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Leserbrief - Zu „Wenn der Kuckuck . . .“ (FN, 3. Juli) Viele bunte Blühpflanzen

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Sehr geehrter Herr Mittenhuber,

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gehen Sie doch einmal mit offenen Augen durch das Leben. Dann werden Sie feststellen, dass es in Feld und Flur so bunt blüht wie schon lange nicht mehr. In unserer Region gibt es überall viele Felder, die gerade jetzt von weither lila blühend zu sehen sind. Die lila Blüten kommen vor allem von der Phacelia. Bei genauem Hinsehen und Hinhören gibt es in diesen Feldern aber alle mögliche bunte Blühpflanzen und auch sehr viele Insekten, die dort summen und brummen. Gerade Sie als aktiver Naturschützer sollten dies auch bemerken.

Im Neckar-Odenwald-Kreis werden seit Jahren etwa fünf Prozent der Ackerfläche oder rund 2500 Hektar mit Blühpflanzen angesät. Wir können noch viel mehr Blühstreifen machen, aber irgendwo wollen wir die gesunden regionale Lebensmittel produzieren.

Zu Beginn meiner landwirtschaftlichen Tätigkeit in den 80er Jahren war im Ackerbau wirklich nichts Blühendes zu sehen.

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Meine Feststellung in diesem Jahr ist, dass es sehr viele Singvögel gibt, die ich bisher nicht kannte, zum Beispiel Hausrotschwanz oder Mönchsgrasmücke. Vielleicht auch, weil ich in diesem Jahr bewusster durch die Natur gegangen bin. Den Kuckuck habe ich in den letzten zwei Jahren ebenfalls vermisst. Aber in diesem Jahr konnte ich diesen wieder hören.

Das Wetter war in diesem Frühjahr kälter und feuchter als in den vorherigen Trockenjahren. Dies hat zur Folge, dass sich in diesem Jahr Insekten anders entwickeln: Für die Biene war es während der Rapsblüte zu kalt zum Pollen sammeln. Der Borkenkäfer kommt nicht gegen die Fichte an. Auch im Getreide war das Getreidehähnchen nur vereinzelt zu finden.

2021 ist das erste Jahr seit 40 Jahren, in dem ich im Getreide kein Insektizid einsetzen musste. Aber andere Insekten freuen sich dieses Jahr umso mehr: Im Rheintal erfolgt zurzeit die fünfte Schnakenbehandlung mit dem Hubschrauber.

Natürlich stelle ich Insektenschwund ebenfalls fest. Aber die Landwirtschaft hat daran nur eine geringe Schuld neben Bodenversiegelung, Elektrosmog, Lichtsmog und vielen anderen unbekannten Gründen.

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