saëns: „Klavierkonzerte 2 & 5, Chamayou“ (Warner)

Zu konservativ sei er gewesen, heißt es in der Musikwissenschaft rück- und herabblickend oft über den französischen Komponisten Camille Saint-Saëns. Wenn aber in Bertrand Chamayou ein quirliger Pianist mit keckem Mut auf den Landsmann trifft, verleiht das der Begegnung am Flügel wahrlich Flügel. Wer’s nicht glaubt, der höre das 2. und 5. Klavierkonzert in der Einspielung mit dem Orchestre National de France unter Emmanuel Krivine. (Tipp von Ralf-Carl Langhals)

© Warner

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Jan Wilm: „Winterjahrbuch“ (Schöffling & Co. 456 Seiten, 24 Euro). Er soll ein Buch über einen verschollenen Schnee-Fotografen schreiben – in Los Angeles. Doch sein Forschungsjahr konfrontiert den Erzähler mit der Eishöhle der inneren Einsamkeit. Ich und Äußeres passen nicht zusammen. Die Verwurzelung in der alten wie der neuen Welt gelingt nicht. Wilms gestochen scharfe, kristalline und wie gefrorene Sprache geht den Dingen auf den Grund. (Tipp von Uwe Rauschelbach)

© Schöffling & Co

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Marc Uwe Kling: „Das NEINhorn“ (Carlsen. 48 Seiten, 13 Euro)

„Nein!“ – „Doch!“ - „Was?“ – „Na und!“ So klingen die Gespräche in Marc Uwe Klings Kinderbuch. Es geht um ein Einhorn, das im Herzwald zur Welt kommt – und es gar nicht mag, dass alle so lilalieb sind. Auch dass sich alles reimen muss, findet das Einhorn doof. Es sagt zu allem und jedem „Nein!“ – ein „NEINhorn“ eben. Es beschließt, fortzugehen, und trifft auf dem Weg neue Freunde, die genauso bockig sind. Braucht ein Kinderbuch eine Moral? „NEIN“, findet der Autor. (Tipp von Joana Rettig)

© Carlsen

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Lilly Bernstein:„Trümmermädchen“ (Ullstein. 501 Seiten,10,99 Euro)

Köln 1941. Der Krieg hat für Anna alles verändert: Die geliebte Backstube, in der sie bei Tante und Onkel aufwächst, ist zerstört, der Onkel wird eingezogen. Inmitten einer zerbombten Stadt kämpfen Anna und ihre Tante ums Überleben. Und um ihren Traum, die Bäckerei, wieder aufzubauen. Die Autorin – selbst Bäckerskind – schildert in berührenden Szenen, wie die Frauen die Hoffnung nie verlieren und wie sie immer wieder die Kraft zum Weitermachen aufbringen. (Tipp von Heike Rentsch)

© Ullstein

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Arnim Töpel: „Grähm Brüllee“ (Talking Blues. 235 Seiten, 12,90 Euro)

„Kommissar Günda“, der kauzige Ermittler, ist nun im Ruhestand. Doch über ihm braut sich einiges zusammen – zumal seine ehemaligen Kollegen überzeugt sind, dass der Ex-Chef endlich mal die große Liebe finden sollte. Und so findet sich der „digitale Analphabet“ plötzlich auf einer Dating-Plattform wieder. Es kommt schlimmer, denn auch eine „Tupper-Party“ muss der überzeugte Gasthaus-Futterer überstehen. Immerhin kann er sich so die „Crême brûlée“ einpacken lassen. (Tipp von Michaela Roßner)

© Talking Blues

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Sophie Hunger:„Halluzinationen“ (Caroline International)
Die Lieder hat die Schweizerin Sophie Hunger in der Küche geschrieben und sie dann alle in einem Take hintereinander aufgenommen – in den legendären Londoner Abbey Road Studios. Nach sechs Durchläufen in zwei Tagen gehen Sophie Hungers „Halluzinationen“ ungefiltert und direkt ins Hirn. Das Album ist roh, energiegeladen und emotional. Und im Lockdown überlegt die Künstlerin: „Wer bin ich?“ Die Antwort darauf gibt es dann vielleicht auf Sophie Hungers nächster Platte. (Tipp von Walter Serif)

© Caroline International
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The Allman Brothers Band: „Trouble No More – 50th Anniversary“ (Island, 5 CDs plus Buch)

Wer sich den Bauch mit deftigem Southern Rock vollschlagen möchte – hier gibt’s eine opulente, brillant zusammengestellte Box, die das Oeuvre der Allman Brothers Band von 1969 bis zur Auflösung 2014 dokumentiert. Die von Gitarren-Genius Duane Allman († 1971) gegründete Truppe brachte Blues, Soul, Rock, Jazz, Latin und Country zu einer typisch amerikanischen Musikmixtur zusammen, die ihresgleichen sucht. (Tipp von Georg Spindler)

© Island

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Giant Rooks:„Rookery“ (Irrsinn/UniversalMusic)

Der auch international erfolgreiche Mega-Song „Watershed“ als Vorab-Auskopplung hatte die Latte für die Newcomer aus dem westfälischen Hamm hochgelegt. Offensichtlich nicht zu hoch! Auch die anderen elf Songs des Albums bieten exzellenten Independent Rock ohne Angst vor Pop-Einflüssen und mit Hang zur großen Wall Of Sound. Das Erstlingswerk „Rookery“ ist geradezu beängstigend gut. Wenn sich diese Band organisch so weiterentwickelt, werden wir noch viel Spaß an ihr haben. (Tipp von Bernhard Zinke)

© Irrsinn/Universalt Music