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75 Jahre "Mannheimer Morgen"

Mannheimer Zeitungen vor dem "MM" - eine Reise durch 300 Jahre Geschichte

Es gibt sie in Mannheim schon länger als das Schloss: Zeitungen. Ihre Namen, Herausgeber und Ausrichtungen wechseln - und sind stets eng verbunden mit dem politischen Geschehen.

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Der erste schriftliche Nachweis über eine Mannheimer Zeitung datiert aus dem Jahr 1680 - ein Ratsprotokoll erwähnt eine "wöchentliche hiesige Zeitung", die bei einem Buchdrucker bestellt wird. Ein Exemplar ist jedoch nicht erhalten geblieben. Am 2. September 1741 - Mannheim ist längst Residenzstadt - erscheint erstmal das "Mannheimer Frag- und Kundschaffts-Blatt", das später in "Mannheimer Frag- und Anzeigs-Blatt" umbenannt wird.

© Reiss-Engelhorn-Museen

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Die vier Seiten des "Mannheimer Frag- und Anzeigs-Blatt" enthalten private Inserate und Verlautbarungen der kurfürstlichen Behörden - bis 1803, dann wird es eingestellt. Ob es an der Konkurrenz liegt? 1767 taucht nämlich zusätzlich die "Mannheimer Zeitung" auf, die zunächst zweimal die Woche erscheint. Ab 1805 können sich die Mannheimerinnen und Mannheimer sogar täglich über das Geschehen an den europäischen Höfen informieren.

© Reiss-Engelhorn-Museen

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Zur Finanzierung der Krankenversorgung betreibt - mit kurfürstlicher Erlaubnis - das katholische Bürgerhospital seit 1789 eine Druckerei und gibt ab 1790 das "Mannheimer Intelligenzblatt" heraus. Zunächst erscheint das Anzeigenblatt wöchentlich, dann zweimal die Woche. Später wird der Inhalt durch kurze, unkommentierte Nachrichten ergänzt. Unter wechselnden Titeln erscheint es bis 1944.

© Reiss-Engelhorn-Museen
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Um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert bekommt Mannheim die kriegerischen Wirrungen und politischen Änderungen voll und ganz zu spüren. Mehrmals besetzen französische Truppen die Stadt an Rhein und Neckar - und das wirkt sich auch auf das in Mannheim erscheinende Druckwerk aus: Ab 1800 gibt es das französischsprachige "Journal politique de Mannheim". 1803 wird die bis dahin kurpfälzische Stadt badisch. Sechs Jahre später verbietet der Großherzog das Journal - auf der Druck der Franzosen, denen die Berichterstattung missfällt.

© Reiss-Engelhorn-Museen

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Im 19. Jahrhundert haben es die Tageszeitungen nicht leicht. Politische Zensur und wirtschaftlicher Misserfolg sind ursächlich, dass viele Blätter nach ihrer Gründung schnell wieder eingestellt werden. Das "Mannheimer Tageblatt" ist eines von ihnen. Sein Erscheinungszeitraum ist für die Jahre 1836 und 37 nachgewiesen.

© Sammlung Konstantin Gross/Stephan Eisner

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Zu Beginn der 1930er Jahre ist die Presselandschaft in Mannheim vielfältig: sieben stadtweite Tageszeitungen gibt es, dazu sieben weitere in den Vororten. Die größten Blätter erscheinen sogar zweimal am Tag. Das "Mannheimer neues Tagesblatt" bezeichnet sich explizit als Mittagszeitung.

© Sammlung Konstantin Gross/Stephan Eisner

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Veröffentlicht
Von
Peter W. Ragge
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1884 gründet Dr. Hermann Julius Haas den "Stadt-Anzeiger", der sich zwei Jahre später in "General-Anzeiger" umbenennt und das Wilhelminische Kaiserreich unterstützt. Eine politische Richtungsänderung erfolgt in der Weimarer Republik - das Blatt nennt sich seit 1924 "Neue Mannheimer Zeitung" (NMZ) und verortet sich bei der linksliberalen "Deutschen Demokratischen Partei".
1929 zieht sie ins Bassermann-Haus an den Marktplatz. Aufgrund dieser Verortung und wegen der Eigentümer-Verhältnisse kann die NMZ als Vorläufer des "Mannheimer Morgen" gelten. 
1944 erfolgt die Zwangsfusion mit dem von den Nationalsozialisten gegründeten "Hakenkreuzbanner", am 23. März erscheint die letzte Ausgabe.

© Konstantin Gross/Stephan Eisner

Thema : 75 Jahre "Mannheimer Morgen"

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